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Derzeit werden die alten Büros an der DuPont-Straße entkernt. Nächste Woche wird der Gebäudekomplex abgerissen.

Bürokomplex steht seit fünf Jahren leer

Auf dem ehemaligen DuPont-Grundstück in Ober-Eschbach soll man 2022 wohnen können

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Seit fünf Jahren steht der Bürokomplex auf dem ehemaligen DuPont-Grundstück leer. Jetzt haben im Gewerbegebiet Südcampus die Abrissarbeiten begonnen. In drei Jahren soll hier ein neues Wohngebiet mit 500 Einheiten entstanden sein.

Ober-Eschbach - Noch ist es da, das alte Bürogebäude auf dem ehemaligen DuPont-Gelände. Seit Mitte Dezember wird das mit vielen Seitenflügeln bestückte Gebäude entrümpelt und entkernt. In einzelnen Bauabschnitten werden Innenwände, Wandschränke und Teppichböden herausgeräumt. Auch die Fassadenverkleidung des Gebäudes ist teilweise schon verschwunden. Diverse Schutthaufen warten auf dem umzäunten und bewachten Gelände auf ihre getrennte Entsorgung.

Gebäudekomplex auf dem ehemaligen DuPont-Gelänge in Ober-Eschbach wird abgerissen

Ein Bagger mit 24-Meter-Ausleger zeugt davon, dass es bald gröber wird auf der Baustelle. Kommende Woche soll mit dem Abriss des Gebäudekomplexes begonnen werden. Im Dezember hat die Stadt der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH (WHS) die Abbruchgenehmigung erteilt. Das Ludwigsburger Unternehmen hatte das Areal vor einem Jahr vom Projektentwickler Rock Capital gekauft. Dieser hatte für das 4,4 Hektar große Gelände im Gewerbegebiet zwar ein Modell mit einer möglichen Wohnbebauung angefertigt – passiert war dort aber nichts. Seit fünf Jahren steht der Bürokomplex leer.

Ein Modell zeigt, wie sich das Wohnquartier an der Hewlett-Packard-Straße (links) entwickeln könnte; rechter Bildrand, Mitte: die Internationale Schule.

Doch jetzt geht es voran zwischen Hewlett-Packard-Straße und U-Bahn-Trasse. Ein rechtskräftiger Bebauungsplan liegt seit Dezember 2016 vor. Er sieht die Umwandlung des einstigen Gewerbestandorts in ein Wohngebiet vor. Maximal 52 000 Quadratmeter Geschossfläche dürfen dort entstehen. 50 000 Quadratmeter Wohnfläche will die WHS schaffen: 500 „moderne Wohneinheiten“ sollen entstehen. Zunächst hatte das Gebiet dichter bebaut werden sollen: 58 000 Geschossfläche und höhere Wohnhäuser waren vorgesehen. Doch der Ober-Eschbacher Ortsbeirat hatte auf eine Nachbesserung gedrängt.

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Doch noch laufen die vorbereitenden Arbeiten. Fledermäuse, die den Abriss hätten verzögern können, wurden in dem Gebäude nicht gefunden. Auf dem einstigen Parkplatz werfen derzeit Archäologen einen Blick in den Untergrund – schließlich wurden unweit der Baustelle am heutigen Autohaus sowie jüngst im Baugebiet „Am Hühnerstein“ in Ober-Erlenbach Spuren der einstigen keltischen Besiedelung gefunden.

Im Sommer geht die Bebauung des ehemaligen DuPont-Geländes in Ober-Eschbach los

Noch im Frühjahr soll das Gelände frei für die Bebauung sein. Im Sommer will die WHS die ersten Baustraßen für das neue Quartier „Wohnquartier Südcampus“ anlegen. Im Spätsommer oder Herbst soll der Hochbau losgehen; an den Plänen arbeiten die Architekten derzeit noch. Welche Gebäudetypen und wie viele Reihen- oder Einfamiliehäuser geplant sind, wollte die WHS gestern nicht beantworten.

Laut städtebaulichem Konzept sollen am südlichen Rand in Richtung Umgehungsstraße drei größere Gebäudekomplexe entstehen, die auch als Lärmschutz für die innen liegenden Häuser dienen. Diese Mehrfamilienhäuser wären für Wohnheime jedweder Altersgruppe geeignet. 100 der Wohnungen im gesamten Areal müssen barrierefrei sein. Eigentums- sowie Mietwohnungen sollen entstehen.

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Bei der WHS hofft man, dass 2021 oder 2022 die ersten Bewohner ihre neuen Wohnungen beziehen können. In der Südhälfte ist ein länglicher Gemeinschaftsbereich vorgesehen. Im westlichen Teil, vis-à-vis der accadis-Hochschule, hätte die Stadt gern einen kleinen „Campusplatz“, an dem sich auch kleine Versorgungseinrichtungen ansiedeln könnten. Gegenüber der accadis International School soll auf 2000 Quadratmetern eine Kita für 150 Kinder gebaut werden.

Bauprojekt auf dem ehemaligen DuPont-Gelände hat positive Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in Bad Homburg

Im Rathaus freut man sich, dass es vorangeht. „Jedes Wohnprojekt in Bad Homburg ist willkommen – gerade in Ober-Eschbach und Gonzenheim“, erklärt OB Alexander Hetjes (CDU). Alexander Heinzmann, Geschäftsführer der WHS, ist überzeugt, dass das neue, große Wohngebiet viele positive Auswirkungen auf den Bad Homburger Wohnungsmarkt haben wird. „Er steht nicht nur durch die gute Anbindung nach Frankfurt schon seit langem unter Druck: Die wirtschaftliche Stärke der gesamten Region sorgt für einen hohen Zuzug“, sagt er. Zusätzlich lasse der drohende Brexit die Bedeutung der Bankenmetropole auch international weiter zunehmen und werde neue Bewohner anziehen, glaubt Heinzmann.

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