Mit Kurstadt-Power nach Monaco

Elektro-Rallye macht Station vor der Spielbank – Prinz Albert wartet schon

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Bad Homburg liegt nicht nur zwischen Tallinn und Monaco, sondern hat auch ausreichend Ladestationen für Elektroautos. Damit war die Kurstadt ein optimaler Zwischenstopp für eine ganz besondere Rallye.

Im Jahr 1930 war es, dass sechs Autos aus dem estländischen Tallinn in Richtung Monte Carlo aufbrachen. 90 Jahre später sind die geografischen Eckdaten dieselben, allerdings hat sich nicht nur die Zahl der Fahrzeuge verdoppelt, sondern auch die Technik revolutionär verändert. Die traditionsreiche Rallye hatte zwischen 1938 und 2011 eine „kurze“ Pause eingelegt. Erst 2011 wurde sie als Wettkampf für Elektroautos wieder ins Leben gerufen – mit Prinz Albert von Monaco als Schirmherrn.

Und so haben sich am 17. September zwölf Elektroautos von Tallinn aus auf den Weg nach Monte Carlo gemacht – und eine Rallye, die in das monegassische Fürstentum führt, muss ja fast schon zwingend Station in Bad Homburg machen. Gestern Mittag erreichten die Teilnehmer, darunter sechs Studenten-Teams aus verschiedenen Ländern, die Kurstadt. Treffpunkt war die Brunnenallee am Spielcasino. Doch bevor die Piloten dort eintrafen, wurden erst mal die Elektro-Tankstellen im Stadtgebiet angefahren, die Stadtwerkedirektor Ralf Schroedter eigens für die Rallye-Teilnehmer hatte blocken lassen. Im Kurpark wurden die Teilnehmer dann nicht nur von Schroedter, Kurdirektor Holger Reuter und Casino-Boss Lutz Schenkel in Empfang genommen, sondern auch von Jüri Tamm. Der Honorarkonsul von Monaco in Estland ist gleichzeitig auch Organisator des sogenannten Electro Marathons.

„Wir sind sehr froh, hier zu sein“, sagte Tamm und verwies auf die historischen Beziehungen zwischen Monte Carlo und Bad Homburg. Die Vorzüge der Kurstadt konnten die Teams jedoch nicht genießen, schließlich ging es am gleichen Tag – mit vollen Akkus – weiter nach Trier.

Außer drei Wagen von Tesla und sechs Nissans war ein Auto von 1958 der heimliche Star der Rallye. Dem Pobeda M-20 (Jahrgang 1958) – Chassis und Antriebskomponenten orientierten sich am deutschen Opel Kapitän von 1939 – wurde in liebevoller Kleinarbeit über drei Jahre hinweg ein Elektromotor mit einer 50-Kilowatt Batterie eingebaut. 1,8 Tonnen Gewicht, 40 PS, 130 Kilometer die Stunde Höchstgeschwindigkeit – dann schrumpft die Reichweite, die bei gediegener Geschwindigkeit bei 400 Kilometern liegt, rapide. „Albert mochte unseren Wagen am liebsten“, verriet Eigentümer Meelis Merilo. Der Prinz hatte die Fahrzeugflotte bereits beim Zwischenstopp in Hamburg unter die Lupe genommen.

Der zehn Tage lange Marathon reist insgesamt durch zehn Länder und 37 Städte. Das neue Format eines historischen Wettrennens ist für Jüri Tamm „eine ideale Möglichkeit, dem Publikum etwas Neues und Interessantes zu bieten, das in naher Zukunft von einem sehr praktischen Wert sein wird“.

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