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Teamwork: Albert Mayr, Dagmar Giesecke und Dr.Julia Hefty lassen gemeinsam auf Knopfdruck das Steigenberger in Pink erstrahlen.

Förderverein gegründet

Gemeinsam gegen Brustkrebs

Es ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen: Jährlich erhalten 72 000 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Umso wichtiger, sich damit auseinanderzusetzen.

Die Idee stammt aus dem Amerika der 80er Jahre: Im „Pinken Oktober“ soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema Brustkrebs gelenkt werden. Zeichen der Kampagne ist eine pinkfarbene Schleife. Wie bereits im vergangenen Jahr möchten auch die Hochtaunus-Kliniken gemeinsam mit dem Steigenberger und der Stadt ein Zeichen im Kampf gegen Brustkrebs setzen: Das Steigenberger erstrahlt für eine Woche immer nach Einbruch der Dunkelheit in Pink.

Der Startschuss dafür fiel am Samstagabend mit einer Veranstaltung, bei der das Thema Brustkrebs im Mittelpunkt stand. Ein Teil des Erlöses des Abends kommt dem neu gegründeten „Förderverein Onkologie Hochtaunus-Kliniken. Die Lebensqualität im Fokus“ zugute. Zudem bietet das Hotel seinen Gästen diese Woche noch pinkfarbene Cocktails und Macarons an, wovon ebenfalls der Förderverein in Teilen profitiert.

„Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und die mit den jüngsten Patientinnen. Deutschlandweit gibt es jährlich 72 000 Neuerkrankungen“, erläutert die Leitende Oberärztin der Frauenklinik und Leiterin des Brustkrebszentrums der Hochtaunus-Kliniken, Dagmar Giesecke. „Über die Hälfte der erkrankten Frauen sind jünger als 65, jede zehnte ist jünger als 45.“ Die Hochtaunus-Kliniken sind seit 2012 von der Deutschen Krebsgesellschaft als Brustkrebszentrum zertifiziert. „Rund 170 Neuerkrankte im Jahr werden bei uns behandelt.“

Die Heilungschancen verbesserten sich stetig, was auch neuen Therapie-Optionen zu verdanken sei, sagt Giesecke. Doch auch eine nicht zu heilende Erkrankung sei nicht der Anfang vom Ende. Vielmehr erfolge eine oft langjährige Behandlung. Für alle Patienten müsse gleichermaßen neben der Behandlung der Erhalt der Lebensqualität im Fokus stehen. Um Brustkrebs-, aber auch andere Krebspatienten zu unterstützen, hat Giesecke gemeinsam mit Klinik-Chefin Dr. Julia Hefty die Gründung eines Fördervereins initiiert; sein Name: „Förderverein Onkologie Hochtaunus-Kliniken. Die Lebensqualität im Fokus“. Noch in dieser Woche soll die notarielle Beurkundung für die Eintragung ins Vereinsregister stattfinden. Den Vorsitz hat Giesecke übernommen, Stellvertreterin ist die Palliativmedizinerin Dr. Katharina Goll. Hefty ist Schatzmeisterin.

Die Idee für einen Förderverein entwickelte sich bei Giesecke über die Gruppe „Sport trotz Brustkrebs. Sie wurde mit Hilfe einer Spende des Steigenbergers aus der im vergangenen Jahr ebenfalls von Direktor Albert Mayr initiierten Aktion „Pinker Oktober“ gegründet. Zielgruppe seien Frauen in Therapie oder Reha, für die es kein anderes Angebot gibt, die vielleicht noch nie Sport gemacht und auch keinen Mut dazu haben, erläutert Giesecke. Für diese Frauen sei es gut, Sport mit Unterstützung durch ein vertrautes Team zu probieren und Selbstbewusstsein aufzubauen. Die Leiterin der Physiotherapie, Ute Kehnel, werde über die Erkrankung jeder Teilnehmerin informiert. Giesecke: „Seit Gründung im Dezember wurden 144 Einheiten durchgeführt, pro Termin kommen sechs Frauen.“ Die Gruppe, die unter anderem mit dem Landessportbund Hessen und der Frauenselbsthilfegruppe Bad Homburg kooperiert, ist als Einstieg in sportliche Aktivität gedacht.

Dass es Giesecke ein Herzensanliegen ist, Krebspatienten zu Sport zu motivieren, resultiert aus Forschungsergebnissen zu der positiven Wirkung von Bewegung in allen Phasen einer Erkrankung sowie als Prävention und Nachsorge. „Bewegung senkt das Sterblichkeitsrisiko, verringert das Rückfallrisiko und mildert die Nebenwirkungen einer Behandlung ab“, betont sie.

Der Förderverein soll künftig außer mit der Sportgruppe in weiteren Bereichen zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Ganz Unterschiedliches ist für Giesecke vorstellbar: Patienten könnten bei Fahr- oder Besuchsdiensten, häuslichen Hilfen oder auch bei der Anschaffung einer besseren Perücke unterstützt werden. Ein Beispiel: „Die Krankenkasse zahlt zwar eine Putzhilfe, wenn etwa die Mutter erkrankt ist. Doch das deckt häufig nur das Nötigste ab“, sagt Giesecke. Der Förderverein könne eine verbesserte Unterstützung von Mutter und Familie finanzieren, die letztlich zu mehr Lebensqualität führt.

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