Gäste bleiben vor der Tür

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OB Alexander Hetjes (CDU) hat sein erstes „Gate“ – das Hölderlin-Gate. Zumindest die BLB kritisiert die Verlegung der Hölderlinpreisverleihung scharf – und bringt neue Argumente.

OB Alexander Hetjes (CDU) hat sein erstes „Gate“ – das Hölderlin-Gate. Zumindest die BLB kritisiert die Verlegung der Hölderlinpreisverleihung scharf – und bringt neue Argumente. Wie berichtet, hatte der OB die Hölderlinpreisverleihung in einem Alleingang vom Kurtheater in die Englische Kirche verfügt. Begründung war unter anderem, dass das Kurtheater in den vergangenen Jahren stets nur unzureichend gefüllt gewesen sei. Zudem will Hetjes frischen Wind in die Veranstaltung bringen.

BLB-Chefin Beate Fleige nimmt Hetjes vor allem den Alleingang übel: „Dass noch nicht einmal die Jury in diese Veränderung einbezogen wurde, empfinde ich als besonders befremdlich, schließlich ist dieses Gremium ein wesentlicher Bestandteil dieser Preisverleihung.“

Und Fraktionschef Armin Johnert ist nicht von der Qualität der Englischen Kirche („Ein wunderschöner Ort für kleinere Konzerte und Ausstellungen“) als Ort der Preisverleihung überzeugt. Ein „heller und luftiger Ort“, wie es CDU-Politikerin Dr. Bettina Gentzcke gesagt hatte (wir berichteten), sei das Kulturzentrum jedoch nicht. Je voller es dort sei, desto stickiger werde die Luft.

Bleibt noch das Problem mit der Besucherzahl. Nur 80 der insgesamt 200 Plätze gehen in den freien Verkauf, der Rest an Ehrengäste. Dem steht gegenüber, dass in den vergangenen Jahren stets um die 200 Karten für die Verleihung im Kurhaus verkauft wurden. Von diesem Kreis, so Johnert, müssten in diesem Jahr viele vor der Tür bleiben.

Auch Peter Braun kann nicht verstehen, warum der OB nicht die Jury und deren Kompetenz in seine Überlegungen einbezogen hat. Auch das „neue Konzept“ ist für Braun nicht schlüssig. Dass ein prominenter Schauspieler eine Lesung halte, trage nichts zur Wertigkeit des Hölderlinpreises bei. „Für mich ist gerade das Besondere, dass der Preisträger aus seinem eigenen Werk vorliest“, so Braun.

Und auch die Begrenzung der Plätze ist Braun ein Dorn im Auge. Es sei unverständlich, Menschen, die gerne bei der Verleihung dabei wären, von vornherein auszuschließen. „Das ist dieses Preises nicht würdig, schadet eher seinem Ansehen.“

(col)

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