Gerda Meinl-Kexel, die Gründerin der accadis-Gruppe, und ihr designierter Nachfolger, Professor Christoph Kexel, der seit 2010 mit in der Geschäftsleitung engagiert ist.
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Gerda Meinl-Kexel, die Gründerin der accadis-Gruppe, und ihr designierter Nachfolger, Professor Christoph Kexel, der seit 2010 mit in der Geschäftsleitung engagiert ist.

Seit 40 Jahren im Dienst der Bildung

Die Erfolgsstory der Bad Homburger accadis

  • Sabine Münstermann
    vonSabine Münstermann
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Vor 40 Jahren legte Gerda Meinl-Kexel in Bad Homburg den Grundstein von accadis. Inzwischen wurde daraus eine Bildungsgruppe vom Kindergarten bis hin zur Hochschule.

Bad Homburg -Mit zehn gebrauchten IBM-Kugelkopf-Schreibmaschinen eröffnete Gerda Meinl-Kexel am 1. Oktober 1980 in der Thomasstraße in zwei Zimmern ein Weiterbildungsunternehmen. Aus einem ersten Kurs für Maschinenschreiben über ein Selbstlernprogramm wurde bald die FTO - Fremdsprachen, Textverarbeitung, Organisation, ein Institut, das sich auf Kurse rund um Fremdsprachen und Office-Management spezialisiert hatte. Die Geschäfte liefen so gut - heute würde das vermutlich als gelungenes Start-Up in er Rubrik Female Entrepreneurship vermarktet werden - dass Meinl-Kexel in größere Räume in die Kisseleffstraße umziehen musste.

Mitte der 80er-Jahre gründete sie die Bad Homburger Akademie für Betriebswirtschaft und Fremdsprachen. Meinl-Kexel sagt: "Begriffe wie Work-Life-Balance waren damals noch nicht en vogue." Abgesehen davon hätten harte Arbeit damals und heute ihren Alltag bestimmt. Nur so habe aus der Akademie im Jahr 1990 die International Business School (IBS) entstehen können, die am Standort Dietigheimer Straße eines der ersten Bachelor-Programme in Deutschland anbot - eine entsprechende europaweit verbindliche Richtlinie wurde erst 1999 in Bologna zwischen den europäischen Staaten vereinbart. Meinl-Kexel: "Und dabei hieß es aus den Amtsstuben, dass es den Bachelorabschluss in Deutschland nie geben werde. . .".

Die IBS entwickelte Meinl-Kexel hernach unter dem Namen accadis - abgeleitet vom Lateinischen "ad campum discere" (an einem Ort lernen) - weiter. Das Ganze erfolgte in zwei Stufen: Zunächst wurde 2001 eine staatlich anerkannte Berufsakademie gegründet: die accadis International Berufsakademie. 2004 wurde in der Du-Pont-Straße (heute: Am Weidenring) die accadis Hochschule gegründet, eine staatlich anerkannte Fachhochschule, die sowohl duale Studiengänge als auch Bachelor- und Masterprogramme anbietet, wobei die beiden Bad Homburger Unternehmen Fresenius und die Deutsche Leasing zu den ersten und bis heute engsten Partnern gehören, wie Meinl-Kexel betont. Und "die Krönung der Promotion" gehört - in Kooperation mit der Northumbria University im Norden Englands - seit 2015 zum Programm der accadis. Die erste Doktorandin steht aktuell kurz vor dem Abschluss.

Nachfolge ist schon geregelt

Parallel zur Hochschule kümmerte sich Meinl-Kexel ("Man musste sich schon durchbeißen, flexibel sein, lernen, verbessern und so langsam Fuß fassen") um die frühkindliche Bildung und gründete 2004 die bilinguale accadis Pre School, einen internationalen Kindergarten; für Grundschulkinder eröffnete sie 2006 die accadis Elementary School. 2010 wurde das Gymnasium eröffnet, an dem Schüler mit dem Zertifikat International Baccalaureate, also dem internationalen Abitur, abschließen. 1200 Schüler und Studenten besuchen heute eine der vielen accadis-Einrichtungen in Bad Homburg.

"Als erfolgreiche Unternehmerin gilt es, bei einem solchen Jubiläum nicht nur zurückzuschauen, sondern mehr noch den Blick nach vorne zu werfen", sagt Meinl-Kexel. Deswegen ist ihr Sohn auch bereits designierter Nachfolger. Professor Christoph Kexel ist seit 2010 mit in der Geschäftsleitung engagiert und steht in den Startlöchern, die Führung zu übernehmen. Damit bleibt das Unternehmen weiter in Familienhand und ist die einzige Hochschule in Deutschland, die als Familienunternehmen geführt wird. Unter dem Slogan "#ONEaccadis" will er die Teilbereiche der umfangreichen accadis-Welt näher zusammenführen und dabei alle Bereiche ausbauen. Er sagt: "Es werden weitere accadis-Kindergärten in der Region entstehen, die Schüler- und Studentenzahl wird wachsen, eine zweite Turnhalle wird gebaut, die Hochschule bekommt - um Lehrer und Erzieher auszubilden - neben der School auf Business auch eine School of Education." Klare Botschaft im Jubiläumsjahr: Auch in den kommenden 40 Jahre sollte bei accadis keine Langeweile aufkommen. VON SABINE MÜNSTERMANN

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