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Die Suche nach der Anspielstation: Die Bad Homburgerin Stephanie Furr wird von Kim-Malin Winterhoff (BC Marburg) verteidigt.

Basketball

Bundestrainer-Team für Falcons zu stark

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Sie war deutlich, die 58:85-Niederlage der Elangeni Falcons im DBBL-Pokal gegen den favorisierten Erstligisten aus Marburg – aber auch lehrreich.

Die Sensation ist ausgeblieben – der Goliath hat den David mit 85:58 (49:25) standesgemäß in die Knie gezwungen. Im Klartext: Durch den souveränen Sieg bei den Elangeni Falcons Bad Homburg steht Bundesligist BC Pharmaserv Marburg wie erwartet im Achtelfinale des DBBL-Pokalwettbewerbs.

Marburgs Coach Patrick Unger bekam bereits vor dem Anwurf großen Beifall, denn der 35-jährige gebürtige Berliner ist vor wenigen Tagen zum Bundestrainer der deutschen Damen-Nationalmannschaft berufen worden, nachdem er bei der Elite-Auswahl zuvor schon als Assistenztrainer fungiert hatte.

Vom Anwurf weg zeigte der Erstligist vor nur etwa 60 Zuschauern im Feri-Sportpark schon allein durch seine Körpersprache, dass er nicht nach Bad Homburg gekommen war, um Gastgeschenke zu verteilen. Nach zwei erfolgreichen Würfen stand es bereits 5:0 für den BC, ehe die 17-jährige Isabel Gregor für die HTG-Basketballerinnen zum 2:5 traf.

Dieses Erfolgserlebnis verlieh dem Nesthäkchen im Falcons-Team ganz offensichtlich eine große Portion Selbstvertrauen, denn sie verwandelte im Verlauf der Partie sämtliche vier ihr zugesprochenen Freiwürfe und hatte damit großen Anteil an einer sehr ordentlichen Quote von der Linie. Die 10 Treffer bei 13 Versuchen wünschen sich Headcoach Jay Brown und sein „Co“ Bernd Betz auch für die am Samstag beginnende Saison in der 2. Bundesliga Nord, wenn die Falcons um 19 Uhr den ASC Theresianum Mainz erwarten. Beim Punktspielbetrieb wird man sicherlich leichtere Nüsse zu knacken haben als die erstklassige Defense der international erfahrenen Marburgerinnen, die zwischen der 5. und 8. Minute keinen Korb zuließ.

„Gegen einen solchen Gegner können wir viel lernen“, empfand Brown diese lehrreiche Phase als nicht allzu schlimm. Daran kann er in den Trainingseinheiten anknüpfen, wenn Michael Rheins Videoaufnahmen als Anschauungsmaterial herangezogen werden.

Da Neuzugang Lea McDerment noch immer an einer Fußverletzung laboriert, die heute per MRT exakt diagnostiziert werden soll, und Sarah Kuschel vereinbarungsgemäß beim 80. Geburtstag ihres Opas weilen durfte, ergab sich mit der verbliebenen Gruppe von neun Spielerinnen in der Pokalpartie beste Gelegenheiten, weitere taktische Varianten im Hinblick auf den Saisonstart gegen Mainz auszuprobieren.

Das Spiel war nämlich spätestens nach dem ersten Viertel und einem Spielstand von 10:22 entschieden. Angesichts einer 49:25-Pausenführung konnte es der BC Marburg nach dem Seitenwechsel etwas langsamer angehen lassen, ohne den klaren Vorsprung zu gefährden. Nach dem dritten Abschnitt lag das Team aus der Universitätsstadt auch noch sicher mit 67:46 vorne.

Obwohl durch eine Grippe geschwächt, avancierte die 30-jährige Spanierin Nerea Garmendia mit 18 Punkten wie schon beim klaren Sieg in der ersten Pokalrunde gegen Mainz zur erfolgreichsten Werferin der Elangeni Falcons. Erfreulich: Bis auf Lejla Jugo konnten sich alle übrigen acht Bad Homburgerinnen in die Korbschützenliste eintragen, in der auch ein Dreier durch Nachwuchsspielerin Anna Krentz notiert worden ist.

Falcons: Garmendia (18), Georgieva (11), Gregor (8), Polishuk (7), Furr (4), Wächter (4), Annawald (3), Krentz (3/1), Jugo.

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