+

Howa Unternehmensgruppe

Bahnhofsgastronomie: Der fünfte Pächter in vier Jahren

  • schließen

Sie haben gastronomische Erfahrung, wollen den Bahnhof sowohl mittags wie auch abends geöffnet halten und bringen neue Ideen – das neue Pächter-Team der Bahnhofsgastronomie legt 2019 einen doppelten Aufschlag im Taunus hin.

Despektierlich könnte man die nicht enden wollende Suche nach einem geeigneten Gastronomen für den Bad Homburger Bahnhof mit dem Slogan überschreiben: „Wer will noch mal, wer hat noch nicht?“ Im neuen Jahr kommt es nämlich erneut zu einem Betreiberwechsel. Nach vier Anläufen soll nun die Howa Catering & Events ihr Glück versuchen. Die bisher verantwortliche Lokker’s GmbH & Co. KG muss die Bahnhofsgastronomie zum Jahresende abgeben. Ihr ist auf die Füße gefallen, dass sie das Lokal von einem Restaurant- und Eventbetrieb auf einen reinen Verans

Die Entscheidung für den neuen Pächter wurde auf einer außerordentlichen Sitzung des Verwaltungsrats der Kur- und Kongreß-GmbH am vergangenen Freitag getroffen, in der es zum wiederholten Male um die Zukunft der Bahnhofsgastronomie ging. Nach Informationen der TZ hatten drei mögliche Kandidaten ihre Konzepte präsentiert – neben „Lokker’s“ und der Howa hatte sich noch ein weiterer Anbieter vorgestellt. Während die Vorstellung von „Lokker’s“ in den Augen der meisten Verwaltungsratsmitglieder einigermaßen uninspiriert gewesen sein soll, setzte auch der dritte Anbieter auf Eventgastronomie. Und so bekam am Ende die Howa mit ihrem vollgastronomischen Konzept den Zuschlag.

Sockel- und Umsatzpacht

Kurdirektor Holger Reuter gab zwar keine tieferen Einblicke in die Sitzung seines Verwaltungsrates, bestätigte aber, dass sich das Gremium einstimmig für die Howa ausgesprochen habe. Seine Aufgabe ist es nun, den alten Pachtvertrag abzuwickeln und den neuen aufzusetzen. Probleme erwartet Reuter dabei nicht. „Das von ,Lokkers’s‘ zuletzt gefahrene Eventkonzept entsprach schließlich nicht der Beschlussvorlage.“ Zudem soll auch der endgültige Vertrag noch nicht finalisiert gewesen sein. Der Kurdirektor rechnet damit, dass die Vertragsangelegenheiten in rund zwei Wochen erledigt sind. Der Vertrag mit der Howa soll eine Kombination aus Sockel- und Umsatzpacht beinhalten.

„Ich hatte Signale aus dem Verwaltungsrat erhalten, dass man weiterhin an einer Vollgastronomie festhalten will“, erklärte Reuter. Der Kontakt zur Howa sei über die Radeberger Brauerei zustande gekommen. Ein Tipp, über den der Kurdirektor alles andere als unglücklich ist: „Die Howa hat ein sehr überzeugendes Konzept vorgelegt und in der Präsentation auch nicht mit Fantasiezahlen hantiert.“ Man ist sich im Verwaltungsrat sehr sicher, dass es mit dem neuen Pächter nun endlich klappen könnte.

„Man hat schon vor uns ein paar Mal versucht, das gastronomische Rad am Bahnhof neu zu erfinden, das ist zu Beginn natürlich ein wenig schwierig für uns“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter der Howa, Mario-Sebastian Fertig. Dennoch ist er zuversichtlich, mit dem neuen Konzept die Wende zu schaffen. Das Restaurant soll ganztägig geöffnet sein und sich auf den ehemaligen Wartesaal und die Bar beschränken. Der vom Restaurantbetrieb komplett abgekoppelte Eventbereich soll wieder zurück in den Wintergarten verlegt werden. Eine Lösung sucht man noch für den Außenbereich, die kleine Terrasse am Bahnhofsplatz wird von Fertig als einziges Handicap gesehen.

Das noch relativ junge Unternehmen – gegründet im September 2016 – sieht in der Umgebung des Bahnhofs ein hohes Potenzial für ein Mittagsgeschäft. Abends will man verstärkt auf eine Cocktail- und Lounge-Atmosphäre setzen, auch After-Work-Veranstaltungen und Ü 30-Partys sind geplant. Bei den Speisen soll es eine internationale Küche mit asiatischen, italienischen oder amerikanischen, aber auch regionalen Einschlägen geben. Eines ist Fertig wichtig: „Wir kochen frisch, verzichten auf Convenience Food.“

Synergien beim Personal

Ein weiteres Plus – das sahen auch die Verwaltungsratsmitglieder so – ist die Personalsituation. Denn die Bahnhofsgastronomie ist nicht die einzige Location, die die Unternehmensgruppe aus der Rhön an Land gezogen hat. Im neuen Jahr übernimmt die Howa, die 2017 den Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“ gewonnen hat, auch die Gastronomie im Hessenpark. Fertig: „Wir erwarten uns da im Personalmanagement natürlich Synergien.“ Übrigens: Für das kommende Jahr bereits gebuchte Veranstaltung sollen auf jeden Fall stattfinden. „Es soll keine Stornierungen geben, unser Veranstaltungsteam wird zeitnah Lösungen finden“, sagt Fertig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare