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Oberbürgermeister Alexander Hetjes (2.v.l.) eröffnete die Ausstellung im Rathaus.

Informationen in Bad Homburg

Treffen sich ein Admiral und ein Bläuling: Neue Schau für die Artenvielfalt in Bad Homburg

Noch bis zum 24. Februar wird in der Bad Homburger Rathauspassage eine Ausstellung zum Thema biologische Vielfalt gezeigt. Unter anderem informiert diese auch über die verschiedenen Schmetterlingsarten, die in der Kurstadt herumflattern.

Bad Homburg - Unterhalten sich zwei Besucher in der Rathauspassage: „Oh ja, den Admiral habe ich hier schon oft gesehen“, sagt der eine und deutet auf eine Abbildung der dunklen, schwarz-rostbraunen Schönheit. Und der andere ergänzt: „Auch Bläulinge gibt es viele, die habe ich häufig in Gonzenheim angetroffen und auch schon fotografiert“. Die beiden Männer stehen vor einer großformatigen Tafel einer neuen Ausstellung zum Thema biologische Vielfalt und schwärmen von den verschiedenen Schmetterlingen, die in Bad Homburg herumflattern. 44 Tagfalterarten an der Zahl soll es beispielsweise im Kirdorfer Feld geben, wie eine der vielen Infotafeln Aufschluss gibt. Darauf heißt es weiter: „Bad Homburg ist außerordentlich reich an Schmetterlingen.“

Zudem betonte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) bei der Eröffnung der Ausstellung, die noch bis zum 24. Februar in der Rathauspassage zu sehen ist: „Ein Pluspunkt der Stadt ist die biologische Vielfalt, die wir hier haben. Bad Homburg ist eine grüne Stadt.“

Dies komme jedoch nicht von heute auf morgen, sondern daher, dass sich die Stadt seit vielen Jahren bemühe, die Vielfalt der Natur zu erhalten sowie zu erhöhen.

Facettenreiches Feld

Zwei Beispiele für den Facettenreichtum der Natur in der Kurstadt seien der Kurpark sowie das Kirdorfer Feld, deren Vorzüge auch in der Präsentation erläutert werden. Letztere besteht aus insgesamt 20 großformatigen Tafeln. Während ein Teil der Exponate aus der Wanderausstellung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) „leben.natur.vielfalt.“ stammt, beschäftigt sich ein weiterer Teil mit den Bad Homburger Natur-Highlights. Diese wurden von Mitarbeitern der Stadt unter der Ägide von Holger Fröhlich zusammengestellt.

Zu den großen Besonderheiten gehören das bereits erwähnte Kirdorfer Feld sowie der historische Kurpark, in dem 100 000 Quadratmeter der weitläufigen Wiesen seit 1990 extensiv gepflegt werden. Seitdem habe sich die Artenzahl in den Wiesen fast verdreifacht, berichtete Hetjes bei der Ausstellungseröffnung. Das Kirdorfer Feld bezeichnete er als „Edelstein“ der Natur. „Das Kirdorfer Feld ist eines der wichtigsten geschützten Gebiete in Hessen. Hier leben mehr als 100 geschützte Tierarten und viele seltene Obstsorten“, betonte der Rathauschef.

Und natürlich ist auch der 47 Hektar große Kurpark ein kleines Naturwunder und Zuhause vieler Tier- und Pflanzenarten. Um die zu schützen, sollen künftig Mäh-Inseln bei der Rasenpflege im Kurpark stehen bleiben, um für Schmetterlinge oder Bienen Rückzugsräume zu schaffen. Diese sollen auch durch die bereits bestehenden Blühstreifen an diversen Stellen in der Stadt gewährleistet werden.

Mäh-Inseln im Park

„Auch Sie im heimischen Garten können helfen, die biologische Vielfalt zu erhalten und zu unterstützen. Beispielsweise durch das Stehenlassen von Mäh-Inseln oder auch durch das Säen von Blühpflanzen“, forderte Hetjes die rund 50 Besucher der Ausstellungseröffnung auf. Diese und noch mehr Tipps sind ebenfalls auf einer der präsentierten Tafeln zu finden.

Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos, die Öffnungszeiten entsprechen denen der Rathauspassage. Die Präsentation bildet den Auftakt zu einer Reihe von Aktionen, die die Stadt in den kommenden drei Jahren zum Thema Natur anstoßen will. Eine davon ist der Film „Unser Saatgut – wir ernten, was wir säen“, der am 26. Februar, 19.30 Uhr, im Kurtheater gezeigt wird.

von Carla Marconi

Info: Weltweite Initiative

Weltweit und auch in Deutschland gehen die Bestände an naturnahen Freiräumen und die Zahl der Arten zurück. Die Vereinten Nationen haben deshalb die Dekade (zwischen den Jahren 2011 und 2020) der biologischen Vielfalt ausgerufen und alle Staaten aufgefordert, Initiativen zu starten. Aus diesem Anlass hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Maßnahmen angestoßen, unter anderem Ausstellungen zum Thema, die den Kommunen zur Verfügung gestellt werden. So wie die „leben.natur.vielfalt.“, die noch bis zum Sonntag, 24. Februar, in Bad Homburg zu sehen ist.

(cam)

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