Goldene Masken, prachtvolle Kostüme

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Der Hobbyfotograf Josef Katscher, Mitglied im Fotoclub Bad Homburg, präsentiert demnächst im Haus Luise einige seiner Werke. Es sind, passend zur nahenden Fastnachtszeit, farbenfrohe Impressionen vom Karneval in Venedig.

Wenn in Venedig Karneval gefeiert wird, bebt die ganze Stadt. Menschen mit den typisch venezianischen Masken und Gewändern sind allenthalben unterwegs, viele sehen aus wie Harlekins. Genau das erwartet man auch als Besucher, und zwar praktisch schon immer, denn der Karneval in Venedig hat eine lange Tradition. Nach Angaben von planet-wissen.de reichen die Ursprünge des venezianischen Karnevals weit in die Geschichte zurück: „Zum ersten Mal erwähnt wird er in einem Schriftstück aus dem Jahr 1094. Zu dieser Zeit begannen die Feierlichkeiten am 26. Dezember und endeten wie heute mit dem Aschermittwoch. Im 18. Jahrhundert begann der Karneval bereits im Oktober und wurde nur durch Weihnachten für einige Tage unterbrochen. Im 19. Jahrhundert geriet er in Vergessenheit, bis ihn im Jahr 1980 Künstler und Theatermacher wieder zum Leben erweckten. “

„Der venezianische Karneval, wie wir ihn heute kennen, mit den prachtvollen Kostümen und dem touristischen Spektakel, wurde meiner Meinung nach wiederbelebt, um Touristen auch im Februar anzulocken“, sagt Josef Katscher lachend und fügt hinzu: „Eigentlich spielt es aber auch keine Rolle, denn Tatsache ist, dass das Lebensgefühl, das die Menschen in ihren prachtvollen Kostümen um diese Zeit vermitteln, einfach einmalig ist – und für einen Fotografen definitiv etwas ganz Besonderes.“ Unzählige Motive habe er jedenfalls bei seinen Besuchen in der Lagunenstadt fotografiert, sagt Katscher. Und unter der Überschrift „Venezianische Ansichten“ stellt er vom 1. Januar an im Seniorenwohnheim Haus Luise in Dornholzhausen mehrere Dutzend seiner Werke aus.

Katscher, Jahrgang 1954, ist Bad Homburger und eigentlich Sparkassenbetriebswirt. Seine Leidenschaft fürs Fotografieren entdeckte er schon früh, nämlich bereits während seiner Banklehre im Jahr 1969. Anfangs waren es Diafilme, die er belichtete, im Jahr 2000 hatte er dann die ersten Berührungen mit der digitalen Fotografie. Seit dem Jahr 2007 macht er alle Fotos mit einer digitalen Spiegelreflexkamera. Übrigens einer Nikon, denn er ist, wie er sagt, „seit Jahrzehnten ein markentreuer Nikon-Fan“.

Mit seiner Kamera war er bereits sieben Mal in Venedig unterwegs, alleine drei Mal zum Karneval. Und hat im Nachgang jedes Mal Hunderte von E-Mails mit seinen Fotos verschickt. „Es ist nämlich so, dass die Leute in ihren Kostümen sich gerne auf Kommando in Pose schmeißen, viele setzen sich gekonnt vor Brücken in Szene. Aber dann möchten sie das Foto hinterher auch haben. Weswegen im Prinzip alle Kostümierten griffbereit im Handschuh ihre Visitenkärtchen mit der E-Mail-Adresse haben.“

So wie der Mann aus Köln, im goldenen Gewand, natürlich mit Maske und Fächer, den Katscher vor der Rialtobrücke abgelichtet hat. Die Augen hinter der Maske blicken geheimnisvoll. „Da muss man dosiert blitzen, um das einzufangen“, erklärt Katscher, denn sonst kämen die Augen hinter den Masken nicht zur Geltung.

Katscher weiß viel rund um den Karneval in Venedig. Etwa, dass nur wenige der Kostümierten und Maskierten Venezianer seien. „Ein Großteil kommt von überall aus der Welt, nur nicht aus Venedig“, sagt Katscher und deutet auf ein prachtvoll kostümiertes Paar, das er, Rücken an Rücken, vor einem Fenster fotografiert hat. „Die beiden hier kommen aus Bonames.“

Die meisten, die beim Karneval von Venedig mitmachten, arbeiteten das ganze Jahr über an ihrer prachtvollen Kostümierung. „Manche werden von Firmen gesponsert, manche von Modehäusern, aber viele finanzieren und nähen sich die Roben selbst. Und die können – schauen Sie nur mal, wie die funkeln und glitzern – schon mal schnell 3000 Euro kosten“, weiß Katscher.

Abseits von allem Prunk hat sich der Bad Homburger aber auch immer wieder auf die Suche nach Motiven gemacht, die auch den morbiden Charme der Lagunenstadt einfangen. Dazu war er zum Beispiel im vergangenen November da, um die Stadt unter Hochwasser zu fotografieren, das vor allem im Winter in die Lagune gedrückt wird. „Das ist mir zu der Zeit zwar nicht gelungen, das Wetter war einfach zu schön, aber ich konnte einige tolle Schnappschüsse in einer Gondelwerft machen.“ Die Sache mit dem Hochwasser will er trotzdem weiter verfolgen. „Im November fahre ich wieder nach Venedig.“

Die „Venezianischen Ansichten“ von Josef Katscher sind bis zum 31. März im Haus Luise, Saarstraße 3, zu sehen. Zudem stellt Gast-Fotografin Ina Seeberger „Feine Momente in Chieming und Umgebung“ aus. Die Werke können auch käuflich erworben werden. Weitere Infos beim Fotoclub unter oder per E-Mail an Josef@katscher.eu.

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