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Zentrale Lage, gut erreichbar: Auf dem ehemaligen Hewlett-Packard-Gelände in Bad Homburg entsteht ein Corona-Impfzentrum.

Kreis sichert sich Bürogebäude

Hochtaunuskreis: Standort für Impfzentrum steht fest

  • Sabine Münstermann
    vonSabine Münstermann
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  • Matthias Kliem
    Matthias Kliem
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Das ehemalige Hewlett-Packard-Gebäude in Bad Homburg wird zum zentralen Corona-Impfzentrum im Hochtaunuskreis umfunktioniert. Das Anwesen an der Umgehungsstraße ist gut erreichbar und verfügt über viele Parkplätze. Bis es betriebsbereit sein muss, bleibt aber nicht mehr viel Zeit.

Bad Homburg - Es ist eine gewaltige Aufgabe. Sollen mindestens 60 Prozent der Bevölkerung gegen Corona geimpft werden, müssten allein im Hochtaunuskreis über 140.000 Bürger eine Impfung erhalten. Um eine solche Mammutaufgabe stemmen zu können, braucht es reichlich Personal - und ein großes und gut erreichbares Impfzentrum. Bei der Suche nach einer passenden Lokalität ist der Kreis jetzt am Südring in Bad Homburg fündig geworden und hat mit den Eigentümern des ehemaligen Hewlett-Packard-Gebäudes am Ortsrand von Ober-Eschbach eine entsprechende Vereinbarung getroffen.

Der Büro-Komplex ist nach Auffassung des Kreises "hervorragend geeignet", zu einem Impfzentrum von 30 geplanten Impfzentren in Hessen umfunktioniert zu werden. "Mit seiner Lage ist er ideal auch per Nahverkehr zu erreichen und bietet eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen", heißt es in einer Mitteilung aus dem Landratsamt. Zudem sei die notwendige Infrastruktur wie Strom, Heizung, Wasser- und Abwasserversorgung in dem Gebäude vorhanden.

Hewlett-Packard-Gebäude in Bad Homburg wird zu Corona-Impfzentrum im Hochtaunus

Das Land Hessen geht davon aus, dass von Mitte Dezember an erste Impfungen gegen das Coronavirus erfolgen können. Der Kreis wurde daher aufgefordert, ein Impfzentrum einzurichten und zu betreiben. Bis Freitag nächster Woche (11. Dezember) soll es - so die Vorgabe aus Wiesbaden - betriebsbereit sein. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer großen logistischen Aufgabe. Täglich sollen an diesem Standort mindestens 1000 Menschen geimpft werden können", erklärte Thorsten Schorr (CDU), Gesundheitsdezernent des Hochtaunuskreises.

Im ehemaligen Hewlett-Packard-Gebäude werde ein großer Wartebereich sowie ein großer Ruheraum für die Zeit nach der Impfung benötigt. Hinzu kämen Informationsflächen für die gesundheitliche Aufklärung, Lagerflächen für den Impfstoff, Sanitärräume sowie Kabinen, in denen die Bürger geimpft werden könnten. Auch für die Verpflegung der Impflinge sowie des Personals müsse gesorgt werden. Neben verschiedenen Abteilungen des Kreises sind die Polizei und Hilfsorganisationen in den Betrieb des Impfzentrums eingebunden. Um Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime mit Impfdosen vom Impfzentrum am Südring zu versorgen, sollen außerdem mobile Teams gebildet werden,

Impfzentrum im Hochtaunus: Zukunft von Hewlett-Packard-Gebäude in Bad Homburg war unklar

Das rund 60.000 Quadratmeter große Anwesen wurde vor rund einem Jahr von drei Frankfurter Immobilienunternehmern - Claus Wisser, Axel König und Andreas Krone - unter dem Namen HP Campus Verwaltungs-GmbH erworben. Das Bürogebäude verfügt über eine Bruttogeschossfläche von rund 12.000 Quadratmetern. Was die neuen Eigentümer mit der Liegenschaft vorhaben, war zuletzt noch unklar.

Seit Anfang der 1960er Jahre hatte der Computerkonzern Hewlett Packard (HP) in Bad Homburg seinen Rhein-Main-Vertriebsstandort; 1984 war HP die erste Firma, die ins neue Gewerbegebiet Atzelnest zog - der heutige Südcampus. Sogar eine Straße wurde nach ihr benannt. 2019 verabschiedete sich das inzwischen aufgesplittete Unternehmen nach und nach aus Bad Homburg.

Bad Homburg: Corona-Impfzentrum im Hochtaunus sucht Personal

Unterdessen läuft auch die Personalsuche zum Betreiben des Impfzentrums auf Hochtouren. Nach Informationen dieser Zeitung hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) bereits Ärzte im Taunus angeschrieben und um deren Mithilfe gebeten. Parallel dazu hat sich der Hochtaunuskreis mit einem Aufruf an medizinisch geschulte Kräfte gewandt.

Ärzte, Apotheker sowie Beschäftigte aus den Bereichen Krankenpflege, Pharmazeutisch-Technische Assistenz oder mit vergleichbaren Qualifikationen werden dringend gesucht, um die Arbeit im Impfzentrum zu unterstützen. Auch Menschen, die Zivildienst oder Bundesfreiwilligendienst im Bereich Alten- und Krankenpflege absolviert haben, können sich melden. Nähere Informationen gibt es beim Personalservice der Kreisverwaltung unter Telefon 06172/999 11 02.

Corona: 7-Tage-Inzidenz im Hochtaunuskreis leicht gesunken

Die aktuellen Corona-Zahlen zeigen derweil bei der Inzidenz (Fälle je 100.000 Einwohner pro Woche) eine leicht fallende Tendenz. Im Vergleich zum Vortag lag der Wert gestern im Hochtaunus bei 110,5, nach 114,3 am Montag. Akut erkrankt waren am Dienstag 519 Menschen (minus 13). Die Todesfälle haben sich um drei auf 66 erhöht.

Insgesamt stieg die Zahl der registrierten Corona-Erkrankungen auf 2836, eine Zunahme von 49 Fällen. Die größten Veränderungen im Vergleich zum Vortag gab es in Bad Homburg und Oberursel (je +12), gefolgt von Friedrichsdorf (+9), Steinbach (+6) und Usingen (+3). Zwei Neuinfektionen gab es in Königstein, jeweils eine in Kronberg, Glashütten, Wehrheim und Weilrod, während aus Neu-Anspach und Schmitten gestern keine neuen Corona-Fälle registriert wurden. (mak/sbm)

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