Nach seiner Renovierung wird der Dorische Tempel im Gustavsgarten erstmalig als Wirkungsstätte der Kulturnacht fungieren. Darüber - und vor allem über das bei den Sanierungsarbeiten gefundene Wandrelief des Erzengels Michael - freuen sich Astrid Krüger, Dr. Ursula Grzechca-Mohr, OB Alexander Hetjes und Dr. Bettina Gentzcke (v.l.).
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Nach seiner Renovierung wird der Dorische Tempel im Gustavsgarten erstmalig als Wirkungsstätte der Kulturnacht fungieren. Darüber - und vor allem über das bei den Sanierungsarbeiten gefundene Wandrelief des Erzengels Michael - freuen sich Astrid Krüger, Dr. Ursula Grzechca-Mohr, OB Alexander Hetjes und Dr. Bettina Gentzcke (v.l.).

Bad Homburg lädt zur Kulturnacht

Fotokunst in Bad Homburg unter des Erzengels strengem Blick

  • Sabine Münstermann
    VonSabine Münstermann
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Sämtliche Kulturnacht-Veranstaltungen in Bad Homburg finden unter Einhaltung der 3G-Regel statt und Corona-bedingt fährt kein Shuttle-Bus

Gold-gelockt ist sein Haar, golden auch sein Umhang unter den weißen Flügeln. In der rechten Hand trägt er die Lanze, in der linken das Schwert - und ein kleines bisschen grimmig schaut er drein, der Erzengel Gabriel, der als Putzintarsie an der Wand des Dorischen Tempels im Gustavsgarten von Maler Reinhold Schön geschaffen worden war. In den 1950-er Jahren. Das Wandrelief war lange unter anderer Farbe verdeckt und wurde bei den Sanierungsarbeiten des Tempels entdeckt, freigelegt und für 35 000 Euro - einen Teil zahlt das Landesamt für Denkmalschutz - wiederhergestellt. Darüber freuen sich die Leiterin des Stadtarchivs, Astrid Krüger, und vor allem die Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur und Bildung, Dr. Bettina Gentzcke. Letztere auch deswegen, weil dieses Kleinod nun im Rahmen der am kommenden Samstag, 30. Oktober, anstehenden Kulturnacht von den Besuchern zu bewundern ist, der Dorische Tempel ist als Veranstaltungsstätte nämlich mit dabei. Von 19 bis 22 Uhr werden dort Werke der Fotokünstlerin Vero Bielinski unter dem Titel "Muse" gezeigt. Einlass ist für maximal fünf Personen, im Freien vor dem Tempel gibt es eine Wartezone.

Shakespeares Klassiker und Kaisers Gemächer

"Unsere Kulturnacht gehört zu den schönsten herbstlichen Traditionen", sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), der sich freut, dass sie in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann - wenn auch unter eingeschränkten Bedingungen, denn alle Veranstaltungen werden nach der 3 G-Regel ablaufen (siehe Box). Bedeutet: Weil unter 3 G eben auch 1,50 Meter Abstand gehalten werden müssen, gibt's nicht so viele Sitzplätze. Dafür werden dann eben mehrere Auftritte hintereinander angeboten - zwischen den Veranstaltungen wird gelüftet und desinfiziert - , etwa in der Englischen Kirche. Dort tritt vor jeweils 80 Gästen Gitarist Zed Mitchell zwischen 19 und 21 Uhr auf, die Besucher können zudem die Ausstellung "Memory" von Huiza Müller-Lim besichtigen.

Im Kurtheater erwartet die Gäste die lange Shakespeare-Nacht. Mit Romeo und Julia, dem Sommernachtstraum und Macbeth werden drei Klassiker des Dichters in Kurzform aufgeführt, jeweils um 19.30, 21 und 22.30 Uhr.

Das Schaudepot im Horex-Museum öffnet ebenfalls seine Pforten. Zwischen 19 und 21 Uhr können jeweils maximal 20 Besucher auf eigene Faust allerhand Schätze aus der städtischen Sammlung und Bad Homburger Industriekultur erkunden. Museumsleiterin Dr. Ursula Grzechca-Mohr spricht von 40 000 Exponaten der Sammlung, da dürfte sich der Blick in die eine oder andere Kiste sicher lohnen. Zumal die Leiterin des städtischen Museums und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Peter Lingens, an diesem Abend für Fragen zur Verfügung stehen.

In der Villa Wertheimber zeigt das Stadtarchiv unter dem Titel "Gruß aus Bad Homburg" eine Auswahl historischer Postkarten, außerdem werden Führungen hinter die Kulissen des Archivs angeboten, um 19, 21 und 22.30 Uhr. Im Hölderlin-Zentrum gibt es zudem eine musikalisch untermalte Ausstellung zu Hölderlins Bordeaux-Aufenthalt im Jahr 1802 und dem daraus resultierenden Gedicht "Andenken" zu sehen. Eine Anmeldung hier ist nicht erforderlich, es können aber nur maximal fünf Personen zeitgleich die Ausstellung zwischen 19 und 22 Uhr besuchen.

Im Schloss werden stündliche Führungen durch die frisch restaurierten Museumsräume im Königsflügel angeboten - hier wohnten Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria, wenn sie nach Homburg kamen.

Außerdem warten Indie Folk im Speicher, die Ausstellung "Tempo! Alle Zeit der Welt" im Museum im Sinclair-Haus und ein Filmeabend in der Stadtbibliothek. Und natürlich fehlen auch die beiden Innenstadtkirchen nicht: Zum Auftakt der Kulturnacht erklingt um 18.45 Uhr Glockengeläut von St. Marien und der Erlöserkirche. In St. Marien gibt's danach ein Perkussion-Konzert der Band "ImPuls", in der Erlöserkirche wird, jeweils um 19 und um 21 Uhr, die Schauspielerin Anna Staab aus Dostojewskis "Tagebuch eines Schriftstellers" lesen. Außerdem steht eine Orgelvorführung auf dem Programm.

Anmeldung ist Pflicht

Für die verschiedenen Veranstaltungsorte der Kulturnacht gilt die 3 G-Regel. Teilnehmen kann nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Außerdem müssen sich die Teilnehmenden bei den Einrichtungen - mit Ausnahme der Kirchen - vor dem Besuch der Veranstaltung anmelden. Fürs Kurtheater melden sich Interessierte unter (0 61 72) 178 37 10 oder per E-Mail an: info@bad-homburg-tourismus. de an, für die Englische Kirche unter (0 61 72) 100 41 14 oder per E-Mail an: kultur@bad-homburg.de, fürs Schaudepot im Horex-Museum unter (0 61 72) 100 41 33 oder per E-Mail an: museum@bad-homburg.de, fürs Schloss unter (0 61 72) 926 21 48 oder per E-Mail an: service@schloesser.hessen.de und für die Villa Wertheimber per E-Mail an die Adresse: stadtarchiv@bad-homburg.de oder telefonisch unter (0 61 72) 100 41 40.

Von Sabine Münstermann

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