Am Feuerwehrgerätehaus Ober-Erlenbach wurden gestern mobile Flut-Barrieren bereitgestellt. Außerdem wurde damit begonnen, Sandsäcke auszugeben.
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Am Feuerwehrgerätehaus Ober-Erlenbach wurden gestern mobile Flut-Barrieren bereitgestellt. Außerdem wurde damit begonnen, Sandsäcke auszugeben.

Hochwassergefahr in Ober-Erlenbach

Feuerwehr gibt vorsorglich Sandsäcke aus

  • Harald Konopatzki
    vonHarald Konopatzki
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Warnung des Wetterdienstes: Tauwetter und Regen lassen in den kommenden Tagen die Bäche anschwellen. Weil Ober-Erlenbach schon häufiger mit Hochwasser zu kämpfen gehabt hat, bereitet sich die Feuerwehr vorsorglich früh auf ein Steigen der Pegel vor. Busse werden umgeleitet

Bad Homburg -Neben dem Kampf gegen die Corona-Pandemie und nach den Problemen, die die Schneefälle der vergangenen Wochen verursacht hatten, müssen sich die Einsatzkräfte im Taunus nun der nächsten Herausforderung stellen. Die Kombination aus Tauwetter und Regen ließ am Donnerstagmorgen bereits die Bäche in den Hochlagen anschwellen, für Freitag ist eine Verschärfung der Hochwasserlage zu erwarten.

Besonders im Blick: der Erlenbach. In Ober-Erlenbach gab es in der Vergangenheit mehrfach größere Hochwasserereignisse. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region am Morgen eine zunächst bis Samstagabend geltende Warnung vor Tauwetter auch in den Taunus-Hochlagen ausgegeben, das zu einer Abflussmenge von 50 bis 70 Litern pro Quadratmeter führen könne. Dies entspräche der Niederschlagsmenge eines Starkregens, entscheidend ist jedoch, in welcher Zeitspanne das Wasser talwärts fließt.

Vorsorglich traf die Feuerwehr seit Donnerstagmorgen bereits Vorkehrungen und begann mit der Ausgabe von Sandsäcken an Anwohner.

Die Feuerwehr hat im Feuerwehrhaus Ober-Erlenbach, Ahlweg 3, eine entsprechende Ausgabestelle eingerichtet. Die Säcke können dort heute und in den kommenden Tagen jeweils von 9.30 bis 18 Uhr abgeholt werden. Bei akuter Hochwassergefahr ist das Feuerwehrhaus zudem ständig besetzt - auch im eigenen Interesse. Das Gerätehaus liegt so ungünstig am Bach, dass es in der Vergangenheit selbst schon von Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde. "Wir ergreifen diese Maßnahme rein vorsorglich", betonte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) gestern und verwies zudem auf die Eigenverantwortung von Hausbesitzern in Sachen Hochwasserschutz.

Hetjes und Feuerwehrchef Daniel Guischard werden die Lage in den kommenden Tagen genau im Auge behalten. Die Stadt will die Bürger informieren, wenn der Service wieder eingestellt wird.

Wegen der Hochwassergefahr ist der Ahlweg ab sofort für den Busverkehr gesperrt. Die Linien 2, 22 und 32 werden ab der Haltestelle Spessartstraße über Homburger Straße und Vilbeler Straße in den Schmalen Weg zur dortigen Ersatzhaltestelle geleitet. Zurück geht es dann über die Kleine Brückenstraße und die Homburger Straße auf den regulären Linienverlauf (Spessartstraße). Die Haltestellen "Ahlweg", "Friedhof" und "Erlenbach-Halle" entfallen. Die Linie 65 fährt ab der Haltestelle "Schmaler Weg" in selbigen zur Ersatzhaltestelle, die in dieser Zeit auch als Endhaltestelle fungiert, denn die Haltestelle "Erlenbach-Halle" entfällt in oben genannter Zeit

Die Hochwassergefahr im östlichstem Homburger Stadtteil ist bereits seit längerem bekannt. Seit mehreren Jahren werden auch entsprechende bauliche Maßnahmen diskutiert und untersucht, die bislang jedoch noch nicht umgesetzt wurden. Immerhin: Im Juli 2020 hatte das Parlament den Weg freigemacht, die Detailplanungen für den Hochwasserschutz für Ober-Erlenbach durchführen zu lassen. Im aktuellen Doppelhaushalt sind an "Mitteln für die Eindeichung des Erlenbachs im unmittelbaren Ortsbereich" für das vergangene Jahr 30 000 und für 2021 300 000 Euro bereitgestellt. Für die Bachrenaturierung von Eschbach und Erlenbach sowie für Mauern und mobilen Hochwasserschutz sind im Etat zusätzlich insgesamt 250 000 Euro vorgesehen.

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