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An der Gesamtschule am Gluckenstein muss sich baulich etwas tun. Noch ist unklar, ob es einen Neubau oder eine Sanierung gibt.

Schulsanierungen

Gesamtschule am Gluckenstein: Konkrete Pläne mit deutlichen Lücken

Die Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) ist ziemlich in die Jahre gekommen. Schon seit längerem warten Kollegium und Schüler darauf, dass sich etwas tut. Nun gibt es einen konkreten Zeitplan, doch ein wesentlicher Punkt ist noch offen.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 wird sich voraussichtlich auf dem Grundstück der Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) viel bewegen. Was genau, ist allerdings noch längst nicht geklärt. Denn es ist noch zu prüfen, ob eine Sanierung möglich und sinnvoll ist oder aber ein Neubau her muss. Derzeit stimmt der Hochtaunuskreis mit der Schule und dem Staatlichen Schulamt das Raumprogramm ab. „Wir sind gefragt, unsere Wünsche in die Planung mit einzubringen“, sagt Ursula Hartmann-Brichta und lobt die Zusammenarbeit mit dem Kreis.

Sie hat im Sommer die Leitung der Schule übernommen. In der Vergangenheit, so sei es ihr berichtet worden, habe sich lange Zeit nicht viel getan. „Jetzt hat offensichtlich die konkrete Planung begonnen.“ Geplant werde für eine Achtzügigkeit, auch wenn die Jahrgänge durchschnittlich siebenzügig seien. So bestehe Spielraum für künftige Entwicklungen.

Unterricht auslagern

In einem nächsten Schritt werde nun die Gebäudesubstanz untersucht, sagt Hartmann-Brichta. Von diesem Untersuchungsergebnis, das für Mitte 2019 erwartet wird, und dem Raumprogramm hänge es dann ab, ob eine Sanierung machbar ist oder ein Neubau erfolgen muss.

Kreissprecherin Andrea Herzig fügt an, dass in den Prozess auch eine Gegenüberstellung der Kosten zwischen Neubau und Sanierung einfließe. „Unabhängig davon, ob eine Sanierung oder ein Abriss und Neubau verwirklicht wird, muss mindestens ein Teil des Schulbetriebes – oder auch der komplette Betrieb – ausgelagert werden“, erläutert Herzig das weitere Vorgehen. „Da eine Auslagerung nicht nur auf dem bestehenden Grundstück erfolgen kann, ist vorgesehen, auch die Gebäude der jetzigen Maria-Scholz-Schule zu nutzen.“

Folglich müsse zunächst der Neubau der Maria-Scholz-Schule (MSS) fertiggestellt werden, um die GaG überhaupt in das alte Gebäude der MSS verlagern zu können. Der Neubau sei vermutlich nicht vor Ostern 2020 bezugsfertig, erläutert die Kreissprecherin. Daraus wiederum ergibt sich, dass mit einer Entkernung oder einem Abriss der GaG erst in der zweiten Hälfte 2020 begonnen werden kann. „Eine Sanierung des Gebäudes, wenn sie denn in mehreren Abschnitten erfolgen muss, wird sich bis 2023 hinziehen. Das würde bedeuten, ein saniertes Gebäude könnte vermutlich erst Ende 2023 oder Anfang 2024 in Betrieb genommen werden“, erläutert Herzig weiter.

Geld im Haushalt

Bei einem Neubau wäre der Zeitplan ähnlich. Für das kommende Jahr habe der Kreis bereits knapp 707 000 Euro in den Haushalt eingestellt, teilt Herzig mit. Insgesamt werde in einer ersten Kalkulation mit Kosten von rund 32,5 Millionen Euro gerechnet. Die Schule favorisiere einen Neubau.

„Die Eltern und Kollegen stellen sich vor, dass, wenn etwas Neues entsteht, unsere Ideen und Vorstellungen stärker in die Planung einfließen können“, sagt Hartmann-Brichta. Sie weist aber auch darauf hin, dass das Hochbauamt des Kreises betont habe, die Schule sei nach einer Sanierung nicht wiederzuerkennen. Als Beispiel nennt sie innenliegende Räume, von denen es derzeit einige gebe. Diese würden nach einer Sanierung über Lichthöfe erhellt. Um sich ein genaues Bild davon zu machen, wie der Kreis Schulen saniert beziehungsweise neu baut, will sie sich im kommenden Jahr andere Schulen ansehen.

Dass sie sich in den nächsten Jahren viel mit Bauthemen beschäftigen würde, wusste Hartmann-Brichta, als sie ihre Stelle im Sommer antrat: „Es war mir absolut klar, dass ich mich um eine Baustelle werde kümmern müssen“, sagt sie und lacht. Schließlich wurde das Hauptgebäude Anfang der 70er Jahre gebaut. Nur die Turnhalle wurde Anfang der 2000er Jahre saniert und 2011 ein Mensa- und Ganztagsgebäude errichtet. Ursula Hartmann-Brichta schreckt die Aussicht auf Baustellenbetrieb jedenfalls nicht. Vielmehr freut sie sich darüber, dass sich etwas tut.

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