Ein Trinkglas wird an einem Wasserhahn mit Leitungswasser befüllt.
+
Das Trinkwasser wird in Hessen knapp. Erste Regionen haben jetzt den Notstand ausgerufen.

Trinkwasser-Ampeln auf „Rot“

In Hessen wird das Trinkwasser knapp - droht jetzt der Notstand?

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
    schließen

In vielen Regionen in Hessen sieht es bei der Wasserversorgung derzeit erschreckend aus. Stadtwerke appellieren bereits an die Bürger, Wasser zu sparen.

  • Das Wasser in mehreren Regionen im Hochtaunuskreis in Hessen wird knapp.
  • Notstände wurden bereits ausgerufen, in Bad Homburg und Oberursel stehen die Trinkwasser-Ampeln auf „Rot“.
  • Die Stadtwerke appellieren an die Bewohner, Trinkwasser zu sparen.

Bad Homburg – Mit den derzeitigen Temperaturen steigt auch der Verbrauch des Trinkwassers. Gärten werden aufgrund der anhaltenden Trockenheit öfter gegossen, Pools und Schwimmbecken für eine Abkühlung aufgefüllt. Dass mit dem kostbaren Gut bei der aktuellen Hitzewelle jedoch sparsam umgegangen werden sollte, fordern Versorger und Verbände im Hochtaunuskreis in Hessen.

Grävenwiesbach, Schmitten und Weilrod zogen bereits die Reißleine und stellten den „Trinkwassernotstand“ fest. Dort darf Trinkwasser jetzt etwa nicht mehr dafür genutzt werden, ein Schwimmbecken zu füllen. In Bad Homburg, Oberursel, Steinbach und Kronberg stehen die Trinkwasserampeln gerade auf Rot, ein Schritt vor dem Notstand. Wie auf der Homepage der Stadtwerke Oberursel zu lesen ist, bedeutet eine rote Ampel, „dass der Trinkwasserverbrauch seit Tagen Tagesspitzenwerte erreicht und nur noch durch den maximalen Bezug von Fremdwasser über den Wasserbeschaffungsverband Taunus gedeckt werden kann.“

Trinkwasser in Hessen: Notstand in mehreren Regionen im Hochtaunuskreis – Ampeln auf „Rot“

Da nicht nur eine Gemeinde im Hochtaunuskreis, sondern gleich mehrere betroffen sind, kann keine höhere Menge bezogen werden. Die Bevölkerung ist daher aufgerufen, mit dem Trinkwasser sparsam umzugehen, um eine weitere Sicherstellung zu gewährleisten und gegebenenfalls auch Löschwasser bereithalten zu können.

Bereits am vergangenen Freitag (07.08.2020) sei laut den Stadtwerken Bad Homburg ein Presse- und Radioaufruf zu dem Thema herausgegangen. Doch noch immer erreiche der Trinkwasserverbrauch Spitzenwerte und könne nur durch den maximalen Bezug von Fremdwasser sichergestellt werden. Eine drastische Reduktion sei nun notwendig. „Verbrauchen Sie Wasser nur für den persönlichen Bedarf. Gehen Sie bitte äußerst sorgsam mit Wasser um“, heißt es von den Stadtwerken Bad Homburg. Nur so könnten Verbote mit Bußgeldern bis zu 5000 Euro vermieden werden. Die Bewohner sind demnach aufgefordert, Folgendes zu beachten:

  • Absolut sparsam mit Wasser umgehen
  • Die Bewässerung von Garten und Rasen sofort einstellen
  • Nur noch Neuanpflanzungen moderat bewässern
  • Kein Trinkwasser zum Waschen von Autos, Gebäuden oder Terrassen nutzen
  • Pools, Zisternen usw. nicht befüllen

Trinkwassernotstand in Hessen: Mit Wasser sparsam umgehen – Stadtwerke appellieren an Bürger

Ein umsichtiger Verbrauch beim Trinkwasser sei nun absolut notwendig. „Auch aufgrund der eingeschränkten Urlaubsmöglichkeiten in diesem Sommer wird mit Auswirkungen auf den Verbrauch gerechnet“, sagte eine Sprecherin des Hessischen Umweltministeriums mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie

In Hessen wird nach Angaben des Umweltministeriums 95 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zufolge sind wegen der lang anhaltenden Trockenheit der letzten beiden Jahre die Grundwasserstände verbreitet auf ein niedriges Niveau gesunken. Ende Juli seien die Grundwasserstände an 60 Prozent der Messstellen unterdurchschnittlich gewesen. (svw/mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare