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Homburg historisch: Alte Postkarten zeigen, wie die Stadt vor vielen Jahrzehnten ausgesehen hat. Der reichhaltigen Geschichte sollen jetzt weitere Kapitel hinzugefügt werden - eine Aufgabe für die "Stadt-Historiker".

Neues Projekt

Bad Homburg: Stadt-Historiker gesucht

  • Matthias Kliem
    vonMatthias Kliem
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Bürger können sich bis Ende Januar bewerben, um in Bad Homburg "Stadt-Historiker" zu werden und die Geschichte der Kurstadt um weitere Kapitel zu bereichern. Und es gibt dabei sogar einen besonderen Preis zu gewinnen.

Bad Homburg -Die Geschichte der Kurstadt ist beeindruckend. Derart üppig, bedeutend und facettenreich wie in Homburg ist die Lokalhistorie in kaum einer anderen vergleichbaren Stadt. Doch so groß das Erbe sich schon jetzt präsentiert - noch immer sind nicht alle Schätze gehoben, noch immer gibt es viel zu erforschen und zu entdecken. Ein neues Projekt der Stadt hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, dem ebenso prächtigen wie unvollendeten Geschichtsbild weitere Puzzleteile hinzuzufügen. Gesucht werden fünf ehrenamtliche "Stadt-Historiker", die sich bis Ende Januar für eine Teilnahme bewerben können. Personen, die hauptberuflich als Historiker tätig sind, sind jedoch von der Bewerbung ausgeschlossen.

"Stadt-Historiker finden oft Zugang zu Quellen, die sonst nicht bekannt sind und die vielleicht von Nachbarn an sie herangetragen werden. Sie schreiben die Geschichte der Vergessenen, Übersehenen auf und geben ihnen ihre Würde zurück", sagt Professor Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft (Frankfurt) bei der Vorstellung des Projekts am Mittwochabend in der Villa Wertheimber. Die Stiftung, die bereits seit einigen Jahren in Frankfurt "Stadtteil-Historiker" sucht, auswählt und begleitet, unterstützt gemeinsam mit der Werner Reimers Stiftung nun auch das Homburger Projekt. Als Medienpartner ist zudem die Taunus Zeitung mit von der Partie und wird regelmäßig über die Arbeit der Homburger Stadt-Historiker berichten.

Das Projekt solle die Identifikation mit der Heimat stärken, aber "das großartige Engagement der Bad Homburger Heimat- und Geschichtsvereine nicht ersetzen, sondern ergänzen", betonte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Wer bei der Premiere als Stadt-Historiker dabei sein wird, darüber entscheidet im Februar eine Jury. Und weil der ehrenamtliche Einsatz der ausgewählten Heimatforscher mit einigem Aufwand verbunden ist, erhalten die Teilnehmer je 800 Euro. Darüber hinaus haben die Reimers-Stiftung und ihr Freundeskreis den Johann Georg Hamel-Preis ausgelobt - benannt nach dem ersten Homburger Stadtarchivar. Es solle einen mit 500 Euro dotierten ersten Preis und - bei entsprechender Qualität der Arbeit - auch einen ähnlich dotierten zweiten Preis geben, so Dr. Albrecht Graf von Kalnein, Vorstand der Werner Reimers-Stiftung.

Preiswürdig seien Arbeiten über lokale Besonderheiten, in denen sich dennoch die Weltgeschichte wiederfinde, so wie sich der Ozean in einem Wassertropfen spiegle. Die ausgezeichneten Arbeiten könnten auch für Professor Dr. Sabine Mecking interessant sein, die an der Universität Marburg die Professur für Hessische Landesgeschichte innehat.

Aufgabe der Stadt-Historiker ist es nicht nur, ihr Thema zu erarbeiten, es muss anschließend auch öffentlich präsentiert werden - ob in Form einer Broschüre, einer Ausstellung, eines Buches, eines Vortrags, eines Films, einer Internetseite oder einer App, das kann jeder selbst entscheiden. "Die Geschichte von Personen, Familien, Unternehmen, Institutionen oder Ereignissen kann ebenso behandelt werden wie die Entwicklung einer Straße oder eines Stadtteils", heißt es in der Ausschreibung.

Aufgerufen sind alle Bad Homburger Bürger, die sich für die Geschichte ihrer Stadt interessieren und einen Aspekt der Homburger Historie aufarbeiten wollen. "Ermutigen möchten wir insbesondere Schüler und Studierende sowie Homburger Bürger mit Migrationshintergrund", erklärt Dr. Bettina Gentzcke, Leiterin des Fachbereichs Kultur und Bildung im Rathaus. mak/cg

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