1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Bad Homburg

Bevölkerungsentwicklung: Homburg knackt die 55 000

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marc Kolbe

Kommentare

Mit der Bevölkerungsentwicklung von Bad Homburg ist es wie mit der Nicht, die man eine zeitlang nicht gesehen hat. Man denkt sich: „Ups, ist die groß geworden!“

Es war Armin Johnert, der den richtigen Riecher hatte. Als Einzelhändler meinte er in den vergangenen zwei bis drei Jahren festgestellt zu haben, dass unter seinen Kunden etliche Neubürger sind – viele davon jung und mit Kindern. Deshalb wollte der BLB-Fraktionschef Genaues in Erfahrung bringen und fragte bei der Stadt die aktuelle Einwohnerzahl an. Und siehe da: Ein wenig überraschend hat Bad Homburg heimlich, still und leise die 55 000-Einwohner-Marke geknackt. In der Kurstadt leben aktuell 55 101 Menschen. Hinzu kommen 2824 Einwohner, die hier ihren Nebenwohnsitz haben.

„Die Angaben über unsere Einwohnerzahl schwankte in den vergangenen Jahren immer zwischen 51 000 und 53 000“, sagt Johnert, der diese Zahl „überaus erfreulich“ findet. Es zeige sich, dass Bad Homburg eine lebendige Stadt mit einer großen Vergangenheit und großen Zukunft sei. Johnert: „Es lohnt sich, hier zu leben.“

Auch OB Alexander Hetjes (CDU) ist hellauf begeistert von der Bevölkerungsentwicklung in der Kurstadt. „Das ist eine absolut erfreuliche Entwicklung“, so Hetjes. Schließlich sei es noch allzu lange her, da habe man noch befürchtet, unter die magische Grenze von 50 000 Einwohnern zu sinken und somit keine Sonderstatus-Stadt mehr zu sein (ZUM THEMA). Die letzte Zählung des Hessischen Statistischen Landesamts – Stichtag 31. Dezember 2015 – weist Bad Homburg noch mit 53 244 Einwohnern aus. Erstaunlich: Die Stadt hat für diesen Zeitpunkt 54 115 Bewohner gelistet.

Und es ist davon auszugehen, dass die Stadt in den kommenden Jahren noch kräftig weiterwächst. Immerhin arbeitet die Stadt an der Bebauung von vier Wohngebieten: Hühnerstein, Südcampus, Vickers-Areal und die alte Klinik. Damit dürfte Bad Homburg auf dem Weg in Richtung 60 000-Einwohner-Marke sein. „Das hat unter anderem Auswirkungen auf die Kaufkraft unserer Stadt“, so OB Hetjes. Dabei ist diese schon heute exorbitant: Eine Untersuchung von RegioData Research, ein auf die Recherche regionaler Wirtschaftsdaten spezialisiertes Unternehmen, hat ergeben, dass Bad Homburg europaweit bei den Top-20-Städten auftaucht – auf Position elf, vor Paris und kurz hinter London. So heißt es in der Studie, dass „das noble Bad Homburg über etwa 32 000 Euro frei verfügbaren Einkommens pro Einwohner verfügt“. Die nächstbeste deutsche Stadt ist auf Position 20 München mit 29 000 Euro.

Auf der anderen Seite muss die Stadt auch für die passende Infrastruktur für ihre Neubürger sorgen. In neuen Wohngebieten beispielsweise müssen Kanäle verlegt und Straßen gebaut werden. Zudem gilt es Kindertagesstätten zu errichten. „Wir arbeiten gerade an einer Richtlinie, die vorsieht, künftige Investoren an den Folgekosten beteiligen. Da waren wir in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Städten sehr zurückhaltend“, so Hetjes.

Johnert sieht in den Zahlen auch einen Beweis für die „gute und für die Stadtentwicklung richtige Politik“, die das Bündnis in den Jahren 2009 bis 2015 zusammen mit Ex-OB Michael Korwisi (Grüne) geleistet habe. „Die Zahlen belegen, dass die Kritik der CDU an der Bündnis-Politik inhaltsleer war.“ Jetzt gelte es, diesen Schwung unter OB Hetjes mitzunehmen. Allerdings rechnet auch Johnert damit, dass sich Bad Homburg – wenn die obengenannten Baugebiet umgesetzt werden – den 60 000 Einwohnern nähert. Was wiederum Fragen aufwerfen würde: Was wird aus der Verkehrsinfrastruktur und der Luftqualität? Kann man sich weiterhin kostenlose Kindergartenplätze für alle leisten? Braucht es noch eine Bebauung des Bornbergs?

Auch interessant

Kommentare