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Ein WLAN-Zeichen weisst auf das Angebot hin.

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Freies Surfen in Bad Homburg soll erweitert werden

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Freies WLAN für alle Innenstadtbesucher – dieses Ziel hat sich die Verwaltung in Bad Homburg gesetzt. Zudem sollen künftig Besucherströme genauer gezählt werden.

Wie viele Menschen haben das Weinfest besucht? Wie viele Besucher waren auf dem Laternenfest? Die Bestimmung von Besucherzahlen bei großen Veranstaltungen war bislang eine Mischung aus Kaffeesatzleserei und mühevoller Arbeit. Die Ein- und Ausfahrten aus Parkhäusern dienten beispielsweise als Maßstab – wobei man nie genau sagen konnte, ob die Familie, die gerade ins Parkhaus gefahren war, auch wirklich das Fest in der Kurstadt besuchen wollte oder nicht. Um die Daten zu konkretisieren, wurde zusätzlich noch ordentlich geklickert – will heißen, die Besucher wurden mittels Handzählgerät durchnummeriert. Ein Besucher, ein Klick, ein mühsamer Job.

Das soll sich in Bad Homburg jetzt ändern, denn hier zählt man künftig auf und vor allem mit Ipster. Das Unternehmen aus Steinau an der Straße bietet seinen Kunden unter anderem „freies, rechtssicheres WLAN und Informationssysteme“ an. Über Zugangspunkte lassen sich dabei Passantenfrequenzen messen. Und wie funktioniert das? Ganz einfach: An bereits vorhandenen und noch zu installierenden WLAN-Routern werden die Ipster-Boxen angeschlossen. Diese sind dann in der Lage, Besitzer von Handys, deren WLAN eingeschaltet ist, zu erfassen. „Wir wissen dann genau, wann sich Gäste unserer Stadt wo aufgehalten haben. Das ist für die Analyse enorm wichtig“, freut sich der kaufmännische Leiter der Kur- und Kongreß-GmbH, Holger Reuter. Die Zahlen sollen dann der Planung von neuen Projekten und Aktionen dienen – ähnlich wie die Analyse der Klicks einer Homepage. Anhand des Bewegungsprofils der Besucher lässt sich nämlich erkennen, zu welchem Zeitpunkt sich Personen wo aufgehalten haben. Ipster arbeitet bereits mit anderen Kommunen wie Bad Orb, Alsfeld oder Gründau zusammen.

Und in Zeiten, da Firmen wie Facebook, Amazon und Google ihren einzigen Unternehmenszweck darin sehen, Daten abzusaugen, ist es natürlich von Vorteil, dass Ipster keinerlei personenbezogenen Daten sammelt – das versichert nicht nur das Unternehmen, sondern auch Stadt und Kur. „Die Messung erfolgt anonym und datenschutzkonform“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Wenn sich Smartphone-Besitzer eingewählt haben (Anmeldung: „ipster.me“), werden ihre Daten verschlüsselt und lediglich die Oberflächendaten gesammelt.

Letztlich ist die Datenerhebung aber nur ein Nebenprodukt bei dem Versuch, die Innenstadt von Bad Homburg flächendeckend mit einem öffentlichen und freien WLAN-Netz auszustatten. Das Citymanagement will das Gebiet, in dem kostenlos gesurft werden kann, nach und nach erweitern. Zunächst ist das Projekt, das Ende April gestartet werden soll, für eine sechsmonatigen Testphase vorgesehen. Am Kurhaus sowie am Waisenhaus- und Marktplatz sind bereits Zugänge vorhanden. Die Stadt plant unter anderem eine Ergänzung der vorhandenen städtischen WLAN-Angebote am Bahnhof und am Rathaus. Weitere Zugangspunkte zwischen der unteren Louisenstraße und dem Schulberg sind derzeit noch im Gespräch. Allerdings haben einige Geschäftsleute die Ipster-Box bereits installiert.

„Wer in der Innenstadt unterwegs ist, soll damit die Möglichkeit haben, jederzeit auf das Internet zuzugreifen, Informationen zu Sehenswürdigkeiten nachzulesen oder zu schauen, wo es gerade die besten Angebote gibt“, so Stadtsprecher Andreas Möring. Das Citymanagement setzt dabei auch auf die Kooperation mit Händlern und Gastronomen. In Zusammenarbeit mit ihnen sollen gezielt Hotspots gesetzt werden, die auf bestehenden Internetanschlüssen der Partner aufbauen.

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