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Keine Frage: Die Jury hattekeine leichte Aufgabe, aus diesen Bewerberinnen die neue ?Miss Taunus? zu küren.

Schönheitskönigin

Eine neue Miss für den Taunus

„Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die schönste im ganzen Land?“. Für den Hochtaunuskreis steht das nunmehr fest. In glamourösem Ambiente wurde die 23-jährige Altenpflegerin Jana Nickel am Sonntagnachmittag zur „Miss Taunus“ gewählt.

Graziös bewegen sich die Damen über den schicken Marmorboden. In elegante Abendkleidchen gehüllt schweben sie geradezu durch die Ritters Bar im Steigenberger Hotel. Ein gewinnendes Lächeln auf den Lippen, wandert ihr Blick nach rechts in Richtung eines langgezogenen Holztisches. Hier sitzen die wichtigsten Personen des Tages: 14 Juroren, die darüber entscheiden, wer sich in knapp drei Stunden „Miss Taunus“ nennen darf.

Eine Laufsteg-Schönheit nach der anderen passiert den Jurorentisch. Insgesamt 17 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 17 und 28 Jahren machen mit. Auf dem Spiel steht so einiges. Wer heute unter die besten Drei kommt, darf zur „Miss Hessen“-Wahl am 19. Januar in Gießen. Die dortige Siegerin qualifiziert sich für die „Miss Germany“-Endausscheidung. Organisiert werden die hessischen Wettkämpfe von William Balser als Subunternehmer der „Miss Germany Corporation“ (MCG). Der 61-Jährige ist ein alter Hase im Geschäft. „Die erste Modeschau, die Heidi Klum nach ihrem Durchbruch 1995 gelaufen ist, war von mir“, berichtet er stolz. Seit den 90ern fahndet er jedes Jahr nach dem „schönsten Mädchen Hessens“.

Zum ersten Mal findet die Wahl zur „Miss Taunus“ im Steigenberger statt. Balser freut sich, mit dem Hotel einen „elitären“ Rahmen gefunden zu haben. „Wir veranstalten schließlich kein Diskotheken-Wahlen“, sagt er. Worauf es ankommt? „Neben einem schönen Gesicht muss man sich präsentieren können und Charisma haben.“

Langatmige Erklärungen zum Weltfrieden, wie man sie vom amerikanischen Vorbild kennt, gibt es nicht. „Das wirkt doch gekünstelt“, sagt Balser. Kurz erzählen die Kandidatinnen von Job und Hobbies, das muss den Juroren reichen. Mitentscheiden darf auch Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). „Für die Stadt ist das eine gute Werbeplattform“, sagt er und fügt hinzu: „Bad Homburg ist die schönste Stadt Deutschlands, da passt ein Schönheitswettbewerb optimal.“ Mit Jutta Stockmann sitzt gar eine echte Expertin im Entscheidungsgremium. 1964 gewann die Bad Homburgerin die „Miss Hessen“- Wahl und findet: „Heutzutage geht es um die gesamte Person und nicht nur das Äußere. Das war früher anders.“

Ganz unwichtig ist das Äußere nun aber nicht, wie sich in Runde zwei zeigt. Hier geht’s im luftigen Sommerkleidchen weiter. Im wahrsten Sinne des Wortes müssen die Mädels jetzt eins: „Eine gute Figur machen“. Zu poppiger Dance-Musik laufen jeweils zwei Teilnehmerinnen gemeinsam ein.

Für die meisten ist es nicht der erste Schönheitswettbewerb. Lara-Chiara Behr war im vergangenen Jahr bereits bei der hessischen Endausscheidung dabei, darf sich als amtierende „Miss Mermaid“ zudem „Deutschlands schönste Meerjungsfrau“ nennen. „Klar, ich würde gerne einmal mit Modeln meinen Lebensunterhalt bestreiten“, erklärt die 17-jährige Frankenbergerin. Vorbild sei immer die ältere Schwester gewesen, die schon lange bei Schönheitswettbewerben mitläuft. „Ich konnte es kaum erwarten, bis ich mit 16 Jahren mitmachen durfte“, erinnert sie sich.

Die Schwester ist auch am Start. „Für mich steht der Spaßfaktor im Vordergrund“, sagt Natascha Behr (26). „Man wird geschminkt, macht sich zurecht und lernt neue Leute kennen.“ „Außerdem können wir so mal unsere teuren und selten getragenen Kleider vorführen“, ergänzt Lea Mellentin (23), während das Trio auf die Ergebnisse wartet.

Neue „Miss Taunus“ wird Jana Nickel, die vor der Studentin Angelika Raab (21 Jahre) und der Informatikkaufrau Jennifer Vogel (23) gewinnt. Mit ungläubigem Blick, aber strahlendem Gesicht, nimmt die 23-jährige Altenpflegerin die obligatorische Schärpe entgegen. Dabei war zu Beginn des Tages noch nicht klar, ob die Frankfurterin mitmachen darf. „Berufsbedingt hatte ich erst spät gemeldet und stand auf der Warteliste“, berichtet die Siegerin. Sie hatte Glück: Acht Teilnehmerinnen sagten ab. „Die Jana ist einfach ein natürlicher und herzlicher Mensch. Deshalb hat sie heute gewonnen“, sagt Mutter Ulla stolz. „Und Natürlichkeit siegt.“

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