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Der Aufzug an der Fußgängerbrücke wird derzeit komplett erneuert. Von Mitte dieses Monats an soll er wieder nutzbar sein.

Bad Homburg

Stockduster: Der Fußgängerbrücke am Hessenring gehen die Lichter aus

Die schöne Fußgängerbrücke am Hessenring kann nicht in ihrem Glanz erstrahlen. Die Laternen fallen oft mit einem Kurzschluss aus. 

Bad Homburg - "Die innerstädtische Fußgängerbrücke über den Hessenring bietet ein sehr filigranes Erscheinungsbild. Eine schlanke Gehwegplatte hängt an 16 Zugstäben. Diese Zugstangen leiten die Lasten an einen baumartigen Mast weiter", schreiben die Architekten von "schlaich bergermann partner" (sbp) auf der Homepage über das Konstrukt und, dass die Brücke die Achse zwischen Bahnhof und Innenstadt markiere - auch in der Nacht: "Der Mast wird angestrahlt, die Brückenköpfe sanft hinterleuchtet und der Gehweg auf der Brücke ist erhellt durch eine im Handlauf integrierte Beleuchtung."

So weit zur Theorie. Denn Tatsache ist, dass immer wieder die Beleuchtung auf der Brücke ausfällt. Auch dieser Tage wieder. "Die Lampen an den Stufen wurden vergangenes Jahr ausgetauscht und die Beleuchtung am Mittelpfosten auch. Aber die Beleuchtung des rechten Handlaufs funktioniert nicht und die des linken glimmert nur noch", sagt der Bad Homburger Hans-Dieter Proff.

Bad Homburg: Fußgängerbrücke am Hessenring - Beleuchtung problematisch 

Stadtsprecher Andreas Möring kann das nur bestätigen: "Wir haben mit der Beleuchtung der Brücke schon lange Probleme, und das liegt unter anderem daran, dass die Brücke damals nicht vandalismussicher angelegt wurde." Die Brücke wurde im Jahr 2002 eingeweiht.

Zudem sei die eingebaute Technik veraltet. Es handele sich zwar um LED-Technik, aber um jene der ersten Generation, und die sei reparaturanfällig. Deswegen habe die Stadt die grundsätzliche Entscheidung gefällt, die Handläufe mit der eingebauten Beleuchtung komplett aus- und neue, vandalismussichere und mit neuer LED-Technik versehene einzubauen. Zwischen 60 000 und 80 000 Euro wird das voraussichtlich kosten. "Bis es so weit ist, wird es allerdings ein bisschen dauern, voraussichtlich wird es nichts bis zum Eintritt in die dunkle Jahreszeit", sagt Möring.

Etwas, das bis Ende September gemacht sein soll, ist die Verbesserung der Beleuchtung am Stab in der Mitte.

Die Bürgerliste für Bad Homburg (BLB) hatte bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres moniert, dass die Beleuchtung rund um Rathausplatz, Fußgängerbrücke - "deren Beleuchtung mangelhaft ist" - und Bahnhofstraße ständig ausfalle. Ein entsprechender Antrag im Parlament wurde allerdings durch einen Änderungsantrag von CDU und SPD ersetzt, wonach "vor der Ausarbeitung einer besseren Beleuchtung zwischen Rathausplatz und Bahnhof zunächst die Ergebnisse der Beratungen aus dem ,Kompass'-Programm abzuwarten" seien. Dieser Antrag wurde dann mehrheitlich - unter anderem gegen die Stimmen der BLB, die ihren Ursprungs-Antrag völlig verfälscht sah - beschlossen.

Zur Erinnerung: Unter dem Namen "Kompass" - steht für Kommunalprogramm Sicherheitssiegel - sollen von Polizei, Kommune, Bürgern und weiteren Akteuren passgenaue Sicherheitskonzepte erarbeitet und umgesetzt werden. Bad Homburg ist eine von vier Modellkommunen von "Kompass".

Bad Homburg: Beleuchtung rund um Rathausplatz bis Bahnhof unzureichend

Fleige hatte seinerzeit erklärt, dass die BLB bereits seit langem versuche, darauf hinzuweisen, dass das derzeitige Beleuchtungskonzept rund um den Rathausplatz und auf dem Weg zum Bahnhof "absolut unzureichend" sei. Von den Bodenstrahlern auf der Brücke gehe schon lange kein "Strahlen" mehr aus. Mehr als die Hälfte sei ohnehin defekt. Auch der Weg zum Bahnhof sei "unzureichend" beleuchtet", hatte die BLB-Vorsitzende damals gesagt.

"Unzureichend" trifft es momentan nicht ganz. Nicht vorhanden, wäre das richtige Wort. Denn am Wochenende war einigen Bürgern aufgefallen, dass die Laternen in der Bahnhofstraße zwischen dem Technischen Rathaus und dem Bahnhof nicht funktionieren. "Was für eine Dunkelheit", sagt unter anderem auch Hans-Dieter Proff. Andere formulierten, es sei abends dort stockduster und man fände den Weg kaum, wenn der Bahnhof nicht angestrahlt wäre. Dafür zuständig ist allerdings nicht die Stadt Bad Homburg, sondern der Netzbetreiber Syna. Pressesprecher vom Themenbereich Netz, Marcus Heckler, erklärt auf Anfrage dieser Zeitung: "In der Tat haben zuletzt zehn Straßenlaternen und zwölf kleinere Pollerleuchten nicht funktioniert. Wir vermuten, dass es sich um einen Kurzschluss bei den Pollerleuchten handelte, der das verursachte. Die Straßenlaternen und sechs der Pollerleuchten funktionieren inzwischen wieder, so dass es in diesem Bereich in Sachen Licht keine Einschränkung mehr gibt."

Bad Homburg: Kurzschlussursache - Pollerleuchten noch nicht repariert

Der Ursache des Kurzschlusses gehe man aber natürlich noch auf den Grund, vermute sie im Bereich der bislang noch nicht reparierten sechs Pollerleuchten. Heckler sagt auch: "Wir sind dankbar für den Hinweis aus der Bürgerschaft, denn wir haben erst darüber erfahren, dass es an der Stelle ein Problem gibt und konnten auch erst deswegen reagieren." Der Syna-Sprecher weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es auf der Homepage des Unternehmens (syna.de) eigens einen Button gebe, unter dem man Störungen melden könne. Heckler: "Dann geht's mit dem Beheben noch schneller."

Bliebe noch, wenn es um das Areal zwischen Rathaus und Bahnhof geht, das ewige und vor allem leidige Thema Aufzug an der Fußgängerbrücke. Der, mal wieder, defekt ist. Das war zuletzt häufiger der Fall, etwa im Juni 2016 (Türschaden) oder im Oktober 2018, als die Stadt erklärte, die Technik "aufgrund des festgestellten Schadens" ersetzen zu wollen.

Nun aber soll die Sache endgültig und vollständig behoben werden. Der Aufzug wird nämlich komplett ausgebaut und erneuert. Möring: "Der alte war wirklich nicht mehr nutzbar und konnte auch nicht mehr repariert werden." Kommende Woche soll das neue Gerät vom TÜV abgenommen werden. Möring: "Wenn alles glatt geht, ist der Aufzug dann von Mitte September an wieder einsetzbar."

Von Sabine Münstermann


Die Fußgängerbrücke in Bad Homburg ist nicht die einzige in der Region, an der es Ärger gab. In Neu-Anspach haben unbekannte Täter Graffiti auf der Heisterbach-Brücke zerstört. 

In Frankfurt ist ein junger Mann von drei unbekannten Männern angegriffen, geschlagen worden und von der Ignatz-Bubis-Brücke geworfen worden. 

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