Die Lieblichkeiten und ihr Hofstaat (von links): Kutscher Alexander Delius, Herzdame Kristina Lauth, Susanne II., Amy-Julie I., Herzdame Ina Jochen und Hofmarschall Florian Theiß grüßen das Bad Homburger Narrenvolk.
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Die Lieblichkeiten und ihr Hofstaat (von links): Kutscher Alexander Delius, Herzdame Kristina Lauth, Susanne II., Amy-Julie I., Herzdame Ina Jochen und Hofmarschall Florian Theiß grüßen das Bad Homburger Narrenvolk.

Inthronisation zum Karneval

Charmante Tollitäten übernehmen in Bad Homburg das Regiment

  • VonEvelyn Kreutz
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Prinzessinnen Susanne II. und Amy-Julie I. haben den Stadtschlüssel

Bad Homburg -Hübsch anzusehen und äußerst charmant eroberten ihre Lieblichkeiten Susanne II. und Amy-Julie I. vom Homburger Carneval-Verein (HCV) die Herzen des Homburger Narrenvolks im Sturm, ganz nach dem Motto "Zwei Herzen, die verzaubern". Nach einem langen Jahr karnevalistischer Enthaltsamkeit hat der HCV mit Vertretern aus der Politik und der anderen drei Karnevalsvereine der Kurstadt am Freitagabend mit der Inthronisationsgala im Güterbahnhof die Kampagne eingeläutet.

Rund 130 Gäste wollten gemeinsam einen schönen und närrischen Abend verbringen und für einen Moment den von Corona geprägten Alltag vergessen. Vor allem wollten sie wissen, wer Jil I. vom Club Humor, die ihre Prinzessinnenkampagne aufgrund der Pandemie um ein Jahr verlängert hat, ablösen wird. Jil verabschiedete sich mit vor Rührung bebender Stimme bevor sie die Insignien ihrer närrischen Macht an Narrenratspräsident Torsten Hainz, zugleich Vorsitzender der Freunde des Carneval (FdC), zurückgab.

Je eine Prinzessin für große und kleine Narren, das habe es in der Vereinsgeschichte, die sich im nächsten Jahr zum 120. Mal jährt, noch nicht gegeben, so HCV-Vorsitzender Marcus Schmidt. HCV-Sitzungspräsident Wolfgang Rothe ließ vor dem Einmarsch der Tollitäten die Prinzengarde Spalier stehen und machte es spannend, wer die närrische Regentschaft übernehmen und wer zum Gefolge gehören wird. "Zweimal blond, Mutter-Tochter-Konstellation, dreimal Garde, zweimal Männerballett", gab er die ersten Informationen preis.

Wenn Susanne und Amy-Julie Nagel zusammen mit ihren Herzdamen Kristina Lauth und Ina Jochen, Hofmarschall Florian Theiß und Kutscher Alexander Delius als Botschafter des Karnevals unterwegs sind, können sie in dieser Saison nicht als Tänzer auf der Bühne stehen.

Ihren Amtseid besiegelten sie gegenüber Extollität Angelika I. mit einem überzeugenden "Ja wir wollen, so wahr uns Gott Jokus helfe". Danach erhielten Prinzessin und Kinderprinzessin vom Narrenratspräsidenten Diadem und Zepter. Zu den Amtsinsignien gehört auch der goldene, mit Luftballons geschmückte Schlüssel der Stadt, den Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak (CDU) den Würdenträgerinnen der Narretei mit einem Kniefall übergab.

Ihm den ersten Orden zu überreichen war die erste Amtshandlung der beiden frisch gekrönten närrischen Häupter, bevor sie ihre Antrittsrede hielten. Im tollen Glitzerkleid, und das funkelnde Zepter sicher in der Hand, überspielte Amy-Julie cool ihre Aufregung. Die Zehnjährige erzählte: "Im Bauch der Mama stand ich zum ersten Mal auf der HCV-Bühne, vor vier Jahren habe ich in der Piccolo-Garde angefangen, jetzt tanze ich in der Funkengarde." Susanne II. ist seit zwei Jahren Jugendvertreterin des HCV, seit fünf Jahren Trainerin der Tanzgarde und tanzt in der Prinzengarde, wenn sie nicht, wie in dieser Saison, den Verein repräsentiert. Und sie verrät: "Immer, wenn wir mit der Prinzengarde die Tollitäten begleitet haben, habe ich mir gewünscht, einmal Prinzessin zu sein."

Dabei ist so ein Amt kein Zuckerschlecken. Die Wochenenden bis Jahresende sind weitestgehend ausgebucht. Im nächsten Jahr wollen die närrischen Häupter richtig durchstarten. Der zehnjährigen Prinzessin ist das nur recht. "Tanzen und Carneval sind meine Lieblingshobbys, und ich bin sowieso immer gut drauf", sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Reiten und Turnen will sie weiterhin. Ihr Lieblingslied ist das Einmarschlied "Euphorie", da geht es nämlich auch ums Tanzen.

Ihre Aufwartung machten unter anderem Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr (CDU), Stadtverordnetenvorsteher Dr. Alfred Etzrodt (CDU), Kurdirektor Holger Reuter, zweiter HCV-Vorsitzender Steffen Schmidt als Bezirksvorsitzender der IG Mittelrheinischer Karneval, sowie Extollitäten und Vertreter der Bad Homburger Karnevalsvereine, zu denen als vierter im Bunde der CV Heiterkeit gehört. Alle Narrenfreunde hoffen auf eine einigermaßen normale Kampagne, wissen aber, dass das von der weiteren Entwicklung der vierten Corona-Welle abhängen wird.

Von Evelyn Kreutz

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