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Poesie- und Literaturfestival

Ein Hollywoodstar als Schirmherr

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Sehr viel Arbeit und eine Menge Herzblut haben das Poesie- und Literaturfestival zu dem gemacht, was es heute ist: ein Begriff in der bundesweiten Kulturszene..

Fünf Veranstaltungen umfasste das erste Poesie- und Literaturfestival im Jahr 2009. Ein Testballon mit immerhin 2000 Besuchern. In diesem Jahr zählte man bereits 6000 Gäste, im kommenden Jahr dürften es noch mal mehr werden. Denn zum zehnjährigen Bestehen (5. bis 30. Juni 2019) umfasst das Festival stolze 16 Veranstaltungen. Längst ist aus dem Testballon ein fester Termin im Kulturkalender der Bad Homburger geworden.

„Ich habe mir das damals nicht vorstellen können, als Bernd Hoffmann in mein Büro gestürmt kam“, erinnert sich Hermjo Klein vom Veranstalter A.C.T. Doch seine Skepsis sei schnell verflogen, als Hoffmann – einst Initiator, heute künstlerischer Leiter – sein Konzept vorstellt habe. Und das klang ja eigentlich ganz einfach: Bekannte deutsche Schauspieler und Künstler in die Kurstadt holen, die an besonderen Orten Weltliteratur präsentieren. Doch es steckte harte Arbeit dahinter, Stars wie Ben Becker, Matthias Brandt oder Ulrich Tukur für das Festival zu gewinnen. „Wir hatten aber die Möglichkeit, organisch zu wachsen“, sagt Hoffmann. Außerdem habe der Erfolg dieses ambitionierten Projekts sowieso viele Väter. Das Zusammenspiel zwischen Stadt, Kur, Veranstaltern und Sponsoren passe ganz einfach. Das die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmt, das wurde auch auf der gestrigen Pressekonferenz deutlich, auf der Programm für die 10. Festival-Auflage vorgestellt wurde. Wieder gibt sich die Crème de la Crème der deutschen Schauspielkunst ein Stelldichein (Programm siehe Box).

Die Lemper eröffnet

Und einer aus dieser Riege hat in diesem Jahr sogar die Schirmherrschaft über das Festival übernommen: Sebastian Koch, gerade frisch für einen Bambi nominiert. Der Schauspieler, der längst in Hollywood Fuß gefasst hat, gehörte zu den Festival-Stars der ersten Stunde. Jetzt die Schirmherrschaft zu übernehmen – für ihn eine „logische Konsequenz“. Schließlich fühle er sich in der Kurstadt und auf dem Festival wie zu Hause. Was das Ehrenamt bedeutet, hat er gegoogelt: „Der Nutzen einer Schirmherrschaft besteht gegebenenfalls in einem Imagegewinn für beide Seiten“, sagt er und grinst.

Den Auftakt gestaltet Ute Lemper, ein Festival-Neuling, mit einer Sonderveranstaltung am 9. April: „Rendezvous mit Marlene (Dietrich)“. Ebenfalls erstmals dabei sind Martin Walker mit seinem neuen Bruno-Roman (26. Mai) und Schauspieler Matthias Matschke (13. Juni) mit „Unheimlichen Geschichten“ von Edgar Allen Poe. Mit Sophie von Kessel, Iris Berben, Benno Führmann, Ulrich Tukur oder Christian Berkel sind aber auch wieder einige „alte Bekannte“ mit dabei.

Ausstellung blickt zurück

Zudem gibt es noch zwei weitere literarische Höhepunkte – „Pique Dame“ von Alexander Puschkin in der Spielbank und die traditionelle Weihnachtsveranstaltung in der Erlöserkirche – die noch nicht endgültig terminiert sind. Zudem soll im Steigenberger eine Retrospektive zu zehn Jahren Poesie- und Literatur-Festival mit Bildern der Fotokünstlerin Vero Bielinski gezeigt werden.

Eine weitere wichtige Komponente für das alljährliche Gelingen des Festivals lobten übrigens alle Beteiligten unisono: die Bad Homburger. „Ich habe mich in das offene und kluge Homburger Publikum verliebt“, sagte beispielsweise Koch. „Es gibt keine andere Stadt, die eine solche Begeisterung für Literatur aufbringt“, ergänzte Klein. Und Hoffmann verneigte sich gleich mal vor den Homburgern: „Es ist eine Freude, in so einer literaturbegeisterten Stadt zu leben.“ Und für so viel Sachkunde gibt es im kommenden Jahr ein Geschenk: Die Veranstaltung mit Sebastian Koch, der am 10. Juni im Gustavsgarten aus Robert Stevensons „Die Schatzinsel“ liest (musikalisch begleitet vom Jugendsinfonieorchester Hochtaunus), findet bei freiem Eintritt statt. „Jetzt drücken sie schon die Daumen, dass das Wetter passt“, bittet Schirmherr Koch.

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