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Eva und Max Henrichs haben im September geheiratet - trotz Corona-Krise.

Coronajahr

Bad Homburger Hochzeitspaar traut sich - Trotz Corona

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
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2020 war für uns alle ein besoneres Jahr. Vor allem, wer heiraten wollte, musste Spontanität beweisen.

Bad Homburg -Das Jahr 2020 ist ein Jahr, wie wir es alle noch nie erlebt haben. Der Kampf gegen das Coronavirus beeinflusste das Leben eines jeden. Jeder hat es anders erlebt. In einer Serie wollen wir unsere Leser zu Wort kommen lassen, wie sie ihr ganz persönliches Corona-Jahr erlebt haben - was hat sie in diesem Jahr geprägt? Was hat sich für sie zum Besseren oder zum Schlechteren verändert? Den Auftakt machen heute Eva und Max Henrichs, die sich im September das Jawort gaben. Und auch auf Ihre Geschichte sind wir gespannt - mehr dazu am Ende dieses Textes.

Der geflügelte Begriff "getraut" hat in diesem Jahr noch einmal eine ganz neue Bedeutung bekommen. Denn Mut brauchte es 2020 wirklich bei der Hochzeitsplanung. Planen konnte man nämlich eigentlich fast nichts, weshalb viele Paare ihre Hochzeit erst einmal auf später verschoben. Nicht so Max und Eva Henrichs aus Bad Homburg.

"Vergangenes Jahr im November haben wir uns am Waikiki-Beach verlobt", erzählt Max Henrichs. Am Strand des wohl berühmtesten Stadtteils der hawaiianischen Hauptstadt Honolulu fragte er seine Freundin, ob sie ihn heiraten wolle. "Sie hatte die Hoffnung schon verloren, dass ich ihr noch einen Antrag mache", erzählt er lachend über den Urlaub. Seit 2016 sind Henrichs und seine Nun-Ehefrau Eva zusammen.

Den Entschluss zum Antrag hatte Henrichs schon im April des vergangenen Jahres gefasst - und seitdem auf den richtigen Moment gewartet. Bei der Rundreise auf Hawaii trug er tagelang den Ring in der Hosentasche mit sich umher, dann war es kurz vor Urlaubsende so weit: Bei einem Strandspaziergang spielte eine einheimische Band zum Sonnenuntergang. "Das war zwar ein Zufall - aber ich habe die Chance ergriffen."

Zurück in Deutschland beginnen die beiden direkt mit den Vorbereitungen. Die standesamtliche Trauung wurde für den September festgelegt, geplant war eine große Hochzeit mit drei- bis vierhundert Gästen. Eine große Polterhochzeit sollte es geben, eine Art Straßenfest mit Live-Band. Die Band war bestellt, der Getränkehändler beauftragt, die Location für die Feier auf dem eigenen Firmengelände vorbereitet. Doch dann kam die Corona-Krise, und den Henrichs ging es, wie tausenden anderen Paaren, die ihre Hochzeit geplant hatten. "Wir mussten umswitchen."

Also wurden Band und Getränke wieder abbestellt und die Planungen für den Tag umgeworfen. Denn dass Max und Eva trotz der widrigen Umstände heiraten wollten, da waren sie sich sicher. "Es hat jetzt gepasst. Wir wollten die Hochzeit nicht verschieben. Dann haben wir uns gesagt: Wir machen das Beste draus, was im Rahmen der Bestimmungen möglich ist."

Maximal acht Personen durften mit ins Standesamt im Kaiser-Wilhelms-Bad: Das Brautpaar, ihre Eltern und die Trauzeugen. Getraut wurden Eva und Max von Oberbürgermeister Alexanders Hetjes persönlich, der ein Bekannter der Familie ist. Hinter einer großen Plastikscheibe sitzend ("Das war schon ein wenig befremdlich"), vollzog er die Zeremonie. Nur auf das sonst übliche Händeschütteln musste verzichtet werden.

Danach gab es ein Festmenü im Schloss mit dem engsten Familienkreis. "Auf die Idee wären wir sonst gar nicht gekommen, das war dann doch ein nettes Alternativprogramm", berichtet das Brautpaar.

Die geplante Party fand trotzdem statt, im kleineren Kreis und mit einem Hygienekonzept, das die Henrichs im Vorhinein mit den Behörden abklären mussten. "Das war nicht schlimm und hat auch nicht gestört", sagt Max Henrichs. "Keiner ist krank geworden, und alle haben sich an die Regeln gehalten." Auch die Großeltern und der Rest der Familien konnten dabei sein.

Eva und Max Henrichs sind sich einig: Diese Hochzeit war nicht das, was geplant war - und trotzdem etwas ganz Besonderes, Einmaliges. Die freie Trauung auf den Malediven verschiebt das Paar allerdings erst mal - bis es wieder möglich ist, dort ohne Beschränkungen hinzureisen. Von Anna Grösch

Wir sind neugierig. Wie haben Sie das Corona-Jahr 2020 erlebt? Wie haben Sie die damit verbundenen persönlichen Herausforderungen gemeistert? Wie Kurzarbeit, Homeoffice, Kinderbetreuung und die Beschränkung sozialer Kontakte wahrgenommen? Hat sich dabei der Blick auf das eigene Leben verändert? Kann man dieser schwierigen Situation nicht vielleicht auch Positives abgewinnen?

Schreiben Sie uns doch über Ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Corona-Jahr 2020. Entweder per E-Mail an tz-badhomburg@fnp.de, Stichwort "Coronajahr", oder postalisch an die Taunus Zeitung, Schwedenpfad 2, 61348 Bad Homburg.

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