1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Bad Homburg

Einbrecher muss sieben Monate hinter Gitter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Heinz Habermehl

Kommentare

Mit dem Gesetz steht der 39 Jahre alte Frankfurter auf dem Kriegsfuß. Nicht weniger als 18 Vorstrafen hat er schon auf dem Kerbholz. Jetzt muss er wieder ins Gefängnis einrücken

Nachts gegen 2.50 Uhr am 5. Juni vergangenen Jahres machten sich zwei Männer mit großen Schraubenziehern am Rollladen eines Kiosks nahe des alten Kreiskrankenhauses zu schaffen. Doch als ein Polizeiwagen sich mit eingeschaltetem Martinshorn näherte, brachen sie ihr Vorhaben ab und machten sich aus dem Staub. Als sie aber merkten, dass der Polizeiwagen nicht ihretwegen unterwegs war, kehrten sie zurück.

Ihr Pech: In der Zwischenzeit war ihr Tun einem Zeugen aufgefallen, der deswegen die Polizei alarmiert hatte. Die rückte diesmal ohne Martinshorn an und schnappte einen 39 Jahre alten Frankfurter mit 1,8 Promille im Blut. Seinem Begleiter gelang dagegen unerkannt die Flucht.

Nun stand der 39-Jährige, der 1998 aus Russland nach Deutschland gekommen war, wegen versuchten schweren Diebstahls vor Gericht. Für den Angeklagten ein gewohntes Terrain, denn er hat bereits 18 Vorstrafen auf dem Kerbholz. Aufgrund seiner kriminellen Vergangenheit hatte er schon einige Haftstrafen verbüßen müssen. Nun kommen sieben weitere Monaten hinzu, für die es keine Bewährung gab.

Mit Schwarzarbeit

Wie das Gericht über die Dolmetscherin erfuhr, ist der Mann seit seiner Einreise noch keiner festen Arbeit nachgegangen. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er über Sozialleistungen und, da staunte selbst die Richterin, mit Schwarzarbeiten. Für eine legale Beschäftigung hätten seine Deutschkenntnisse nicht gereicht, behauptete er.

Ihre Fragen, warum er in jener Tatnacht nach Bad Homburg gekommen und wer sein Begleiter gewesen sei, blieben unbeantwortet. Er wisse ob des Konsums von Alkohol, Kokain und Cannabis nicht mehr, warum er hierhergekommen sei. Im Übrigen kenne er den nächtlichen Begleiter nicht näher, erzählte er. Sein Verteidiger brachte noch eine Vweitere Variante in die Verhandlung ein: Sein Mandant habe gar nicht in den Kiosk einbrechen wollte, sondern nur eine Schlafstelle gesucht, erklärte er.

Aus Haft entlassen

Negativ für den Angeklagten war, dass er erst wenige Tage zuvor aus der Haftanstalt entlassen worden war, und dass er, obwohl er laut eigener Aussage zu dieser Zeit an einem Methadon-Programm teilnahm, Alkohol und Betäubungsmittel konsumiert habe.

Der Verteidiger versuchte, für seinen Mandanten eine Strafe mit Bewährung zu erlangen. Der Mann werde sich bessern, führte er aus. Aber das lehnte die Richterin ab. „Zum Bessern hatte er lange genug Zeit“, sagte sie und folgte mit ihrem Urteil – sieben Monate Haft ohne Bewährung – dem Antrag der Staatsanwältin.

Der Angeklagte jedenfalls trug es mit Fassung. Nach der Verhandlung stand er gut gelaunt vor dem Gerichtssaal und unterhielt sich mit seinem Anwalt

Auch interessant

Kommentare