Kur- und Verkehrsverein Bad Homburg

Eine Zierde für die Stadt

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Besonders schön restaurierte Fassaden hat der Kur- und Verkehrsverein (KVV) wieder ausgezeichnet – und auch den neuesten „Stein des Anstoßes“ ins Rollen gebracht.

Eine Hausbesitzerin in der Elisabethenstraße dürfte in absehbarer Zeit Besuch vom Postboten bekommen – mit einem Paket vom Homburger Kur- und Verkehrsverein (KVV) unter dem Arm. Darin enthalten der „Stein des Anstoßes“ aus pinkfarbenem Styropor und ein gerahmtes Foto. Darauf ist ein unansehnlicher Hinterhof abgebildet. „Das Haus in der Elisabethenstraße erhält das Prädikat ,Keine Zierde für unsere Stadt‘ und wird mit dem Stein des Anstoßes ausgezeichnet“, steht über dem Bild geschrieben.

Seit 25 Jahren würdigt der KVV aber auch vorbildlich gestaltete Fassaden in der Kurstadt. Bei der Jahreshauptversammlung wurden am Mittwochabend im Kurhaus fünf Immobilien ausgezeichnet und deren Besitzer geehrt; ein Sonderpreis ging an die Balkonanlage in der Kaiser-Friedrich-Promenade 87. Es handele sich insbesondere um denkmalgeschützte Häuser, die saniert wurden und damit zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen, sagte der KVV-Vorsitzende Wolfgang Herder.

„Seit einiger Zeit verleihen wir auch den Stein des Anstoßes. Er soll den Besitzern als Anregung dienen, sich um das vernachlässigte Objekt zu kümmern oder einen möglichen Käufer beziehungsweise Investor zu finden“, erklärte Herder und ergänzte: „In diesem Jahr hat sich die Jury für ein Gebäude in der Elisabethenstraße entschieden, die, zwischen Promenade und Louisenstraße gelegen, lange vernachlässigt wurde.“ Jene Auszeichnung konnte in der Vergangenheit tatsächlich etwas bewirken, wie man unter anderem am Haus der Altstadt und dem Lokschuppen sehen könne, so Herder.

Zunächst wurde das Wahrzeichen der Kurstadt, der Weiße Turm, prämiert. Die Urkunde nahmen Dieter Jung, Vorsitzender des Kuratoriums Bad Homburger Schloss, und der Kirdorfer Malermeister Josef Ernst entgegen. „Wir sind sehr stolz. Unser Dank gilt aber besonders den Bad Homburger Bürgern, die gespendet und das Projekt damit erst möglich gemacht haben“, betonte Jung.

Max-Werner Kahl war gemeinsam mit seiner Ehefrau ins Kurhaus gekommen. Dem Kronberger Architekten gehört die Immobilie in der Louisenstraße 84½ – ein Doppelhaus aus den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts. „Am Eingang finden wir eine sorgsam recherchierte Aufzeichnung der Geschichte dieser Liegenschaft. Das gute Beispiel von Herrn Kahl sollte den Nachbarn ermutigen, es ihm gleichzutun“, hieß es dazu in der Laudatio von Wolfgang Herder.

Es folgte das Haus von Peter Löw und Dr. Stephan Wetzel in der Louisenstraße 99, Ecke Kisseleffstraße. Jenes Gebäude verfügt mittlerweile wieder über zwei gusseiserne Balkons, einer wurde rekonstruiert und auch die Stuckdecken wurden während der Renovierung freigelegt.

Einen Balkon, ebenfalls aus Gusseisen, gibt es auch in der Kaiser-Friedrich-Promenade 87 zu bewundern. Die Auszeichnung sowie einen Blumenstrauß nahm Bettina Schnabel entgegen. Sie hatte auch die zuständige Architektin und eine Vertreterin des Handwerksbetriebes von der Thüringer Seenplatte mitgebracht, die den gesamten Balkon demontiert und in der heimischen Werkstatt fehlende Teile rekonstruiert und nachgegossen hatte.

In Abwesenheit wurden auch die Eigentümer der Kaiserlichen Küchenmeisterei, Schulberg 6, und das Gebäude in der Wallstraße 16 geehrt – sie erhalten ihre Auszeichnung ebenfalls per Post.

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