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Hier gibt?s kein Mittagessen mehr: Das ?Lokker?s? öffnet nur noch nach Vereinbarung. Ob die Kur das aber mitträgt, ist derzeit noch offen.

Gäste blieben aus

Gastronomie im Bahnhof schließt Restaurant und setzt auf Events

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Und ewig grüßt das Murmeltier: Auch dem vierten Pächter der Gastronomie im Bahnhof ist es nicht gelungen, ein Tagesgeschäft zu etablieren. Schon werden erste Stimmen laut, die für einen neuerlichen Pächterwechsel stimmen.

Die Gastronomie im Bad Homburger Bahnhof ist ohne Frage der Problembär der Kur- und Kongreß-GmbH. Erst dauerte es lange, bis das Restaurant „Zum Glück“ des renommierten Frankfurter Gastronomen Harry Dehnhardt im März 2014 (geplant war eigentlich Oktober 2013) überhaupt eröffnen konnte, dann hielt es sich gerade mal ein halbes Jahr. Im April 2016 übernahm dann Peter Kofler, auch nicht eben unerfahren, die Gastronomie, die nun unter „Kofler & Kofler“ firmierte. Die Liaison endete im September 2017 mit einem Paukenschlag: Kofler wurde vor die Tür gesetzt, juristisches Nachspiel inklusive. „Gambi“-Gastronom Michael Thalhofer sprang im Oktober 2017 mit dem „Wegners“ in die Bresche, sein Gastspiel endete aus persönlichen Gründen jedoch zum Jahresende.

Im April dieses Jahres dann der vierte Anlauf – das „Lokker’s“ eröffnete. Burger mit Süßkartoffeln, Chili oder Gemüsequiche sollten sowohl mittags als auch abends im Restaurant angeboten werden (so ist es noch immer auf der Homepage des Kulturbahnhofs zu lesen). Doch damit ist jetzt schon seit geraumer Zeit wieder Schluss: Das „Lokker’s“ hat jetzt nur noch „nach Vereinbarung“ geöffnet. Übersetzt heißt das, dass es kein Tagesgeschäft mehr gibt, sondern dass man nur noch für Veranstaltungen öffnet.

Der (jetzt ehemalige) Betriebsleiter Ugur Özcan bestätigt gegenüber der TZ, dass man das Tagesgeschäft abgeschafft habe und sich nun voll und ganz auf den Eventbereich konzentriere. „Damit können wir wesentlich besser leben“, so Özcan. Schließlich spare man die täglichen Personalkosten – will heißen: Den bisherigen Angestellten wurde gekündigt. Event-Personal habe man im „Lok 21“, dem anderen gastronomischen Standbein der Betreibergesellschaft, der Lok Event Verwaltungs GmbH. Özcan hat keine Bedenken, dass das „Lokker’s“ nur mit dem Eventbereich auskömmlich wirtschaften könne: „Wir haben jetzt gerade wieder bis Ende kommender Woche einen wahren Event-Marathon mit Tages- und Abendveranstaltungen.“ In dieser Zeit hätte man das Restaurant ohnehin nicht öffnen können.

Doch woran hat es gelegen, dass es mit dem Restaurantbetrieb nicht funktioniert hat? „Wir erreichen die Bad Homburger einfach nicht“, so Özcan. Das sei – nicht böse gemeint – sehr enttäuschend. Da habe man wahrscheinlich das gleiche Problem wie die vorherigen Pächter: „Die Homburger nehmen den Bahnhof nicht an.“ Dabei habe man viel Werbung betrieben und auch sämtliche Firmen in der Kurstadt angeschrieben und mit Angeboten gelockt. Vergebens.

Die neue Ausrichtung deckt sich allerdings nicht mit dem, was man mit der Kur vereinbart hatte. Dennoch hofft Özcan, dass die Kur das neue Konzept mitträgt, „denn ich bin überzeugt, dass wir noch wesentlich mehr Veranstaltungen verkaufen können“. Kurdirektor Holger Reuter ist wohl bewusst, dass man mit der Konzentration, von der man vergangene Woche erfahren habe, die

Fixkosten besser im Griff

hat. Ob das aber reicht, um eine angemessene Umsatzpacht zu erhalten, müsse man sehen. Viel schwerer wiegt wohl, dass man bei der Kur- und Kongreß-GmbH wesentlich lieber einen funktionierenden Restaurantbetrieb sehen würde – „wie es uns im Konzept auch vorgestellt wurde“, so Reuter. Wie es künftig weitergeht, wolle man zunächst im Verwaltungsrat diskutieren. Reuter: „Es gibt da noch keine abschließende Meinung.“

Andere Verwaltungsratsmitglieder, die namentlich nicht genannt werden wollen, sind da schon konkreter: „Ohne regelmäßige Gastronomie müssen die raus“, heißt es. Käme man insgesamt zu diesem Schluss, könnte es von Vorteil sein, dass bis jetzt noch kein endgültiger Vertrag mit der Betreibergesellschaft abgeschlossen wurde. Als Argument könnte auch dienen, dass das „Lokker’s“ in den ersten Monaten keine Pacht bezahlt hatte, zwischenzeitlich sollen rund 50 000 Euro aufgelaufen sein. Reuter betont allerdings, dass mittlerweile sämtliche Außenstände bezahlt worden seien.

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