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Ein Holzhaus für Dornholzhausen

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Zufrieden blickt der städtische Hochbauamtsleiter Enzo Spadano auf den Bauplan: Die neue Massivholzbau-Kita an der Dornholzhäuser Straße ist im Zeitplan. Die Wände werden außen allerdings noch verputzt.
Zufrieden blickt der städtische Hochbauamtsleiter Enzo Spadano auf den Bauplan: Die neue Massivholzbau-Kita an der Dornholzhäuser Straße ist im Zeitplan. Die Wände werden außen allerdings noch verputzt. © jp

Bald ist Richtfest für die neue Kita. Diese soll Ausweichquartier für die ganze Stadt werden.

Bad Homburg -Ganz am Rande der Kurstadt, auf der verbliebenen Wiese zwischen neuer Feuerwache und dem Lärmschutzwall zur Saalburgchaussee, entsteht derzeit Bad Homburgs erste Massivholz-Kita. Nicht, damit sie besonders gemütlich wirkt - auch wenn die hellen Nadelholzbretter, die jetzt im Bau zu sehen sind, tatsächlich Gemütlichkeit ausstrahlen. Die Stadt brauchte rasch Kinderbetreuungsplätze und nahm das Angebot eines auf Holzbau spezialisierten Generalunternehmers an.

Denn die Zeit drängt: Mitte 2023 soll die Kita in Betrieb gehen. Die ersten Mädchen und Buben, die in der Kindertagesstätte betreut werden, werden aber wahrscheinlich sonst nichts mit Dornholzhausen zu tun haben, denn das neue Gebäude wird zunächst als Ausweichquartier für andere Einrichtungen der Kurstadt gebraucht.

Das für sechs Gruppen und maximal 150 Kinder ausgelegte Gebäude wird zuerst vier Gruppen der DRK-Kita Spatzennest aufnehmen. Das DRK-Zentrum in der Promenade soll neu gebaut werden, und das geht erst, wenn es ein Ausweichquartier für die Kinder gibt. Zeitgleich kommen zwei Gruppen des Montessori-Kinderhauses aus Gonzenheim - das steht nahe der U-Bahn-Endstation, wo die Tiefbauarbeiten für die U-Bahn-Verlängerung anstehen. Und auch die Kita Gartenfeld ist wegen eines geplanten Umbaus schon in Warteposition, deren Kinder sollen anschließend - etwa in fünf Jahren - in die Dornholzhäuser Straße ausgelagert werden.

Zeitgleich mit der neuen Dornholzhäuser Kita wird eine Kita am Hühnerstein in Ober-Erlenbach hochgezogen, die ebenfalls nächstes Jahr fertig werden soll - die dortigen Betreuungsplätze werden aber komplett in der Umgebung gebraucht. Während in Ober-Erlenbach konventionell gebaut wird, probiert die Stadt in Dornholzhausen die Massivholzbauweise neu aus. Nicht nur geht das wegen der fertigen Holz-Module schnell, auch „der CO2-Abdruck ist besser, weil Holz nachwächst“, erläutert Enzo Spadano, Hochbauamtsleiter bei der Stadt. Auch auf das Raumklima ist er gespannt. Natürlich könne nicht jedes Haus künftig aus Holz sein, räumt Spadano ein - so viele Bäume gibt es nicht. 430 Kubikmeter Massivholz wird für dieses zweistöckig geplante Gebäude verbaut. Deshalb wird diese Kita etwa eine halbe Million Euro teurer (insgesamt rund 6,5 Millionen Euro brutto) als jene in Ober-Erlenbach, die ebenfalls für sechs Gruppen vorgesehen ist.

Turnräume auch für Externe nutzbar

Apropos gemütlich: Von außen wird man an der Dornholzhäuser Straße vom Holz bis auf „einige Elemente“ nicht mehr viel sehen, wenn die Kita einmal fertig ist. Denn das Gebäude muss ja gedämmt werden und wird anschließend ganz normal verputzt. Innen dagegen werde auf etwa der Hälfte der Wandflächen das Tannen- oder Kiefernholz sichtbar sein. Es wird also doch behaglich. . .

Ohne Beton geht es aber doch nicht. Tatsächlich werden in der Massivholz-Kita 450 Kubikmeter davon stecken. Denn die Bodenplatte, die Zwischendecke und das Treppenhaus sind aus Beton. Damit seien sowohl der Brandschutz als auch ein Schallschutz gewährleistet, sagt Spadano. Außerdem wirkt der Beton als Speichermasse - speichert Raumwärme oder -kühle länger als Holz es tun würde. Das spart Energie.

Die Zwischendecke wird derzeit gegossen. In den nächsten Wochen wird darauf der erste Stock aufgesetzt, wieder mit Holz-Elementen, bevor noch in diesem Monat das hölzerne Flachdach aufgebracht wird. In jeder Etage werden drei Kita- oder Krippengruppen Platz finden. Im Erdgeschoss entstehen Mehrzweck- und Turnräume, die abends auch von Vereinen genutzt werden können. Weitere Stockwerke sind vom Bebauungsplan her nicht vorgesehen. „Im September feiern wir Richtfest“, ist sich Spadano sicher.

Ist das Gebäude fertig, wird auf der Wiese in Richtung Chaussee noch ein Spielplatz angelegt. Dafür wurde das normalerweise feuchte Gelände etwas begradigt, aber nicht zu sehr: Es soll auch einen Rutschhügel geben. Langfristig ist zwischen dem zur Kita gehörenden Spielplatz und der Fußgängerbrücke nach Kirdorf noch ein öffentlicher Bolzplatz geplant. Dann hat die Stadt ihre Wiese vollgebaut.

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