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Leitet die Servicestelle "Älter werden" mit Herzblut: Sabine Schmidt.

Leiterin der Servicestelle Älter werden

Das ist die Frau, die in Bad Homburg jeder Rentner kennt

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Sie berät die Senioren der Kurstadt in allen Fragen des Alter(n)s – die Leiterin der Servicestelle Älter werden, Sabine Schmidt. Wer glaubt, das sei eine reine Verwaltungstätigkeit, bei der Ansprechpartner für dieses oder jenes Problem vermittelt werden, irrt. Schmidt krempelt nämlich ziemlich oft selbst die Ärmel hoch. Und fungiert nebenberuflich auch noch als Reisebüro. . .

Eine Fahrt an den Rhein, etwa nach St. Goar, wo’s auf das Passagierschiff „Rheingold“ nach Koblenz geht, oder nach Bingen, oder nach Linz, wo das Schiff nach Andernach fährt, wo die „Bäckerjungen“ an Deck kommen, oder nach Beilstein, dem „Dornröschen der Mosel“ – wie viele Busfahrten und Schiffsreisen Sabine Schmidt in ihrem Leben schon organisiert hat, weiß sie selbst nicht mehr. Man könnte allerdings, wenn man das so hört, meinen, dass sie ein Reisebüro leitet. Was sie irgendwie auch tut. Aber Tatsache ist: Sabine Schmidt ist keine Reiseverkehrskauffrau, sondern Leiterin der Servicestelle „Älter werden“ im Rathaus. Das Organisieren von Seniorenfahrten gehört allerdings zu ihrem Job dazu.

„Und es ist ein Teil meines Aufgabengebietes, den ich wirklich besonders gerne mache, auch wenn er mich jedes Jahr Nerven kostet“, sagt die 56 Jahre alte gebürtige Bad Homburgerin lachend. „Wenn morgens die Busse am Heuchelbach ankommen und 500 Senioren einsteigen wollen, geht es da schon zu wie in einem Taubenschlag. Da bin ich dann schon froh, wenn erst mal alle ihren Platz haben“, sagt Schmidt. Nicht, dass die Frau irgendetwas aus der Ruhe bringen könnte – „ich bin schließlich gelernte Erzieherin“, sagt sie und lacht wieder.

Schmidt hat im Jahr 1987 im Rathaus angefangen, damals hieß ihr Fachbereich noch „Altenhilfe“. Als Quereinsteigerin fühlte sie sich im Bereich Senioren gleich wohl und setzte nach der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten noch einen Fachwirt drauf. „Die jährliche Seniorenfahrt organisierte ich schon damals, ebenso die Kammerkonzerte im Frühjahr und im Herbst und die Stadtranderholung am Peter-Schall-Haus.

Erholung für Ältere

Hat sie da nicht was verwechselt? Das sind doch die Sommerferienspiele für Kinder. . . ? Schmidt lacht lauthals und sagt: „Wir bieten das Pendant zu den Kinderspielen alljährlich auch für Senioren an, mit Essen, Bingo-Spielen, Gymnastik, im Liegestuhl Faulenzen. Wären Sie über 60, wüssten Sie das.“

In der Tat, es dürfte in der Kurstadt nur wenige Senioren geben, die von den speziell auf ihre Altersgruppe zugeschnittenen städtischen Angeboten noch nichts gehört haben, vor allem nur sehr wenige, die Sabine Schmidt nicht kennen. „Ich kann samstags kaum durch die Louisenstraße laufen, ohne dass mich jemand anspricht. Meine Nichte sagte, ich solle mir ein Schild mit ,Guten Tag, schön, Sie wiederzusehen‘ umhängen.“

Was für andere vielleicht zu anstrengend wäre, wenn sich der Beruf eben auch bis ins Privatleben ausdehnt, ist für Schmidt „so, wie es sein muss“. Sie könne nicht einfach am Nachmittag aus dem Büro gehen, wenn vor der Tür noch jemand stünde, der ihre Hilfe brauche. Und hilfesuchende Senioren gebe es viele. Schmidt sagt: „Die Menschen kommen in allen Lebenslagen zu mir, ob sie Probleme mit dem Telefonanbieter haben, mit dem Computer oder mit dem Enkelkind, ob sie finanzielle Sorgen plagen oder Trost brauchen. Ich bin ihre Ansprechpartnerin.“

Wo es gutes Essen gibt

Oft vermittelt Schmidt zu anderen Fachstellen oder zuständigen Behörden und Kooperationspartnern in der Stadt, noch öfter nimmt sie die Dinge selbst in die Hand. „Da kam doch vor einigen Jahren ein Senior zu mir, dessen Frau gerade gestorben war und der sich mit dem Gedanken trug, in ein Seniorenwohnheim zu ziehen. Was ihn umtrieb, war die Sorge, wie das Essen dort sein würde. Er wollte von mir wissen, ob ich ihm da helfen könnte.“ Konnte Schmidt natürlich nicht, „es gibt ja keinen Gourmetführer für Altenwohnheime“. Was es aber gibt, und natürlich hat auch das Schmidt initiiert, ist dies: Einmal im Monat treffen sich zwischen 30 und 50 Senioren – und zwar bei Wind und Wetter – im Haus Luise zum Abendessen. „Dieser Termin ist aus der Stadtranderholung entstanden. Ich habe dem Mann gesagt, wenn er die Küche einer Seniorenresidenz mal testen möchte, wäre das eine gute Gelegenheit.“ Der Mann kam – und gehört seither zu den Stammgästen.

Wer Sabine Schmidt noch nicht kennt oder ihre Hilfe braucht, erreicht die Seniorenbeauftragte der Stadt im Rathaus unter (0 61 72) 100 55 55. Und wer Interesse an der Seniorenfahrt hat: Die nächste führt am 25. Juni nach Seligenstadt.

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