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Dr. Katharina Bechler, Kuratorin der neuen Ausstellung über Elisabeth von Großbritannien, Irland und Hannover, neben einem Porträt von "Eliza". Das Ölgemälde von Sir William Beechey (1797) hängt im Schloss.

Neue Ausstellung im Schloss

Bad Homburg: Bedeutende Landgräfin mit modernen Ideen

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"Eliza" wurde vor 250 Jahren geboren. Das Bad Homburger Schloss widmet ihr eine Sonderausstellung. Wegen Corona wird sie zwar erst im Herbst eröffnet, ein Film gibt aber jetzt schon Einblicke.

Bad Homburg -Waren die beiden überwältigenden Zedern vor dem Schloss ein Geschenk aus England zu Elizas später Hochzeit in Homburg? Oder hat die Prinzessin sie sich aus den Kew Gardens bei London liefern lassen? Eine der diversen Fragen, zu denen jetzt wieder geforscht wird. Sicher ist jedenfalls: Ohne Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg gäbe es in der Kurstadt einiges Prachtvolle nicht.

Weil sich der Geburtstag der einstigen englischen Prinzessin (22. Mai 1770 - 10. Januar 1840) zum 250. Mal jährt - sie ist also derselbe Jahrgang wie der derzeit vielzitierte Dichter Friedrich Hölderlin -, hätte im Schloss eigentlich ein Bürgerfest gefeiert werden sollen, mit Geburtstagstorte und der Eröffnung einer Sonderausstellung über Elizas Wirken in Homburg.

Coronabedingt wird die Schau in den Herbst verschoben. Und doch ist seit gestern bereits viel über die wohl bedeutendste Landgräfin von Hessen-Homburg zu sehen und zu erfahren: Auf www.eliza2020.de erklären ein professioneller Kurzfilm sowie eine bebilderte Ausstellungsvorschau, wer Eliza war und wo sie in Bad Homburg überall Spuren hinterlassen hat. Zudem ist eine Videobotschaft von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zu sehen, der Schirmherr der Ausstellung ist und das Geburtstagskind eine "große Frau" nennt.

Die englische Prinzessin war bereits 48 Jahre alt, als sie Friedrich VI. Joseph von Hessen-Homburg heiratete. Zuvor hatte sie am Hof ihres Vaters König George III. gelebt, sie war musisch hochbegabt. Sie soll diverse Liebschaften gehabt und ein uneheliches Kind bekommen haben - auch dazu werde noch geforscht, erklärt die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Katharina Bechler.

Die verarmte Landgrafschaft profitierte erheblich von Elizas mitgebrachtem Vermögen sowie ihrem Einsatz zum Wohl des Gemeinwesens. Die Ausstellung wird einen Bogen über alle bedeutenden Wirkungsbereiche der Landgräfin spannen. Bisher standen vor allem ihre künstlerischen Talente im Fokus; Eliza war in England als Malerin ausgebildet; sie illustrierte Bücher, bemalte Stoffe und hatte einen Faible für asiatische Lackarbeiten, derer einige im Schloss zu sehen sind.

Möbel kehren erstmals zurück

Für die Schau werden erstmals seit ihrem Tod originale Einrichtungsgegenstände und Kunsthandwerk ins Schloss zurückkehren. 20 000 Werke soll sie aus London mitgebracht haben. "Sie befinden sich im Schloss Greiz in Thüringen und waren lange vergessen", erläutert Bechler. Dort wurde ebenfalls gestern eine Eliza-Schau eröffnet; mit der Residenzstadt in Thüringen, mit der Eliza familär verbandelt war, besteht heute wieder ein Austausch.

Auch als Gartengestalterin kennt man Eliza - ohne sie gäbe es weder Landgräfliche Gartenlandschaft noch Großen Tannenwald; auch die Meierei nach englischem Muster ließ sie im Kleinen Tannenwald anlegen. Hunderte exotischer Pflanzen soll sie zudem im Homburger Schlosspark gepflanzt haben. Ihre Mutter Charlotte von Mecklenburg-Strelitz (nach ihr wurde die Strelizie benannt) war bekannt mit dem britischen Expeditionsleiter Joseph Bates.

Und nun tritt die Regentin auch als Bauherrin und in Erscheinung. Sie ließ das Gotische Haus errichten und baute sich das Schloss - da war "Fritz", ihr Gatte, schon verstorben - als Witwensitz um und ließ das Gebäude aufstocken. Die Schau, zu der auch ein Katalog erscheint, wird im Englischen Flügel auch die neuen Erkenntnisse über diese tatkräftige Frau präsentieren. von anke hillebrecht

Eröffnung im September

Die Ausstellung "Princess Eliza - englische Impulse für Hessen-Homburg" im Schloss soll vom 23. September 2020 bis 17. Januar 2021 stattfinden.

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