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Stadtführerin Heidi Delle bereitet mit ihrer Enkeln Sara die Vorträge ?Bad Homburg von A bis Z? vor und haben sichtlich Spaß dabei.

420. Vortrag

Eine Nachfolgerin steht bereit für "Bad Homburg von A bis Z"

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Auch wenn sie nach 35 Jahren noch lange nicht ans Aufhören denkt, hat Heide Delle vorgesorgt: Mit Enkelin Sara steht eine junge Frau bereit, den monatlichen Vortrag „Bad Homburg von A bis Z“ im Vertretungsfall zu übernehmen.

Als Heidi Delle im September 1983 ihren ersten Vortrag über Bad Homburg hielt, hieß der Kurdirektor Gernot Wendlandt, die Veranstaltung trug den Titel „Sonnentage in Bad Homburg“, fand in der Englischen Kirche vor 80 bis 100 Gästen statt und die Fotos wurden von Dias im 6x6-Format an die Wand projiziert. Vieles hat sich seither verändert, gleichgeblieben ist die Freude, mit der die Stadtführerin seit 35 Jahren jeden zweiten Dienstag im Monat die Schönheiten der Kurstadt vorstellt. Längst präsentiert Heidi Delle via Laptop und Beamer, bis auf die historischen Aufnahmen stammen alle Motive von der Hobbyfotografin, die auch schon einige Fotopreise errungen hat. „Und ich wechsele die Fotos auch immer wieder aus, denn natürlich verändert sich Bad Homburg“, erklärt sie.

Am kommenden Dienstag (Beginn 19.30 Uhr) jährt sich ihr Vortragsengagement zum 35. Mal: „Ganz zu Beginn ist es ein einziges Mal ausgefallen, da hatte ich zwar für Ersatz gesorgt, aber der kam nicht“, erzählt sie. Ansonsten standen die Besucher nie vor verschlossener Tür; ihre Reisen und sonstigen Verpflichtungen planen Heidi und Heinz Delle pflichtbewusst ein Jahr im Voraus um den zweiten Dienstag im Monat herum, in ganz seltenen Einzelfällen verschiebt sich der Vortrag um eine Woche: „Ich habe auch schon mit Schüttelfrost und Jetlag von den Schönheiten Bad Homburgs geschwärmt“, lacht sie.

Ans Aufhören denkt Heidi Delle noch lange nicht, doch sie ist vorausschauend und hat das Glück in Person ihrer Enkelin an ihrer Seite: Sara Delle Sancho könnte sich nämlich vorstellen, eines Tages in die Fußstapfen ihrer Großmutter zu treten – sofern Schule und Studium das zulassen, versteht sich. Mit Zustimmung der Kurverwaltung begleitet die Oberstufenschülerin ihre Oma seit einigen Monaten regelmäßig zu „Homburg von A bis Z“ und übernimmt peu à peu einzelne Buchstaben, acht sind es bislang: „Ja, ich wachse da langsam rein und könnte im Vertretungsfall einspringen. Und bei jedem Vortrag lerne ich noch was dazu, weil die Leute ja auch immer neue Fragen stellen“, so die fast 16-Jährige. Ihre Homburger Lieblingsgeschichte fängt übrigens mit „E“ wie „Elizabeth“ an: „Das trage ich zwar noch nicht selbst vor, aber ich höre es immer wieder gerne, wenn Omi von Eliza erzählt.“

Dass inzwischen weitaus weniger Besucher kommen als früher, als es noch viel mehr Kurgäste gab, macht der Referentin nichts aus: „Dafür sind die, die kommen, viel interessierter“, hat sie festgestellt. „Bad Homburg von A bis Z“, wie der Vortrag heißt, seit Heidi Delle mit ihren eigenen Fotos arbeitet, ist in den vergangen 35 Jahren mehrfach umgezogen, von der Englischen Kirche in die Orangerie („aber das war zu weit ab vom Schuss“), ins Kino im Kurhaus („da war es oft rappelvoll“) und seit etlichen Jahren in die Veranstaltungsräume des Kurhauses, meist in den Salon Kleist.

Zum 420. Vortrag am kommenden Dienstag haben die Verantwortlichen einen größeren Raum gebucht, denn natürlich lässt man es sich seitens der Stadt nicht nehmen, der fleißigen Stadtführerin zum Jubiläum zu gratulieren.

Dann wird nicht nur Sara dabei sein, sondern auch der Rest der großen Delle-Familie, auf die Großmutter Heidi so stolz ist. Und umgekehrt: „Sie ist ein großer Familienmensch, immer nett zu jedem, immer hilfsbereit – und fotografierverliebt“, beschreibt Sara ihre agile Omi. Weil Heidi Delle aber nicht nur „fotografier-“, sondern auch „Homburg-verliebt“ ist, hofft sie, dass sie ihre Vorträge noch viele Jahre lang halten kann: „Und ich würde mich natürlich freuen, wenn Sara das eines Tages übernehmen würde.“

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