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Klaus Himmel züchtet Zwerg-New-Hampshire-Hühner. In diesem Jahr wurde der Vereinsvorsitzende der Geflügelzüchter auch Vereinsmeister.

Lokalschau

Wie Geflügelzüchter Hühner und Tauben eine Schönheitskur verpassen

Bei der Lokalschau der vereinigten Geflügelzüchter Bad Homburg Dornholzhausen hatten die Züchter ihre Tiere so richtig herausgeputzt. 130 Hühner, Zwerghühner und Tauben zeigten sich von ihrer Schokoladenseite. Erstmals war auch eine französische, neue Rasse unter den vorgestellten Tieren.

Es ist Vorweihnachtszeit, Zeit, sich mal so richtig herauszuputzen. Jedenfalls gilt das für die Tiere der Bad Homburger Geflügelzüchter. Denn jedes Jahr um diese Zeit präsentieren die vereinigten Geflügelzüchter Bad Homburg und Dornholzhausen ihre schönsten Exemplare bei der heimischen Lokalschau. Und dafür werden die Hühner im Vorfeld gewaschen, gestriegelt und in Form gebracht. Schließlich zählt für eine gute Bewertung der optische Eindruck eines Tieres.

„Es gibt ziemlich viele Beauty-Produkte für Hühner, und jeder Züchter hat so seine eigenen Mittel, auf die er setzt“, erklärt Klaus Himmel, Vorsitzender des Vereins, der rund 40 Mitglieder zählt, darunter neun aktive Züchter. Himmel selbst nimmt ein einfaches, säurefreies Öl für seine Zwerg-New Hampshire-Tiere und bringt damit die großen Kehllappen der Zwerghühner auf Hochglanz. „Die Kehllappen sollten glatt und ohne Falten sein und leuchtend rot, ebenso wie der Kamm“, fährt der Vorsitzende weiter fort. Wichtig sei auch, dass die Brustpartie gut gefüllt und nach vorne gewölbt sei. Und auch hier müssen die Federn leuchten, bei Himmels Tieren ist es in goldbraun. Anders als bei anderen Rassen sind die Füße der New-Hampshire-Vögel gelb und auch diese sollten vor der Schau gewaschen werden, damit sie so richtig zur Geltung kommen. „Ich nehme einfach Wasser dafür, andere verwenden aber auch Vaseline“, meint Himmel. Mit Wasser hat er aber in diesem Jahr alles richtig gemacht, schließlich wurde er mit seinen Zwerghühnern Vereinsmeister.

Vereinsmitglied Wolfgang Klimmer erzählt von weiteren Tricks. „Gerade Hühner einer weißen Rasse müssen komplett gewaschen werden und dafür verwenden einige Kollegen sogar Hundeshampoo.“ „Kammglanz“ heißt ein Beautyprodukt, das etwas Alkohol enthält. Wird der Kamm damit eingerieben, wird die Durchblutung gefördert, wodurch die rote Farbe besser zur Geltung komme.

Zudem müssten sich einige Hühner, ebenso wie es bei menschlichen Damen der Fall sei, einer Kosmetikbehandlung vor einer Lokalschau unterziehen. Dazu gehöre – als Pendant zum Augenbrauenzupfen bei Frauen – auch das Federzupfen, wenn mal die ein oder andere Feder aus dem vorgegebenen Musterrahmen fällt.

Der wichtigste Beweggrund für die Mitglieder für die Haltung der Geflügel sei das Züchten selbst. „Die Arbeit mit den Tieren macht Spaß, außerdem können wir durch das Züchten auch für den Erhalt vieler alter Rassen sorgen“, bestätigt Vorsitzender Himmel.

Insgesamt wurden bei der diesjährigen Lokalschau 130 Tiere, darunter Hühner, Zwerghühner und Tauben, präsentiert. Bei den Tauben fielen vor allem die Fränkischen Trommeltauben auf, die eine Art Haube mit Pony auf dem Kopf trugen, die zuvor mit einer Nagelschere geformt worden waren. „Das ist immer wieder eine Menge Arbeit“, weiß der Vorsitzende.

Ebenso wie die Einführung neuer Rassen. Denn erstmals wurden in Dornholzhausen Tiere der französischen Art Bourbonnaise vorgestellt. „Dafür ist der Züchter extra nach Frankreich gefahren, hat sich die Hühner ausgesucht, sich mit ihren Merkmalen befasst“, erläutert Himmel. Noch wurden die Tiere bei der aktuellen Schau nicht bewertet, denn sie seien noch nicht vom Bundeszuchtverband anerkannt. Dies könnte sich jedoch bald ändern.

Bis dahin sind die Bourbonnaise in Dornholzhausen wahrscheinlich die einzige Hühner dieser Art in ganz Deutschland.

Von Carla Marconi

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