Theo und seine beiden namenlosen Artgenossen wohnen im Schlosspark und bekommen viel Besuch.
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Theo und seine beiden namenlosen Artgenossen wohnen im Schlosspark und bekommen viel Besuch.

Krankes Schaf ist genesen

Der wollige Theo aus dem Bad Homburger Schlosspark mag keine Möhren

  • Christiane Paiement-Gensrich
    VonChristiane Paiement-Gensrich
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Drei betagte Rhön-Schafe träumen auf der Wiese

Bad Homburg -Das Schaf-Trio aus dem Schlosspark ist wieder komplett. Am Sonntag kam der wollige Theo zurück. Am 28. Dezember war der Rhönschaf-Herr aus dem Gehege auf der Wiese gegenüber dem Teich in eine geschützte Remise auf dem Parkgelände gezogen. Er war sozusagen in der Krankenstation und musste Medizin nehmen, denn sein rechter Vorderlauf hatte ihn so geschmerzt, dass er damit nicht mehr auftreten konnte. Ein Tierarzt hatte dann eine Gelenkkapselentzündung diagnostiziert. Mit dem Alter könne so etwas kommen.

So gab Chef-Schlossgärtner Peter Vornholt dem Patienten von da an jeden Morgen ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Mittel mit einer Spritze (natürlich ohne Nadel) direkt ins Maul. So konnte er sicher sein, dass das Schaf die richtige Dosis schluckte. "Mit der Zeit haben wir uns aufeinander eingestellt", sagt Vornholt. Theo wartete morgens schon. "Und ich glaube, zum Schluss hat es ihm sogar geschmeckt." Bereits nach drei Tagen habe des Mittel Wirkung gezeigt und dem Patienten ging es besser.

Aber a propos geschmeckt: Auch wenn es gut gemeint sei: "Unsere Schafe mögen keine Karotten", betont Vornholt. Besucher kämen mit tütenweise Mohrrüben, aber die einzigen Tiere, die sich dafür interessierten, seien die Ratten. "Die Schafe fressen übrigens auch nicht besonders gern Äpfel und erst recht kein Pizzabrot." Vornholt erklärt: "Wir geben den Schafen täglich spezielles Kraftfutter und dazu Heu, das reicht ihnen." Um eine weitere Sorge von Besuchern zu zerstreuen: Die Tiere werden immer wieder von einem Tierarzt untersucht. "Eines von ihnen, das etwas dünnere Schaf, hat Arthrose, ebenfalls altersbedingt. Aber im Moment geht es ihm trotzdem noch ganz gut", berichtet Vornholt.

Seit 2015 leben die drei Rhönschafe im Schlosspark. "Wir wollten mit ihnen an die frühere Meierei erinnern", erklärt der Gartenmeister. Das Meiereigebäude gehört heute zur Jugendherberge und ist vom Schlosspark aus gut zu sehen. "Es gibt von dort noch alte Zeichnungen, auf denen Schafe und Ziegen zu sehen sind", so Vornholt weiter und: "Die Meierei war für die Milchwirtschaft im Schloss zuständig." Sie sei eine so genannte "Ornamental Farm", ein kleiner Schmuck-Bauernhof gewesen, wie sie in englischen Landschaftsgärten in Mode waren. In den Schlossgärten von Aschaffenburg (Schönbusch) und Schwetzingen habe es ebenfalls solche Mini-Bauernhöfe gegeben. Ein berühmtes Beispiel ist auch die Bergerie (Schäferei) der französischen Königin Marie-Antoinette im Schlosspark von Versailles. "Die adeligen Damen gingen sogar mitunter mit einem der Bauernhof-Tiere an einer Leine spazieren. Und die Tiere trugen goldene Halsbänder", berichtet Vornholt.

Nummernschilder an den Ohren

Die Schlosspark-Schafe kommen aus dem Klostergarten in Seligenstadt. Ihr Alter schätzt Vornholt auf 11 Jahre. "Sie können 14 bis 15 Jahre alt werden", erklärt er. Was eigentlich die gelben Schildchen an den weichen schwarzen Ohren bedeuten? Die Zahlen auf den Schildchen sind die Registriernummern bei der Tierseuchenkasse, sie sind für Schafe und andere landwirtschaftliche Nutztiere Pflicht.

Den ersten Versuch mit Schafen hatten die Schlosspark-Gärtner übrigens mit Heidschnucken gemacht. "Acht Tiere waren das damals. Wir hatten sie von einem Schäfer." Aber diese Rasse war für den Schlossgarten zu temperamentvoll. "Sie sind übers Gatter gesprungen und waren dann im Park unterwegs", erzählt Vornholt. Gärtnerkollegen hätten ihm dann die Rhönschafe empfohlen, weil diese Rasse sehr ruhig sei. "Die schauen einfach und träumen vor sich hin", sagt er. Namen übrigens haben Theos Mitschafe bisher noch nicht. Auch ihr Geschlecht ist nicht bekannt. Sicher sei aber: "Lämmer bekommen sie nicht mehr."

Namen gesucht

Jetzt sind Sie dran, liebe Leser. Wir suchen Namen für die beiden Schafe, die zusammen mit dem wolligen Theo auf der Schlossparkwiese wohnen. Denn sie sind bisher namenlos. Eine kleine Herausforderung: Die Namen sollten sowohl für Weibchen als auch für Männchen passen, denn von Theo ist zwar bekannt, dass er ein Schafbock ist, bei seinen beiden Artgenossen aber ist das Geschlecht unbekannt. Schreiben Sie uns an tz-badhomburg@fnp.de.

Lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben Neues von den Schlosspark-Pfauen.

Von Christiane Paiement-Gensrich

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