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Denken in naher Abgeschiedenheit

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Von: Anke Hillebrecht

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m Forschungskolleg Am Wingertsberg kommen Forschende aus der ganzen Welt zusammen.
m Forschungskolleg Am Wingertsberg kommen Forschende aus der ganzen Welt zusammen. © Forschungskolleg/Stefanie Wetzel

Stadt erneuert Partnerschaft mit Forschungskolleg Humanwissenschaften

Bad Homburg -Princeton, Uppsala, Amsterdam, Berlin, Bad Homburg - in all diesen bedeutenden Städten kommen Wissenschaftler aus aller Welt und aus verschiedenen Fachdisziplinen zusammen, um an ihren Forschungsfragen zu arbeiten. Die Räume des Forschungskollegs Humanwissenschaften Am Wingertsberg geben ihnen die zuweilen nötige Abgeschiedenheit bei gleichzeitiger Nähe zur Universität in Frankfurt. "Seit Eröffnung des Instituts 2009 waren hier mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Gast", erläutert Beate Sutterlüty, Referentin am Kolleg.

Neuer Vertrag bis 2031

Jetzt will die Stadt die Kooperation mit dem zur Goethe-Uni gehörenden Exzellenzzentrum verlängern. Seit 2007 gibt es bereits eine Vereinbarung, in der sich die Stadt auch zur finanziellen Unterstützung verpflichtet. Das erste Geld floss vor allem in den Bau des modernen Veranstaltungs- und Bürogebäudes im Park der Werner-Reimers-Stiftung. Befristet bis 2031 will die Kurstadt fortan 25 000 Euro per anno von diesem Jahr an zur Forschung beisteuern.

Das Kolleg verpflichtet sich im Gegenzug, mit den öffentlichen und privaten Bildungs- und Forschungsinstitutionen der Stadt zusammenzuarbeiten. Zudem bietet es der Öffentlichkeit regelmäßig Vorträge der hier tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ("Fellows") oder Gastdozenten an - meist zu geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Themen.

Zuschuss von 25 000 Euro pro Jahr

"Das Forschungskolleg leistet einen Beitrag zur Bildung in der Stadt", erklärt Rathaussprecher Marc Kolbe die Gedanken hinter der Magistratsvorlage, die der Kulturausschuss vergangene Woche einstimmig durchwinkte. Kommenden Donnerstag dürfte das Stadtparlament entsprechend positiv über die Fördermaßnahme entscheiden. Auch der Hochtaunuskreis gehört zu den Förderern. Das Forschungskolleg ergänze "in idealer Weise das Profil der Stadt als Standort herausragender öffentlicher und privater Bildungs- und Forschungsinstitutionen", heißt es in der Vorlage. Unter Wissenschaftlern habe es international einen guten Ruf, so Kolbe.

Fünf "Bad-Homburg-Conferences" haben hier seit Eröffnung 2009 stattgefunden, die von der Stadt finanziert werden - zuletzt im Corona-Jahr 2021 zum Thema Klimapolitik. Bei der zweitägigen Tagung können Bürger mit Experten aus Wissenschaft und Kultur über wichtige gesellschaftliche und politische Fragen der Gegenwart diskutieren.

Weitere Themen waren das Verhältnis zwischen den USA und Europa, der Einsatz künstlicher Intelligenz in verschiedenen Gesellschaftsbereichen oder die Zukunft Europas. Unter anderem der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert und der wichtigste deutsche Philosoph der Gegenwart, Jürgen Habermas, haben schon am Wingertsberg gesprochen. Die "Bad Homburg Conference 2022" ist in Planung.

Nicht zuletzt hat die Stadt aber auch die eigenen Bürgerinnen und Bürger im Blick, die sich nicht unbedingt für humanwissenschaftliche Studien interessieren. Letztlich, so Kolbe, sichere die Kooperation, der eine Zusammenarbeit mit der Reimers-Stiftung zugrunde liegt, den Erhalt des schönen Geländes am Rande des Kurparks. Der Homburger Geschäftsmann und Mäzen Werner Reimers, der viel in Asien unterwegs war, hat dort auch exotische Gewächse anpflanzen lassen, derer sich die Homburger noch heute bei einem Rundgang durch das werktags bei freiem Eintritt geöffnete, unter Denkmalschutz stehende Gelände erfreuen können.

Tagungssituation im Gebäude.
Tagungssituation im Gebäude. © Pressefotografie Storch, Bad Hg.

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