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Feuerwehrchef Daniel Guischard (rechts) stellt die neuen Mitglieder Vivien Junghanns (Feuerwehr Stadt), Anna-Lena Stark, André Steingräber, Justin Ruthe, Richard Pippert (alle Gonzenheim) und Laura Pfarr (Dornholzhausen) vor.

Ehrenabend der Wehren

Mit diesen Problemen haben Einsatzkräfte zu kämpfen

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Beim Ehrenabend der Feuerwehr wurden am vergangenen Samstag im Kurhaus verdiente Feuerwehrleute geehrt. Doch auch ein gesellschaftliches Problem kam zur Sprache.

Für ihre Mitbürger sind die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen an 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche da. Da ist es nur gerechtfertigt, Magistrat und der Stadtkreisfeuerwehrverband einmal im Jahr langjährige und verdiente Mitglieder ehren. Und so waren die Grußworte an diesem Abend ganz des Lobes für das gesellschaftliche Engagement, der rund 700 Mitglieder in den sechs Wehren.

„Sie sind das Rückgrat der zivilen Sicherheit“, stellte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Alfred Etzrodt (CDU) klar und überbrachte gleichzeitig den Dank der Stadtverordnetenversammlung. Selbige vom Magistrat hatte auch Bürgermeister und Stadtkämmerer Meinhard Matern (CDU) im Gepäck. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, dass man die Feuerwehrleute zeitnah mit einer Parkberechtigung für die öffentlichen Parkflächen in der Stadt unterstützen könne.

Doch auch ein eher unangenehmes Thema sprach Matern, der auch Feuerwehrdezernent ist, an: „Verbale Beschimpfungen und Gewalt gegen unsere Einsatzkräfte sind unter keinen Umständen zu akzeptieren.“ Man werde solche Fälle konsequent bekämpfen und verfolgen, versprach er. Dies betonte auch Branddirektor Daniel Guischard: „Jede Entgleisung wird mit den Instrumenten des Rechtsstaats verfolgt.“

Doch auch ein anderes gesellschaftliches Thema beschäftigte den Brandbekämpfer. „Das Anspruchsdenken der Menschen steigt stetig“, so Guischard. Feuerwehren würden regelmäßig als Dienstleister und nicht als Hilfsorganisation gesehen. „Hier brauchen wir eine gesellschaftliche Diskussion darüber, was ein Notfall ist und was nicht.“ Man nehme eine Veränderung in Wahrnehmung und Respekt wahr. Dieser Entwicklung müsse man Einhalt gebieten: „Als Demokraten, Zivilpersonen und Bürger“.

Mit Freude konnte Guischard dagegen berichten, dass verschiedene Projekte im vergangenen Jahr vorangetrieben oder zum Abschluss gebracht werden konnten. Exemplarisch nannte er die Erweiterung der Einsatzmittel für Einsätze mit ABC-Gefahren oder die Notstromausstattung, mit der die kritische Infrastruktur bis zum Jahresende besser abgesichert sein soll. Guischard: „Die Feuerwehr ist eine Konstante in unserer hektischen Zeit.“

Nach den umfangreichen Reden, schritt man zu den Ehrungen. Zunächst wurden mehrere Neumitglieder auf die Bühne geholt, die von Guischard vorgestellt wurden. Anschließend folgten zahlreiche Ehrungen (siehe Kasten). Eine besondere Ehre zu Teil wurde Uwe Bubser aus Dornholzhausen. Der 62 Jahre alte Hauptbrandmeister wurde mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande in einer Sonderstufe für eine 50-jährige aktive Mitgliedschaft bedacht. „So viele Jahre in den Diensten der Feuerwehr zu stehen, ist etwas Besonderes“, sagte Guischard. Das sahen offenbar auch die Feuerwehrkameraden so, die sich zur Verleihung des Ehrenzeichens von ihren Stühlen erhoben.

(saj)

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