Ungefährlich

Hier schäumen Metallsalze und Huminsäuren

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Übel riechend waren sie, die Schaumkronen, die ein Bad Homburger Paar am vergangenen Sonntag beim Spazierengehen im Bereich des Hirschgartens im Heuchelbach entdeckte. So eklig der Schaum ist – schädlich ist er zum Glück nicht, ergab eine Nachfrage bei der Stadt.

Annette Baum und Bernd Zuleger waren am vergangenen Sonntag spazieren, und zwar im Hirschgarten. Beim Blick in den dort verlaufenden Heuchelbach kamen sie ins Stocken. Sahen dort „weiße, übelriechende Schaumkronen, die eindeutig weder Schnee noch Sauerstoffansammlungen waren“, schrieben die beiden am Montag in einer E-Mail an die Stadt und in Kopie auch an die Taunus Zeitung. Zwei mit dem Mobiltelefon aufgenommene Fotos der Schaumkronen im Bach fügten die beiden Homburger ihrem Schreiben als Beweis auch gleich bei.

Sie vermuteten einen Fall von „schwerer Umweltverschmutzung“ und baten um Aufklärung.

Die die Stadt auch lieferte. Stadtsprecher Andreas Möring gab auf Anfrage dieser Zeitung am Dienstagmorgen Entwarnung: „Der Schaum hat natürliche Ursachen.“

Für einen Fachmann sei das Phänomen einfach zu erklären. „Es tritt derzeit nämlich an vielen Bächen auf“, sagte Möring. Das habe folgenden Grund: Seit Anfang Dezember seien überdurchschnittlich ergiebige Regenfälle zu beobachten gewesen. Möring: „Also ist mehr Wasser im Boden.“ Das Wasser schwemme Stoffe aus, darunter Huminsäuren und Metallsalze. Diese verursachten den Schaum. Seien außerdem Bakterien beteiligt, könne der Schaum durchaus übel riechen. Dennoch bleibe es eine natürliche Erscheinung.

Um sicher zu gehen, habe die Stadt allerdings noch zwei weitere Dinge getan: „Wir haben überprüft, ob durch andere Verursacher zum Beispiel im Zuge von Arbeiten Schadstoffe in den Bach eingeleitet worden sein könnten. Die Überprüfung verlief negativ, es ist keine andere Ursache erkennbar“, betont Möring und fügt hinzu: „Außerdem haben wir die Frage an die Wasserbehörde beim Hochtaunuskreis weitergeleitet.“

Kreissprecherin Andrea Herzig erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung: „Noch liegt uns keine offizielle Anfrage vor, aber unsere erste Einschätzung, was die Ursache für diese Schaumbildung sein könnte, deckt sich mit den Angaben Bad Homburgs.“

Die Schaumbildung sei derzeit tatsächlich an mehreren Stellen an den Bächen und Gräben im Hochtaunuskreis zu beobachten und habe in der Tat natürliche Ursachen. Auch Herzig sagte, dass der Regen schuld an diesem Phänomen sei und konnte das auch genau beziffern: „Vom 1. Dezember vergangenen Jahres bis zum 29. Januar dieses Jahres sind mehr als 200 Millimeter Niederschlag bei uns gefallen.“

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