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Auf der Klimaschutkonferenz in Warschau wurden Maßnahmen zum Klimaschutz beschlossen. Symbolbild

Stadtentwicklung

BUND fehlt in Bad Homburg das Bekenntnis zum Klimaschutz

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Der Klimaschutz gehört als klares Leitbild in ein zukunftsträchtiges Stadtentwicklungskonzept. Über diese Forderung will der BUND-Vorstand jetzt mit Bad Homburgs OB Alexander Hetjes sprechen.

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) erwartet sich vom Stadtentwicklungskonzept ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz. „Wir befinden uns mitten im Klimawandel und Bad Homburg leistet sich ein Zukunftskonzept, das den Klimaschutz nicht als klares Leitbild hat“, kritisiert die Ortsverbandsvorsitzende Heike Bergmeier. Klimaschutz müsse ernst genommen werden und das überlebenswichtige Leitbild für die Kurstadt darstellen. Darüber will der BUND-Vorstand Anfang August bei einem Termin mit OB Alexander Hetjes (CDU) sprechen. Immerhin sei man seit 2012 Klimaschutz-Kommune.

Bad Homburg brauche klare Leitlinien für eine klimaneutrale Stadt, in der es sich auch 2030 gesund und sicher leben lasse. Bislang jedoch sei das Thema Energiewende außen vor geblieben. Bergmeier nennt ein Beispiel: „Wir brauchen deutlich mehr Solarenergie auf den Dächern.“ Generell müsse mehr Öffentlichkeitsarbeit zum Klimaschutz und zu Fördermaßnahmen gemacht werden. Auch das gehöre in ein Zukunftskonzept.

Auf einer Wellenlänge sind BUND und Stadt beim Thema U 2-Verlängerung, der Lückenschluss zum Bahnhof müsse schnell umgesetzt werden. Der Bad Homburger Bahnhof müsse als regionaler ÖPNV-Knotenpunkt ausgebaut werden. Dabei sei es entscheidend, die verschiedenen Verkehrssysteme zu vernetzen und somit die Nahverkehrsangebote für die Nutzer attraktiver zu gestalten. Zudem müssten zeitnah Elektrobusse flächendeckend zum Einsatz kommen. Landwirtschaftliche Flächen hingegen dürften nicht weiter als „Flächenspielräume für die Wirtschaft“ gehandelt werden. Das „Regiebuch der Stadt“ müsse den geplanten Flächenfraß begrenzen statt weitere Flächen zu versiegeln und zu arrondieren. „Die Natur braucht dringend Rückzugsräume. Diese gilt es festzuschreiben“, betont Bergmeier.

Auch bei der künftigen Gestaltung des Verkehrs hat man beim BUND genaue Vorstellungen. So fordert man, Autos – mit Ausnahme des Zulieferverkehrs – ganz aus dem innerstädtischen Kernbereich zu verbannen, statt eine Tempo-30-Zone für die Innenstadt und den Kurbezirk einzuführen. Bergmeier: „Autos gehören in Parkhäuser.“ Mehr Einbahnstraßen würden zudem das Verkehrsaufkommen reduzieren und seien außerdem sicherer für Fußgänger und Radfahrer.

Apropos Radfahrer: Für das in Planung befindliche Radverkehrskonzept rät der BUND zu sicheren Fahrstreifen, reinen Fahrradstraßen und den Bau von Fahrradparkhäusern. Darüber hinaus brauche die Stadt ein „engagiertes Gesamtverkehrskonzept, das insbesondere eine Lenkung und Reduzierung des Verkehrs für die Innenstadt und die Stadtteile im Blick hat“.

Der BUND hat mit Blick auf das Stadtentwicklungskonzept eine Reihe konkreter Forderungen formuliert:

  Energiewende in Bad Homburg – jetzt.

  Die Energieberatung deutlich verstärken.

  ÖPNV ausbauen und attraktiv machen.

  Mehr Mut bei der Reduzierung des Autoverkehrs.

  Ein engagiertes Gesamtverkehrskonzept.

  Den Flächenverbrauch begrenzen.

  Nachverdichtung im Innenbereich und Nachverdichtung bestehender Gewerbegebiete.

  Grünflächen aufwerten und ausweiten.

  Naturnahe Gärten, Biotope auf die Dächer.

  Mehr E-Mobilität in der Stadt.

  Umweltgerecht und solidarisch planen

Bergmeier bedauert, dass der BUND nicht als Partner für den Natur- und Umweltschutz in die Lenkungsgruppe für das Stadtentwicklungskonzept einbezogen worden sei, „so wie es in den anderen Orten wie zum Beispiel Kronberg der Fall war“. Sie fordert jetzt konkrete Vorgaben im Masterplan, damit öffentliche Grünflächen, Straßen- und Wegeränder, Bachauen, der Stadtwald und die Feldgemarkung ökologisch aufgewertet werden und die biologische Vielfalt für die Zukunft geschützt ist.

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