Ein herausragendes Chor-Erlebnis

Wer das Wochenende besinnlich ausklingen lassen wollte, war in St. Marien genau richtig. Dort begeisterte der Kammerchor Cantus Firmus Wetterau die Kirchenbesucher mit einem hervorragenden Passionskonzert.

Von Judith Alpmann

Cantus firmus Wetterau – hinter diesem Namen verbirgt sich ein brillanter Chor. Frei übersetzt bedeutet der Name so viel wie: sicherer Gesang. Und der Name ist definitiv Programm. In der gut besuchten Kirche St. Marien konnten sich die Besucher am Sonntagnachmittag davon überzeugen.

Die rund 30 Chormitglieder, die größtenteils seit vielen Jahren dabei sind, zeigten eine abwechslungsreiche Mischung an geistlichen Stücken. In Zusammenspiel mit der studierten Organistin Eva-Maria Anton kamen die Zuhörer zudem in den Genuss hochklassiger Orgelstücke.

Alle dargebotenen Werke beschäftigten sich thematisch mit der Passion Christi. „Ich freue mich, dass wir den Beginn der Passionszeit mit einer geistlichen Stunde voller Musik begehen können“, begrüßte Pfarrer Werner Meuer die Besucher und die Chormitglieder. Aus der angesprochenen Stunde wurden, sehr zur Freude des Publikums, sogar eineinhalb Stunden.

Mit Werken aus drei Jahrhunderten bewies der Chor , dass er musikalisch ein breites Repertoire zu bieten hat. Mit Jan Dismas Zelenka, Francis Poulenc und Charles Gounod näherten sich die Sänger dem Oberthema des Konzerts, den sieben Worten Christi am Kreuz. Dabei zeigte sich das hohe Niveau der perfekt aufeinander abgestimmt Stimmen. Dies ist auch ein Verdienst des Chorleiters Werner Ciba, der auf eine langjährige Erfahrung als Dirigent von Chorkonzerten zurückblicken kann. Er ist bereits seit der Gründung des Chores vor mehr als 30 Jahren dabei.

Damit dieses hohe musikalische Niveau erreicht wird, steht bei den wöchentlichen Proben der Spaß am gemeinsamen Singen im Mittelpunkt. Eine Freude, die den Sängern auch beim Konzert anzumerken war: Faszinierend, mit welcher Leichtigkeit sie die gesanglichen Schwierigkeiten meisterten. Ohne jegliche instrumentale Unterstützung trugen sie mehrstimmige, ineinanderfließende Melodien vor.

Ebenso gefühlvoll war das Orgelspiel von Eva-Maria Anton, die im Wechsel mit dem Chor auftrat. Sie widmete sich Stücken von Marcel Dupré, darunter das Prélude et Fugue in g-Moll, welches zunächst wehmütig dahinglitt, um dann energiegeladen und schwungvoll zu enden.

Zum Abschluss des Nachmittags trug der Chor Gounods „Les sept paroles du Christ sur la croix“ vor. Einen ganz besonderen Moment bescherten sie dem Publikum bei dem siebten und somit letzten Stück Gounods „Pater, in manus tuas.“

Dazu stellte sich der Chor in einen Halbkreis, der die vordersten Bankreihen umschloss. Diese, auf den ersten Blick einfache, Idee zeigte große Wirkung. Denn nun schien es, als verbänden sich die Stimmen inmitten der Zuhörer zu einem großen Ganzen, wobei sich die einzelnen Stimmfarben dennoch deutlich hervorhoben. Mit diesem Hörerlebnis verabschiedete sich der Chor und wurde vom Publikum mit großen Applaus belohnt.

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