Trockenheit

Ganze Teile des Waldes in Bad Homburg sind abgestorben

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Fällungen im Hardtwald beunruhigen mitunter Bürger. Doch sie sind reine Pflege und kommen den bestehenden, kräftigeren Bäumen zugute, erläutert der Bad Homburger Stadtförster Günter Busch. Den trockenen Sommer hat der gesamte Wald allerdings weniger gut überstanden.

Die Homburger hängen an ihrem Wald. Stehen Fällungen an, sind viele entsprechend entsetzt. So wie kürzlich Roswitha Müllergroß, als sie im Hardtwald große Stapel von just gefällten Stämmen am Wegesrand entdecken musste. Tatort: Kreuzweg und Seulberger Grenzweg. „Das sind bestimmt 200 bis 300 gesunde alte Bäume – und das auch noch im Spätsommer, wo die Brutzeit der Vögel noch nicht zu ende ist“, beschwert sie sich.

Förster Günter Busch kann die Sache erklären. „Das war eine routinemäßige Durchforstungsmaßnahme“, sagt er. Es handelt sich um ein Gebiet, in dem vor allem Buchen wachsen. Die sind noch gar nicht so alt – etwa 70 Jahre. Alle fünf Jahre werden kranke Bäume oder solche mit ungeradem Wuchs herausgelöst. „Dann haben die andern mehr Platz und werden schneller dicker“, so Busch. Den Verlust werde man in zwei Monaten schon nicht mehr erkennen können, ist er überzeugt.

Die Maßnahme sei „so alltäglich wie das Straßenfegen“. Auch der Zeitpunkt sei bewusst gewählt, nämlich bevor der Herbst mit eventuellen Regengüssen einsetze. „Jetzt ist der Wald trocken, und wir haben mit unseren Harvestern keine Spuren hinterlassen“, sagt der Förster. Damit habe man ein weiteres Ärgernis, über das sich viele Bürger beschweren, vermieden.

Das Holz werde gewinnbringend verkauft – „auch das ist eine unserer Aufgaben“, sagt Busch. Denn mit ihrem Wald nimmt die Stadt auch Geld ein. „Unsere wichtigste Aufgabe ist aber die Nachhaltigkeit: nur das zu nehmen, was auch nachwächst.“ Und das sei im heutigen Buchenwald im Hardtwald der Fall. „Schon die Römer haben hier Bäume gefällt, und wir haben immer noch Wald.“

Was dem Wald allerdings tatsächlich zugesetzt hat, ist die lange Trockenperiode dieses Sommers, die immer noch anhält. „Ganze Teile des Homburger Waldes sind abgestorben“, erklärt Busch. Über Details und Konsequenzen berichtet der Homburger Förster in der nächsten Sitzung des Bau,- Planungs- und Umweltausschusses (BPU) am Dienstag, 23. Oktober, im Rathaus. In der Regel finden die Sitzungen des BPU um 18 Uhr im Sitzungszimmer 133 im ersten Stock statt und sind öffentlich.

Initiatorin dieser Information war die BLB, die im Zustand des Homburger Waldes durchaus politisches Thema sieht. Sie beantragte in der Septembersitzung des BPU, der Magistrat möge Busch zwecks Bericht einladen. „Wegen des heißen Sommers und der immer noch andauernden, erschreckenden Trockenheit wollen wir vom Förster wissen, wie es um den Stadtwald steht“, erläutert der Fraktionsvorsitzende Armin Johnert.

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