Klinik-Areal und Maria-Scholz-Schule Bad Homburg

„Ein echter Gewinn“

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Kreis und Stadt haben intensiv um ihren „Mega-Klinik-Deal“ gerungen – jetzt ist das Paket geschnürt und die Politik am Zug.

Das Foto, auf dem Ulrich Krebs (CDU) und Michael Korwisi (Grüne) lächelnd und einträchtig nebeneinander sitzen, sollten sich der Landrat und der Bad Homburger Oberbürgermeister einrahmen lassen. Nicht nur, weil dies ein bislang eher seltener Anblick war, sondern auch, weil dieses Foto eines der größten Gemeinschaftsprojekte zwischen Kreis und Stadt dokumentiert. Die Bebauung des alten Klinik-Areals in die Wege geleitet, den Grundstückstausch Alte Feuerwache und Maria-Scholz-Schule eingetütet, das Vickers-Areal arrondiert, zwei neue Sporthallen geplant und weitere Räumlichkeiten für die Humboldtschule (HUS) gesichert – nicht zu Unrecht bezeichnete die TZ diese Vereinbarung als „Mega-Deal“.

Gestern nun stellten Krebs und Korwisi die Einzelheiten ihrer Vereinbarungen vor – zufrieden lächelnd: Der eine Vertrag regelt den Grundstückstausch, der andere die Zukunft des Klinik- und des Kerschensteiner-Areal. Wie bereits berichtet, stellt die Bebauung des Klinik-Geländes das Herzstück der Planungen dar. Rund 21 Gebäudekomplexe mit einer Geschossfläche von rund 36 000 Quadratmetern sollen auf dem Grundstück entstehen – davon sollen rund 20 Prozent preisgünstige Wohnungen sein. Darauf habe, so Landrat Krebs, vor allem die Kreis-SPD gedrängt. Außerdem ist auf dem Areal eine Kinderbetreuung vorgesehen.

Im Wesentlichen soll sich die Bebauung der Nachbarschaft anpassen. Geplant sind Gebäude mit fünf Vollgeschossen (zur Urseler Straße und zum Hessenring), vier Geschossen mit Staffelgeschoss (im Innenbereich) und drei Geschossen ebenfalls mit Staffelgeschoss (zur Taunusstraße). Noch nicht abschließend geklärt ist, ob noch ein B-Plan erstellt wird oder ob man nach Paragraf 34 (Orientierung an der umgebenden Bebauung) planen wird. Zwar müsse man noch den Investorenwettbewerb abwarten, doch Krebs und Korwisi schwebt ein Mix aus Single-, Zweizimmer- und größeren Wohnungen vor.

Desweiteren wurde vereinbart, dass die Stadt die Sporthalle in der Frölingstraße erhält, auf eigene Kosten abreißt und sie dem Vickers-Areal zuschlägt. Dem OB schwebt auch auf dieser Fläche eine Kita vor. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt, sich mit rund 3 Millionen Euro an dem Bau einer neuen Halle auf dem Grundstück der leerstehenden Kerschensteiner-Schule zu beteiligen. Auf dieser Fläche ist zudem weitere Wohnbebauung und ein nagelneuer Modulbau für die Humboldtschule vorgesehen. Krebs: „Wir haben mit Modulbauten in Usingen und Königstein gute Erfahrungen gemacht.“

Für den Neubau der Maria-Scholz-Schule hat man sich darauf geeinigt, dass die Grundstücke Feuerwache (hier soll die Schule samt Turnhalle und Betreuung entstehen) und aktuelles Schulgebäude (dort plant die Stadt Wohnbebauung) – jeweils rund 7000 Quadratmeter – getauscht werden. Das habe, so Krebs und Korwisi, den Vorteil, dass die Schule bis zur Fertigstellung des Neubaus am alten Standort verbleiben könne. Wichtig ist für Korwisi auch, dass der Festplatz unangetastet bleibt.

Die neue Schule und die Betreuung sollen auch eine Entspannung der Situation an der Landgraf-Ludwig- und der Hölderlinschule mit sich bringen. „Ein echter Gewinn“, so Krebs.

Abgerundet wird der Deal dadurch, dass das Gelände der ehemaligen Hausmeisterwohnung an der Paul-Maar-Schule herausparzelliert wird und die Stadt dort Wohnbebauung genehmigt. Den Erlös will der Kreis in die Finanzierung der neuen Halle an der Humboldtschule stecken. Für den Landrat sind die Vereinbarungen ein „fairer Interessenausgleich“ – und die Voraussetzung, um die bereits vorfinanzierten Großgeräte für die Hochtaunus-Kliniken abzulösen.

„Das ist ein für die Stadtentwicklung sehr, sehr positives Ergebnis“, resümierte denn auch Korwisi. Man löse mit den Verträgen zentrale Fragen der Stadt und Schulbauentwicklung. Nicht nur, dass man reichlich Wohnraum und ein attraktives Wohngebiet schaffe, man sei auch in der Lage, das Stadtbild zu polieren.

Nun sind die Gremien gefragt: Am 9. März wird im Kreistag über die Vorlagen abgestimmt. Der Magistrat der Kurstadt befasst sich am selben Tag mit den Verträgen (Korwisi: „Die größte Maßnahme meiner Amtszeit“). Die Stadtverordnetenversammlung soll den Deal am 26. März absegnen. Während der Landrat den Investorenwettbewerb für die Klinik-Bebauung gleich nach dem Kreistagsbeschluss in die Wege leiten kann, muss er bei der Scholz-Schule (Krebs rechnet mit dem Baubeginn Ende 2017), der HUS-Halle und dem Modulbau noch die Genehmigung seines Haushalts durch das Regierungspräsidium abwarten, die für den Juni erwartet wird.

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