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Die Spuren des berühmten Graf Zeppelin in Bad Homburg

Der Graf und sein Neffe

Heute vor 100 Jahren starb in Berlin der bekannte Luftfahrtpionier Graf Ferdinand von Zeppelin. Er war zwar nie in Bad Homburg, hinterließ hier jedoch Spuren, denen Stadthistorikerin Gerta Walsh gefolgt ist.

Graf Ferdinand von Zeppelin, am 8. Juli 1838 geboren, württembergischer Offizier, erfüllte sich nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst einen großen Wunsch und baute ein Luftschiff. 1908 ging sein Luftschiff Z IV in Flammen auf, was eine Welle der Hilfsbereitschaft in ganz Deutschland auslöste und in kurzer Zeit 6 Millionen Mark erbrachte, die Graf Zeppelin in eine Stiftung steckte.

Am 14. August 1910 stand Homburg im Zeichen von Luftschiffen, deren Systeme Kaiser Wilhelm II. vergleichen wollte. Dafür fuhren der starre Zeppelin Z II, der halbstarre Parseval und das unstarre Militärmodell des Major Groß zu einem Wettstreit von Köln nach Homburg. Hier wurden sie vom Kaiserpaar und Tausenden von Zuschauern auf dem Gelände jenseits des heutigen Gewerbeparks Mitte erwartet. Homburg stand im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, der „Homburger Luftschifftag“ wurde von der Presse als „aeronautisches Ereignis“ geadelt. Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurde 1911 ein Gedenkstein mit einer Metallplatte in der Nehringstraße aufgestellt, deren Gestaltung der Homburger Künstler August Stenger ausführte. 2007 wurde der Stein in die Nachbarschaft des Kronenhofs versetzt und damit auf die Anlegestelle der Luftschiffe von 1910.

Der Name Graf Zeppelins ist im Hochtaunuskreis durch die finanzielle Unterstützung einer wissenschaftlichen Einrichtung verbunden, wie Ingrid Berg aus Glashütten recherchierte. Es handelt sich um die am 24. August 1913 auf dem Kleinen Feldberg eingeweihte Erdbebenwarte, die den offiziellen Namen „Taunus-Observatorium des Frankfurter Physikalischen Vereins“ trug. Einer der großzügigen Spender war Graf Zeppelin, der dafür einen Teil der Nationalspende von 1908 zur Verfügung stellte.

Noch zu Lebzeiten des berühmten Grafen wählte die Stadt Homburg 1911 Graf Eberhard von Zeppelin zum Kurdirektor. Diesen ältesten Neffen des Luftschifferbauers hielt es nicht lange in der Kurstadt. Es lag vermutlich am damaligen Skandal um den „Internationalen Klub“, dessen Aktivitäten im Kurhaus sich am Rande der Legalität bewegten, denn man frönte dem illegalen Glücksspiel. Der Kurdirektor war nicht dafür verantwortlich, doch mag ihm die Situation nicht behagt haben. Bereits 1915 verließ er Bad Homburg.

Die Zeppelinstraße liegt zwischen Südring und Niederstedter Weg südlich des Gewerbeparks Mitte. Das Hofgut „Kronenhof“ in der Zeppelinstraße befindet sich seit dem Jahr 2000 auf dem Areal der Anlagestelle des Zeppelin Z II und hält die Erinnerung an die Sensation von 1910 wach. Hans-Georg Wagner gab daher seinem Brauhaus den Namen „Graf Zeppelin“ und wählte als Emblem seiner Einrichtung natürlich einen Zeppelin.

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