Schwimmbäder in Bad Homburg

Bahnen ziehen mit Einschränkungen

Seedammbad öffnet am 26. Juni, Taunus Therme in fünf Wochen - in beiden Bädern laufen Sanierungen. In der Therme sind erstmals nach 40 Jahren bestimmte Rohre leer...

Bad Homburg -Es war nicht ganz klar gewesen, ob die Badesaison dieses Jahr ausfällt. Doch nun dürfen die hessischen Schwimmbäder und Saunen von kommendem Montag an wieder öffnen. So steht man auch im Seedammbad in den Startlöchern. Dort wird man allerdings erst von Freitag, 26. Juni, an in die Fluten tauchen können. Bis dahin müssen die Stadtwerke noch die Voraussetzungen für die vom Land vorgeschriebenen Hygieneregeln geschaffen werden. Dazu bedarf es laut Stadt umfassender Vorbereitungen.

"Wir haben uns für eine vorsichtige Wiedereröffnung entschieden, um den Bürgern bei Beachtung aller Hygiene- und Abstandsregelungen ein wenig Abwechslung zu bieten", sagt Bürgermeister Meinhard Matern (CDU). So wird das (Sonnen-)Baden bis zum Ferienbeginn (6. Juli) nur mit Einschränkungen möglich sein.

In diesen drei Wochen werden ausschließlich das 50-Meter-Sportbecken und das 25-Meter-Nichtschwimmerbecken zur Verfügung stehen. Die anderen Becken bleiben geschlossen. Die Duschen und Umkleidekabinen bleiben zunächst geschlossen. Auch die Nutzung der Liegeflächen wird stark eingeschränkt.

Zudem ist der Besuch des Freibades - wie auch in Königstein und Friedrichsdorf - nur nach vorherigem Erwerb eines Online-Tickets möglich - und auch nur für ein bestimmtes Zeitfenster (www.seedammbad.de). So sollen große Ansammlungen vermieden werden. Nach jedem Zeitfenster wird das Bad für Desinfektionsmaßnahmen vorübergehend geräumt.

Therme hätte ohnehin bald schließen müssen

In der Eröffnungsphase wollen die Stadtwerke prüfen, wie sich die Besucher verhalten - insbesondere auf den Liegeflächen -, und im Sommer gegebenenfalls die Öffnung erweitern. Bis zum Ende der Freibadsaison wird montags bereits um 7 statt um 13 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen für zwei Stunden 4, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre 2 Euro Eintritt. Unter Zehnjährige dürfen nur mit Erwachsenen rein. Dauer- und 11er Karten können zunächst nicht genutzt werden. Infos zur Erstattung auf der Homepage. Die Wochen der Corona-bedingten Schließung wurden dazu genutzt, die Sanierungsmaßnahmen im Hallenbad voranzutreiben. Die Baumaßnahmen liegen bislang im Zeitplan - unter anderem wurde die neue Lüftungsanlage schon auf dem Dach montiert. Die Arbeiten sollen noch über den Sommer andauern. Das 25-Meter-Becken in der Halle bleibt bis Anfang Oktober geschlossen. Saniert wird auch in der Taunus Therme - und zwar umfassend. "Wir arbeiten Tag und Nacht", erzählt Bad-Leiterin Sonja Kortz. Auf der Homepage steht seit drei Monaten nur, dass der Wellnesstempel wegen der aktuellen Lage vorübergehend geschlossen sei; doch hinter den Kulissen wird gebohrt, gemessen und gehämmert.

"Wir haben sämtliche Becken geleert", so Kortz. Vorgesehen sind neue Fliesen und Treppchen. Der Schallschutz wird verbessert, die Lüftung könne künftig auch Coronaviren aussperren. Und auch die Saunen und manche Sanitärbereiche würden neu herausgeputzt. Teilweise warten die Techniker noch auf Material.

Öffnen möchte Kortz die Therme in vier bis fünf Wochen - möglicherweise nur den Außenbereich. "Es gibt viele unbekannte Faktoren", sagt die Leiterin. Zum einen seien die 40 Jahre alten Rohre, in denen ständig warmes Wasser war, zum ersten Mal leer. "Wir wissen nicht, was passiert." Zudem muss der Hygieneplan noch abgesegnet werden. Seien diese Fragen geklärt, brauche das Wasser weitere Zeit, bis es von Temperatur und Zusammensetzung her bereit sei. Thermeneigner Werner Wicker sehe die Zeit mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Zum einen koste jeder Tag reine Instandhaltung 1500 Euro, dazu die fehlenden Einnahmen. Die Investitionskosten seien enorm. Die Therme hätte aber wegen der anstehenden Generalüberholung ohnehin bald geschlossen werden müssen. Dafür werde die Instandhaltung später günstiger.

So handhaben es weitere Kommunen im Kreis mit der Eröffnung ihrer Schwimmbäder:

Das Taunabad in Oberursel bleibt geschlossen, da unklar ist, wie die Rahmenbedingungen einer Öffnung geschaffen werden können. Ein Öffnungstermin steht nicht fest.

Das Friedrichsdorfer Freibad öffnet frühestens am 1. Juli.

Das Kronberger Waldschwimmbad plant eine Öffnung zum Beginn der Sommerferien.

Das Freibad im Woogtal (Königstein) wird am 20. Juni unter Auflagen eröffnet. Zeitzonen übers Internet. Im Kurbad wird mit dem 6. Juli geplant.

Wehrheim will das Ludwig-BenderBad in Kürze öffnen, über den Termin wird am Montag beraten.

In Neu-Anspach wird ebenfalls mit einer kurzfristigen Öffnung gerechnet - spätestens bis zum Beginn der Sommerferien. Genaueres am Montag.

Das Schmittener Schwimmbad wird am 1. Juli geöffnet.

VON Anke hillebrecht

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