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Der Golfplatz in den Röderwiesen bietet zurzeit keine Entwicklungsmöglichkeiten. Ein neuer B-Plan könnte das ändern.

OB verteidigt Erweiterungspläne

Golfplatz: Vorlage zurückgezogen, aber nicht vom Tisch

Die Stadt hat die Vorlage zum Aufstellungsbeschluss für einen neuen B-Plan für den Golfplatz zurückgezogen. Dennoch sieht sich OB und Planungsdezernent Alexander Hetjes (CDU) auf dem richtigen Weg und verteidigt die Notwendigkeit einer Erweiterung des Platzes. Die SPD sieht die Sache völlig anders.

Die Vorlage zu einer möglichen Golfplatzerweiterung ist vom Tisch – aber nur vorerst. Als Grund für das Zurückziehen gibt OB und Planungsdezernent Alexander Hetjes (CDU) an, dass es „verwaltungsintern weiteren Beratungsbedarf“ gebe. Er sichert aber schon jetzt dem Royal Homburger Golf Club (HGC) seine Unterstützung zu, damit dieser sich zukunftsfähig aufstellen könne. Schließlich sei der HGC einer „der wichtigsten Vereine der Stadt“. Auch für den Wirtschaftsstandort Bad Homburg sei ein Golfkurs mit internationalem Standard wichtig.

Er wolle deshalb möglichst bald alle Beteiligten an einen Tisch holen. Langfristig solle ein „Golfplatz-Entwicklungsplan“ ins Leben gerufen werden, bei dem auch die Bürger mitreden sollen. Um aber herauszufinden, was nötig sei, um den HGC international wettbewerbsfähig zu halten, müsse formell ein B-Plan aufgestellt werden. Ob und was baulich verändert werde – und ob letztlich Bäume fallen müssen –, stehe auf einem anderen Blatt.

Einigen der Kritiker unterstellt der OB eine „Neiddebatte“. Genau dagegen verwahrt sich die SPD, die immerhin Koalitionspartner von Hetjes’ CDU ist. Denn nach BLB und FDP haben nun auch die Sozialdemokraten ein striktes Nein zur Erweiterung des Golfplatzes auf Kosten des Stadtwaldes – der übrigens in der Pressemitteilung des OB kein einziges Mal vorkommt – gegeben. „Die Entscheidung ist einstimmig gefallen“, sagt Fraktionschef Jürgen Stamm. Für dieses Votum hätten aber keine „klassenkämpferische Motive“ vorgelegen; es sei vielmehr das Ergebnis einer nüchtern-sachlichen Abwägung.

Stamm befürchtet: „Wenn wir die Aufstellung eines solchen B-Plans beschließen, wird diese Erweiterung auch kommen, egal wie theoretisch diese Überlegungen derzeit sind.“ Zur Erinnerung: Club-Präsident Dr. Robert Gaertner hatte offen gelassen, ob der Verein überhaupt jemals diese Erweiterung in Angriff nehmen wolle.

Stamm betont – im Gegensatz zum OB –, dass die Stadt keinerlei Verpflichtung gegenüber den Golfern habe. Vor Jahrzehnten habe man dem HGC einen 18-Loch-Platz versprochen. Das wurde eingehalten, erklärt Stamm. Gleichzeitig habe man aber klargemacht, dass an den Röderwiesen eine naturschutzrechtlich andere Qualität vorliegt als bei Golfplätzen in der Wetterau. „Wir können hier nicht einfach Flächen dazuschlagen, dazu sind sie zu rar.“ Es gebe dort wertvolle Biotope mit seltenen Orchideenarten; die dürfe man nicht gefährden.

Hinzu kämen wasserrechtliche Erwägungen. „Die Grüns auf einem solchen Platz müssen schließlich bewässert werden“, gibt er zu bedenken. Und dann fragen sich die Sozialdemokraten, wo im Fall eines Falles die abgeholzte Fläche wieder aufgeforstet werden solle. In Bad Homburg gebe es dafür gar keinen geeigneten Bereich. Auch was die Finanzen betrifft, hat die SPD Bauchschmerzen. Eine sechsstellige Summe für die Aufstellung eines B-Plans für einen Verein – da müsse man die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten. Die Kosten hatte Hetjes dagegen verteidigt. Es gebe für ihn keine Veranlassung, den HGC anders oder schlechter als andere Vereine zu behandeln, die sich stets auf die Unterstützung der Stadt verlassen könnten.

SPD-Fraktionschef Stamm hatte moniert, dass die Politik mit der Vorlage überrumpelt worden sei und man erst aus der Zeitung davon erfahren habe. Die Mitglieder des HGC wussten eher Bescheid. Sie waren vom Club-Präsidenten mit Schreiben vom 5. März informiert, dass die Stadt derzeit einen B-Plan zwecks „Ausbaumaßnahmen“ erstelle.

aw/ahi

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