Stinkt im Sommer mitunter: die Bio-Tonne.
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Stinkt im Sommer mitunter: die Bio-Tonne.

Reizthema Bio-Tonne in Bad Homburg

Bad Homburger Grüne engagieren sich für saubere Bio-Tonnen

  • Harald Konopatzki
    VonHarald Konopatzki
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Gegen Gestank: Tonnen-Reinigung Thema im Ausschuss

Bad Homburg -Die biologische Vielfalt, die sich vor allem im Sommer kurz vor der Leerung in vielen Bio-Tonnen zeigt, ist selbst überzeugten Naturfreunden zu viel. Die Tonnen sollen möglichst sauber sein. Darüber, wie sich das erreichen lässt, gehen die Meinungen auseinander. Prävention funktioniert nur bedingt, wenn die Bio- nicht zur Altpapier-Tonne werden soll. Chemische Reiniger und abbaubare Plastikbeutel verbieten sich von selbst - immerhin soll der Bio-Abfall später als Kompost auf dem Feld landen - ohne Schadstoffe und ("Bio"-)Plastik-Reste. Und wer keinen Garten hat, kommt auch mit dem Schlauch nicht weit, um die Tonne mal mit klarem Wasser durchzuspülen.

Die Grünen fordern bereits seit einiger Zeit einen Reinigungsservice. Diese Forderung wird heute im Klimaschutz- und Umweltausschuss, Beginn ist um 18.30 Uhr im Vereinshaus Gonzenheim, erneuert. "Der Magistrat wird beauftragt, durch den Betriebshof einen professionellen Reinigungsservice für die Bio-Tonnen zu beauftragen", heißt es in einem entsprechenden Antrag.

Die Reinigung solle von Mai bis August monatlich, ansonsten alle drei Monate angeboten werden. Die Bürger sollen selbst entscheiden, ob sie das Angebot nutzen, die Kosten würden als Gebühr an die Nutzer weitergegeben werden. In ihrer Begründung verweisen die Grünen darauf, dass die Reinigung für einige Privatpersonen mit organisatorischen und teilweise auch gesundheitlichen Problemen verbunden sei. Auch sei eine Entsorgung des Schmutzwassers über den Gulli in Bad Homburg nicht erlaubt. In der Vergangenheit wurde zudem angeführt, dass der Wasserverbrauch bei einer Reinigung in Eigeninitiative viel höher sei, als wenn ein Reinigungsfahrzeug eingesetzt wird, bei dem das Wasser gefiltert und wiederverwendet werden könne. Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) hatte entgegnet, dass Privatpersonen bei Bedarf selbst eine Firma beauftragen könnten. Dem widersprechen die Grünen. Die professionelle Reinigung koste im Falle eines lokalen Entsorgers 8 Euro pro Tonne, dazu komme noch eine Anfahrtspauschale von 60 Euro. "Deshalb ist die Beauftragung zur Reinigung einer einzelnen Tonne nicht wirtschaftlich", bilanziert die Partei.

Andere Städte nur bedingt vergleichbar

Stattdessen könnte wie in anderen Kommunen, die Grünen beziehen sich auf Oberursel, Kronberg und Frankfurt, dort bereits Usus, ein spezielles Reinigungsfahrzeug eingesetzt werden. Dazu heißt es in einer Mitteilung der Grünen: "Dieser Service wird in den Nachbarstädten gerne angenommen, auch wenn er eine Gebühr in der Größenordnung von 10 Euro kostet."

Allerdings läuft es in der Nachbarschaft etwas anders. In Frankfurt kostet die einmalige Reinigung einer 120-Liter-Tonne 30 Euro. Diese kann individuell bestellt werden. Die Stadt Oberursel wirbt auf ihrer Homepage damit, dass die Tonnen bei Bedarf zweimal im Jahr gereinigt werden können. Die Kosten belaufen sich für ein "2-Rad-Gefäß" (sprich: Tonne) auf 22,44 Euro, für ein "4-Rad-Gefäß" (Container) werden 29,10 Euro fällig. Pro Turnus können laut Stadtsprecherin Nina Kuhn 260 Tonnen gereinigt werden. Die Nachfrage übersteige regelmäßig das Angebot.

Die Stadt Kronberg lässt die Bio-Tonnen einmal im Jahr reinigen. "Das Angebot hat sich bewährt", sagt Stadtsprecher Andreas Bloching. Die Reinigung der Tonnen sei über die Abfallgebühr finanziert und kostet keine Extragebühr. Dieses Jahr wurden die Kronberger Bio-Tonnen im Juni/Juli gereinigt. Von Harald Konopatzki

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