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Der Flohmarkt im Kurpark kam für das Ehepaar Gundi und Rolf Croon wie gerufen. Denn sie haben ihren Hausstand verkleinert.

Schnäppchen

Flohmarkt in der Brunnenallee: Ein Paradies für Schnäppchenjäger

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Flohmarkt auf der Brunnenallee: Für eingefleischte Sammler und Schnäppchenjäger ist dieser Termin so wichtig wie Weihnachten. Kein Wunder, denn vieles was hier für kleines Geld neue Besitzer findet, hat eine tolle Geschichte zu erzählen.

Sonntagfrüh kurz nach 8 Uhr. Dass der Flohmarkt auf der Brunnenallee offiziell erst in zwei Stunden beginnt, hat nichts zu bedeuten. Längst sind alle Parkplätze rund um den Kurpark belegt, die Menschen strömen Richtung Orangerie, denn sie wissen: „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“

Die Homburger haben wieder ihre Kleiderschränke, Keller und Dachböden durchstöbert und bieten nun zwischen Orangerie und Kaiser-Wilhelms-Bad alles an, was man sich nur vorstellen kann. Eine junge Frau, deren Einkaufstrolley jetzt schon gut gefüllt ist, entdeckt ein schickes hellgraues Etuikleid mit Dreiviertel-Arm. Reine Wolle, René Lezard steht auf dem Etikett. Ruckzuck streift es die Homburgerin über T-Shirt und Short, lässt sich von den Umstehenden bestätigen, dass es ihr passt und super steht; kurz darauf ist das Designerstück für 20 Euro ihr.

Ein wenig weiter steht eine komplette Golfausrüstung zum Verkauf. Das ist jetzt per se keine Rarität, doch die zehn Schläger samt Tasche und Trolley zeichnen sich durch einen wunderbaren 60er-Jahre-Vintage-Charme aus. 50 Euro hätte die Verkäuferin gerne dafür, „aber Hauptsache ich muss es nicht wieder heimschleppen. Vielleicht stell’ ich es auch einfach unauffällig drüben auf den Golfplatz“, lacht sie.

Ob der

Tauchanzug in Größe 42

aus sieben Millimeter Neopren samt Füßlingen und Kopfhaube einen neuen Besitzer findet? Wundern würde es nicht, denn inzwischen ist es auf der Brunnenallee rappelvoll.

Ein riesiges Konvolut alter Tischwäsche aus schwerem Leinen, teils mit aufwändiger Lochstickerei versehen, haben zwei Schwestern aus dem Nachlass ihrer Mutter mitgebracht. Außerdem Bordüren von anno dazumal, darunter ein Stück Borte, das von 1880 stammen soll und mit Vier-Karat-Goldfäden durchzogen ist. Sachen gibt’s!

Bisschen traurig stimmt es, als sie die Autobiografie „Backstage“ des 2013 verstorbenen Fritz Rau schnöde direkt auf dem Kies liegen sieht. Wenige Tische weiter steht ein Exemplar von Ulrich Cannawurfs vergriffenem Bildband „Bad Homburg im 20. Jahrhundert“ für 230 Euro zum Verkauf. In der prallen Sonne, die jetzt gegen 10 Uhr schon ganz schön knallt, präsentieren Gundi und Rolf Croon ihre Schätze. Sie sind glücklich, dass sie bei der Vergabe der Plätze über die Warteliste noch zum Zug kamen. Nachdem sie ihren Hausstand verkleinert haben, ist der Flohmarkt eine prima Gelegenheit, sich von Dingen zu trennen, die sie in der Vergangenheit gesammelt haben und für die jetzt kein Platz mehr ist. So wie für die schwere handgearbeitete Häkeltischdecke aus Spanien, die jetzt für 30 Euro eine neue Besitzerin gefunden hat. „Die Geschäfte laufen gut“, freut sich der Arzt.

Doch wichtiger als das Pekuniäre ist für die meisten Händler und Käufer das Drumherum. „Es macht einfach riesigen Spaß, wir treffen hier so viele Bekannte“, freut sich Gundi Croon, die einen schicken kleinen Hut trägt: „Der ist noch original aus dem Salon Rosemann!“, strahlt sie.

Auch an den 22 Ständen des Kinderflohmarkts am Elisabethenbrunnen ist inzwischen schwer was los. Gerade hat eine frischgebackene Oma ein größeres Kinderhäuschen für den Garten erstanden. Bis der Kleine darin spielen kann, wird es zwar noch eine Weile dauern, doch für 15 Euro ist das bunte Teil auf jeden Fall ein Schnäppchen. Herrlich!

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