+
Die Fußgängerbrücke zwischen Kirdorf und Dornholzhausen ist vorläufig gesperrt. Wie lange, ist noch nicht abzusehen.

Bohrkern-Untersuchung läuft

Fußgängerbrücke zwischen Kirdorf und Dornholzhausen wieder kaputt

  • schließen

Die Fußgängerbrücke zwischen Dornholzhausen und Kirdorf ist gesperrt, mal wieder. Schon 2009 musste sie saniert werden. Markus Philipp, der Leiter des Tiefbauamtes der Stadt, stand dem Dornholzhäuser Ortsbeirat am Montag Rede und Antwort – auch wenn Letztere noch sehr vage war.

Über rege Bürgerbeteiligung konnte sich der Ortsbeirat Dornholzhausen am Montagabend wahrlich nicht beschweren. Die Sitzung war gut besucht – und das war auch zu erwarten. Immerhin stand das Thema Fußgängerbrücke zwischen Dornholzhausen und dem Nesselbornfeld in Kirdorf auf der Tagesordnung. Ortsvorsteher Hans-Peter Mayer (CDU) war so klug, gleich jemanden einzuladen, der erklären konnte, was mit der Brücke eigentlich nicht stimmt, warum sie wieder gesperrt werden musste und vor allem – wann sie wieder geöffnet wird. Die Antwort auf die letzte Frage blieb Markus Philipp, Leiter des Tiefbauamtes Bad Homburg, zwar schuldig, aber die anderen Fragen, die konnte er detailliert beantworten.

Die Stadt habe die Brücke immer im Blick gehabt und hatte eigentlich vor, Geld im Haushalt einzustellen, um gegebenenfalls reagieren zu können. „Wir sind von der Sache selbst überrascht worden“, sagte Philipp.

Kein Zusammenbrechen

Die Sorge der Bürger, die Brücke könne zusammenbrechen, die konnte Philipp gleich zerstreuen. Der Schaden ist nämlich an der Rampe. Das Mittelteil ist nicht betroffen, zumal es auf einem Fundament steht. Aber im Aufgang, der sogenannten Anrampung, sei ein Teil des Belages zerbrochen. „Noch mal: Das bedeutet nicht, dass die Brücke zusammenbricht, Aber wir als Straßenbaulastträger müssen unserer Sorgfaltspflicht nachkommen und hatten gar keine andere Möglichkeit, als die Brücke zu sperren.“

Der Belag in diesem Bereich sei nur zehn Zentimeter dick, fünf Zentimeter Asphalt, darunter fünf Zentimeter Stahl und Beton. „Wenn da ein paar Schulkinder hüpfen, besteht einfach Verletzungsgefahr. Das Risiko können wir nicht eingehen“, sagte Philipp. Viel wichtiger aber ist, ob das Bauwerk an sich Schaden genommen hat. Und deswegen steht erst einmal eine Bohrkern-Untersuchung an, die zeigen werde, ob „wir noch mal mit einer kurzfristigen Sanierung weiterkommen oder ob wir mittel- oder langfristig agieren müssen“. Denn diese drei Varianten gebe es – je nachdem, wie gesagt, was die Untersuchung ergebe. Philipp rechnet damit, dass ein Ergebnis binnen zwei Wochen vorliegt. „Wenn es sich nur um einen kleinen Abschnitt handelt, dann wäre das zügig zu beheben.“ Denkbar wäre zum Beispiel auch eine Treppe als kurzfristige Ersatzlösung. Allerdings: „Auch das ginge nicht von heute auf morgen, denn wir müssten erst einmal einen Stahlbauer finden. Und der hat die Dinger ja auch nicht einfach auf seinem Hof herumliegen.“

Drei Varianten

Sollte es sich um eine größere Schädigung halten, dann sehe die Sache natürlich anders aus. „Wenn wir von einer langfristigen Variante, also Neubau, sprechen, dann muss praktisch alles neu gemacht werden. Dann würden wir die Brücke wohl auch behinderten- und radfahrergerecht mit Anrampung erneuern“, sagte Philipp, denn „natürlich würde in einem solchen Fall das Radfahrkonzept der Stadt Anklang finden. In einem solchen Fall allerdings, da machte Philipp keinen Hehl draus, „sind wir dann vermutlich bei einem Millionenprojekt“.

Den Hinweis von Bürgern, warum man nicht einfach eine provisorische Brücke neben die alte stellt, musste Philipp zurückweisen. „Wir hatten das auch überlegt.“ Aber eine Brücke brauche einen Unterbau – auch einen provisorischen. „Das geht also nicht.“

So oder so, es wird also vermutlich noch eine Weile dauern, bis Fußgänger wieder den direkten Weg von Kirdorf nach Dornholzhausen und zurück nehmen können. Um der Sache Nachdruck zu verleihen, beschloss der Ortsbeirat einstimmig, dass der Magistrat sich „unverzüglich“ darum kümmern soll, die Verbindung wiederherzustellen, und verwies auf die „unzumutbaren, zeitaufwendigen und gefährlichen Umwege“. Derzeit lässt die Stadt die kürzeste Alternative nach Dornholzhausen, die Strecke über die PPR-Kreuzung, als Umweg für Fußgänger ausschildern. Sie weist auch darauf hin, dass als zweite Möglichkeit der längere Fußweg über das Sportzentrum Nordwest, die Karlsbrücke und den Golfplatz zur Verfügung steht.

Kommentar von Sabine Münstermann:

Jetzt aber bitte richtig!

Die Fußgängerbrücke zwischen Kirdorf und Dornholzhausen ist eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen – vor allem für Schüler. Egal, ob Kirdorfer Grundschüler nach Dornholzhausen gehen oder ältere Dornholzhäuser etwa in die Gesamtschule am Gluckenstein: Über 200 Mädchen und Jungen passierten bislang täglich diese Brücke. Umso verständlicher der Unmut, der sich bei den Bürgern regt, wenn diese wichtige Achse plötzlich nicht mehr nutzbar ist.

Verständlich allerdings auch, dass die Stadt ihre Hausaufgaben – zumindest dieses Mal – richtig zu machen gedenkt und dazu vermutlich ein bisschen Zeit braucht.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2009 war die Brücke schon einmal zum Problemfall geworden und musste im Mittelteil ersetzt werden. Man hätte allerdings erwarten können, dass die kostspielige Reparatur etwas umfassender gewesen wäre und auch die Rampen im Blick gehabt hätte. Deswegen ist die Stadt gut beraten, nun keinen Schnellschuss abzugeben, sondern lieber zwei Mal zu prüfen, bevor sie wieder viel Geld – die Sanierung kostete damals insgesamt rund 150 000 Euro – für etwas ausgibt, das dann möglicherweise erneut nur ein paar Jahre hält. Abgesehen davon: Obendrein bietet die Sache jetzt durchaus die Chance, die Brücke ins neue Radfahrkonzept der Stadt zu integrieren. Bislang sind Radler darauf nämlich gar nicht vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare