„Blickachsen“-Ausstellung im 20. Jahr

Große Kunst im Kommen

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Von Mai bis Oktober werden an markanten Orten in und um die Kurstadt wieder Skulpturen die Natur um neue Blickachsen erweitern. Die Schau geht ins 20. Jahr, und wieder hat Galerist Christian Scheffel neue Standorte gefunden. Und er hat ein ehrgeiziges Ziel.

Christian Scheffel ist derzeit oft in Österreich unterwegs. Nicht zum Skifahren – es sind künstlerische Höhenflüge, die den Bad Homburger Galeristen antreiben. Warum denn in die Ferne schweifen, hat er sich bei der Suche nach seinem diesjährigen Partnermuseum für die „Blickachsen“-Schau gesagt. Gefunden hat er das Museum Liaunig in Neuhaus nahe Klagenfurt – ein privates Haus in Kärnten, das sich der zeitgenössischen Kunst widmet.

„Dieses Museum hatte ich bei meinen Recherchen der vergangenen Jahre schon länger im Auge“, berichtet Scheffel. „Österreich ist ein gutes Land für uns.“ Mit dem Museum laufe gerade eine „fruchtbare Zusammenarbeit“ über die Vorbereitungen der Freiluft-Ausstellung, die vom 21. Mai bis 1. Oktober gehen wird.

Die „Blickachsen“ gehen in ihr 20. Jahr – darauf ist Scheffel stolz. Vor zwei Jahren war die Schau auf insgesamt neun Standorte angewachsen: Neben Bad Homburg wurden der Viktoriapark in Kronberg, Hessenpark und Saalburg, das Kloster Eberbach, die Burg Eppstein sowie Orte in Frankfurt, Darmstadt, Weilburg und Eschborn bespielt. Welche neuen Ufer werden diesmal erobert? Da will sich der Galerist noch nicht in die Karten gucken lassen. „Es wird altbekannte, aber auch wieder neue Orte geben“, erklärt er. Klar sei bereits, dass der Kur- und der Schlosspark in Bad Homburg nach wie vor die Kernbereiche der Schau sein werden – der Kurpark war schließlich 1997, bei der ersten Schau, die Keimzelle der „Blickachsen“.

Kommende Woche wird sich Scheffel erst einmal in Wien mit dem Inhaber des Museums Liaunig zusammensetzen und weitere Pläne schmieden. Der Bad Homburger schätzt sich glücklich, mal ein privates Museum als Partner an der Hand zu haben. Das Haus unweit der slowenischen Grenze sticht bereits durch seineArchitektur ins Auge – ein markanter Bau, der aus der Südkärntner Landschaft hervorsticht und bereits unter Denkmalschutz steht. Der langgezogene Galerietrakt ist weithin sichtbar. Von drinnen kann man in die Landschaft blicken, der Rest des Museums befindet sich unter der Erde.

Das Museum Liaunig hat eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst ab 1945, ergänzt durch vorangehende Vertreter der klassischen Moderne sowie exemplarische Werke internationaler Künstler wie Tony Cragg – er ist bei den „Blickachsen“ kein Unbekannter. Aber auch eine Sammlung afrikanischer Glasperlenkunst und Goldobjekten vom schwarzen Kontinent nennen die Österreicher ihr Eigen. „Die Kooperation verspricht die Teilnahme einer Reihe österreichischer Künstler mit ganz unterschiedlichen Ansätzen und Arbeitsweisen“, freut sich Scheffel.

Begeisterung hört man auch auf der anderen Seite. Vor Weihnachten waren die Österreicher zu Gast in Bad Homburg und haben die Örtlichkeiten inspiziert. Auch ein Blick auf die Bilder der vorherigen „Blickachsen“ habe den Ausstellungsmachern gefallen, erläutert Museumsleiterin Elisabeth Wassertheurer.

Christian Scheffel sieht sich nach 20 Jahren, in denen die Freiluft-Schau in der Kurstadt wuchs und wuchs, inzwischen im Olymp der Ausstellungen angekommen. „Die ,Blickachsen‘ bilden neben der Documenta, ,Skulptur Projekte Münster‘ und der Biennale von Venedig ein weiteres Highlight auf der Grand Tour im Jahr 2017“, erklärt er. „Wir hatten bei den jüngsten ,Blickachsen‘ mehr als 600 Führungen“, erinnert er sich. „Wir hoffen das in diesem Jahr noch zu steigern.“

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