Der neue General Manager des Steigenberger Hotels, Michael Kain, in der Bar. Er freut sich, dass nach der Corona-bedingten Schließung des First-Class-Hauses das Geschäft nun wieder anläuft.
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Der neue General Manager des Steigenberger Hotels, Michael Kain, in der Bar. Er freut sich, dass nach der Corona-bedingten Schließung des First-Class-Hauses das Geschäft nun wieder anläuft.

Führungswechsel in der Corona-Krise

Neuer Chef im Steigenberger – „Ich möchte, dass das Hotel von den Bad Homburgern geliebt wird“

Michael Kain ist seit 1. August der neue General Manager des Steigenberger Hotels in Bad Homburg.

Bad Homburg - Nach drei Minuten weiß er, ob in einem Hotel-Team eine gute Atmosphäre herrscht. "Wenn der Mitarbeiter am Empfang beim Einchecken natürlich und frei mit dem Gast spricht, dann ist alles in Ordnung", sagt Michael Kain. Sei der Rezeptionist dagegen gestresst oder arbeite nur eine Liste ab, dann sei etwas nicht in Ordnung. "Mir ist wichtig, dass sich meine Mitarbeiter gut verstehen und gegenseitig unterstützen", betont der neue General Manager des Steigenberger Hotels Bad Homburg. Seit 1. August ist der 60 Jahre alte "bayerische Donauschwabe", wie er sich selbst nennt, hier Chef. Er hat zwei erwachsene Kinder und wohnt derzeit noch mit seiner Frau im Hotel. Aber eine Wohnung sei gefunden. Im September wolle das Paar dort einziehen.

Steigenberger in Bad Homburg musste aufgrund der Corona-Krise schließen

Die Verantwortung für das First-Class-Haus trägt Kain schon seit einigen Wochen, denn sein Vorgänger, Albert Mayr, hat das Unternehmen Ende Juni verlassen. Dieser wolle sich nun neuen Aufgaben außerhalb der Hotellerie widmen, erklärt Steigenberger-Sprecherin Alina Schäfer. "Am 28. Juni war ich zur Übergabe hier. Da waren noch die meisten Lichter aus, und die Türen zu den Bankett-Räumen waren geschlossen", erinnert sich Kain. Ein trauriger Anblick sei das gewesen. Wegen der Covid-19-Pandemie hatte das Hotel am 29. März schließen müssen. Erst am 25. Mai konnte es wieder öffnen, zuerst nur für Übernachtungsgäste und mit Room-Service. "Frühstück und Abendessen haben wir auf den Zimmern serviert", berichtet Schäfer.

Seit Donnerstag ist das Restaurant wieder geöffnet. Auch die Bar ist nun endlich offen. Auf der Terrasse kann man sich schon seit voriger Woche wieder bewirten lassen. Und seit Mittwoch gibt es Frühstück mit Büfett - nach Corona-Regeln, versteht sich. "Frische Speisen, wie Omelette und Lachs servieren wir. Brötchen gibt es in Papiertüten, Gemüse wie Tomaten, Gurken und Paprika haben wir in Portionsschälchen, Säfte stehen nicht mehr in Kannen bereit, sondern in kleinen Flaschen", erklärt Kain.

Hälfte der Mitarbeiter des Steigenbergers in Bad Homburg noch in Kurzarbeit

"Das Geschäft fängt langsam wieder an, zu laufen", stellt er fest. "Ich möchte, dass das Haus so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommt, so dass wir die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen können." Derzeit sei rund die Hälfte der Beschäftigten noch, zu unterschiedlichen Prozentsätzen, in Kurzarbeit. 174 Zimmer, drei Junior-Suiten und eine Suite gibt es hier. "Rund 70 Zimmer sind derzeit belegt." Erste Tagungen und Familienfeste könnten stattfinden. Wichtig sei ihm, dass das Haus, trotz Corona, ein angenehmes Gefühl vermittle.

Kain war schon einmal, vor zehn Jahren, für rund ein Jahr Steigenberger-Chef in Bad Homburg. "Eine schöne Stadt, nicht weit vom Flughafen, mit tollem Kurpark und einem interessanten Kultur-Angebot", lobt er. Diesmal wolle er länger bleiben, bis zum Ruhestand. Bevor er zurückkam, hat er zwei Hotels in Düsseldorf und Bonn saniert. "Da hat man zwei Jobs, einerseits führt man das Hotel und andererseits muss man die Baustelle managen." Vom Trebing-Lecost Verlag ist er als Hotelmanager des Jahres 2020 ausgezeichnet worden. Das Bad Homburger Haus ist bekanntlich kürzlich saniert worden, so dass er sich auf die Hotel-Leitung konzentrieren kann. Er wünsche sich, dass das Haus nicht nur von den auswärtigen Gästen, sondern auch von den Bad Homburgern geliebt werde. "Und dass die Firmen der Umgebung noch stärker als bisher bei uns buchen."

Michael Kain war schon als Kind gerne in Hotels hinter den Kulissen

Kain stammt aus Dillingen an der Donau und hat sich die meiste Zeit um Steigenberger-Hotels in Deutschland gekümmert. Nur einmal war er fünf Jahre lang in der Karibik. "Auf der Insel St. Lucia habe ich ein Strandhotel in einen All-Inclusive-Wellness-Club umgebaut und geführt", erzählt er. Die Frage, ob er sich an regnerischen Novembertagen dorthin zurücksehne, verneint er. "Ich liebe den Herbst, wenn sich die Blätter färben, und auch den Winter." Zur Entspannung liest er gern mal einen Krimi, oder er kocht. Was er am liebsten isst? "Ich habe immer, ganz gleich, wo ich war, die lokalen Speisen geliebt." Dann nennt er doch etwas besonders Leckeres: "Steinbutt mit einer leichten Sauce und Gemüse."

In die Wiege gelegt wurde ihm die Hotellerie übrigens nicht. "Mein Vater hatte einen Heizungsanlagen-Installations-Betrieb", verrät Kain. Sein Beruf hat aber durchaus mit seiner Kindheit zu tun: "Wir waren als Familie oft in schönen Hotels, und ich war als Kind immer gern hinter den Kulissen, zum Beispiel in der Küche oder hinter der Bar." 1979 hat er bei Steigenberger seine Ausbildung zum Hotelkaufmann begonnen.

Corona-Krise: Das sagen andere Hoteliers in Bad Homburg

Mit den Folgen der Corona-Krise kämpfen offenbar alle Bad Homburger Hotels. "Wir sind noch nicht auf dem Niveau vor Corona, aber die Nachfrage steigt wieder", sagt Jan Grunder, Direktor des Maritim Hotels. Das Haus mit 148 Zimmern sei auch während des Lockdown geöffnet gewesen. In dieser Zeit durften nur Geschäftsreisende beherbergt werden. Inzwischen kämen auch wieder Touristen, sagt Grunder. Das Maritim-Genießer-Frühstück mit Büfett erfülle die Corona-Auflagen. Der beliebte Sonntags-Brunch könne jedoch noch nicht wieder angeboten werden, Restaurant und Bar seien geschlossen.

Im Park-Hotel (122 Zimmer) in der Promenade sind die meisten Beschäftigten noch in Kurzarbeit, berichtet die Assistentin der Geschäftsführung Melanie Preußer. Das Geschäft laufe langsam wieder an.

Hardtwald-Hotel in Bad Homburg beherbergt erstmals vermehrt Touristen

Das Hardtwald-Hotel (31 Zimmer) dagegen hat keinen der sechs fest Angestellten mehr in Kurzarbeit und hat sogar noch zwei neue Kollegen eingestellt, berichtet Inhaberin Christiane Kurze. Sie hat das Haus, das bisher vor allem Geschäftsleute beherbergt hat, im vorigen September übernommen. "Wir haben jetzt erstmals vermehrt Touristen", berichtet sie.

Darunter seien auch Gäste aus Frankfurt und Offenbach, die per Fahrrad und S-Bahn gekommen seien, um sich hier ein entspanntes Wochenende zu machen. Buchungen kämen derzeit sehr kurzfristig. Gut angenommen werde die Restaurant-Terrasse, die montags bis freitags von 14 Uhr an geöffnet sei. "Die Gäste können bei uns zu Kaffee und Kuchen und zum Abendessen kommen, letzte Bestellung um 20.30 Uhr", sagt sie. (Von Christiane Paiement-Gensrich)

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