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Homburg: Erster Schritt zur Sanierung der GaG

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Von: Harald Konopatzki

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Das Hauptgebäude der GaG aus dem Jahr 1973 ist sanierungsbedürftig. Jetzt hat der Kreis einen Architektenwettbewerb gestartet.
Das Hauptgebäude der GaG aus dem Jahr 1973 ist sanierungsbedürftig. Jetzt hat der Kreis einen Architektenwettbewerb gestartet. © Matthias Reichwein

Lange bekamen anderen den Vorzug, jetzt soll endlich auch die GaG erneuert werden. Bis zur anvisierten Fertigstellung wird es aber noch eine ganze Zeit dauern.

Bad Homburg -Seit Jahren wartet die Schulgemeinde der Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) sehnsüchtig darauf, dass sie endlich an die Reihe kommt, wenn es im Kreis um die Sanierung in die Jahre gekommener Schulbauten geht. Stattdessen gab es regelmäßig gute Nachrichten für andere. Allein in Bad Homburg wartet der Neubau der Maria-Scholz-(Grund)Schule auf die Fertigstellung, am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium steht heute der Spatenstich für das neue Fachklassengebäude an und die Ketteler-Francke-Schule darf sich nach dem jüngsten Beschluss des Kreis-Schulausschusses auf ihr neues Betreuungszentrum freuen.

Am Gluckensteinweg hingegen gab es zuletzt eine bauliche Hiobsbotschaft. Die Sporthalle ist derzeit außer Betrieb. Während für die baugleichen Hallen in Oberursel Traglufthallen errichtet wurden, hieß es für Bad Homburg: Hier besteht kein Bedarf. Und weil die Fertigstellung der Maria-Scholz-Schule nun bald zwei Jahre überfällig ist - als Umzugstermin war zunächst Ostern 2020 im Gespräch - stünde auch für den Schulbetrieb der GaG derzeit noch kein Ausweichquartier zur Verfügung.

War die Sanierung der Schule zum 40-Jährigen im Jahr 2013 noch ein "Wunsch", wuchs die Erwartungshaltung im Laufe der Zeit fast so stark wie der Handlungsdruck. "In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 wird sich voraussichtlich auf dem Grundstück der GaG viel bewegen", hieß es im Dezember 2018. Anderthalb Jahre zuvor hatte diese Zeitung getitelt: "Warten auf Bagger und Abitur", wobei darauf verwiesen wurde, dass im Kreishaushalt 2017 für die GaG 33,3 Millionen Euro vorgesehen seien.

Kreis schreibt Planungen aus

Kein Wunder, dass man nicht in Euphorie ausbrach, als der Kreis im vergangenen November verkündete: Die Kernsanierung der GaG wolle man nun aber wirklich angehen. "Wir werden den Altbau praktisch in den Rohbau zurückversetzen und dann neu aufbauen", hatte Landrat Ulrich Krebs (CDU) damals gesagt. Mit dem Vergabeverfahren sollte im ersten Halbjahr 2022 begonnen werden, der Plan sah dann vor, dass der Bau im dritten Quartal 2025 in Betrieb genommen werde. Krebs sagte im November: "Wir kämpfen wie alle anderen Bauherren auch mit der angespannten Lage in der Bauwirtschaft, Planungsbüros sind schwer zu bekommen, Baumaterial ebenfalls." Deswegen habe man das Ganze zeitlich gestreckt, "nun dürften wir aber wirklich einen verlässlichen Zeitplan haben".

Na ja, fast . . . Aber die gute Nachricht zuerst: Der Kreis hat jetzt die Planungen für "Rückbau und Sanierung des Hauptgebäudes" ausgeschrieben. Bis 11. April können Firmen Angebote einreichen, so dass im Juli dieses Jahres mit den konkreten Planungen begonnen werden kann. Auftragsvolumen laut Ausschreibung: rund 2,5 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Umbau werden, ohne Mehrwertsteuer, auf rund 37,82 Millionen Euro geschätzt, mit Steuern also 45 Millionen.

Den Sekt kann die Schulgemeinde zwar langsam kalt stellen, der Korken bleibt aber erstmal in der Flasche. Denn der von Krebs noch im November avisierte Zeitplan liest sich in der Ausschreibung schon wieder etwas anders. "Der Hochtaunuskreis beabsichtigt bis Ende 2022 einen Förderantrag für die energetische Sanierung auf Grundlage der abgestimmten Vorentwurfsplanung zu beantragen", heißt es. Der angestrebte Rückbau- und Sanierungsbeginn wird mit Anfang 2024 angegeben, die geplante Fertigstellung mit "zweite Jahreshälfte 2026", an anderer Stelle wird die 40. Kalenderwoche 2026 genannt, 28. September bis 4. Oktober. Daran, dass es drängt, lässt der Kreis aber keinen Zweifel. "Die baulichen und brandschutztechnischen Mängel sowie Unzulänglichkeiten der technischen Anlagen zeigen, dass die Gesamtschule eine umfassende, tiefgreifende und grundsätzliche Sanierung erfahren muss", heißt es in der Projektbeschreibung.

Größere Räume und möglicher Erweiterungsbau

Das neue Raumprogramm sieht eine Klassenraum-Größe von rund 70 statt derzeit 60 Quadratmeter vor. Dabei gelte es zu überprüfen, "ob die vorhandenen Grundflächen die 70-Quadratmeter--Klassenräume aufnehmen können und - sofern erforderlich - welche Erweiterungsmöglichkeiten zur Umsetzung des Raumprogrammes bestehen". Wegen der umfangreichen Maßnahmen wird die Auslagerung des Schulbetriebs notwendig sein, vorgesehen ist weiter die alte Maria-Scholz-Schule. Aber: Sollte die Vorentwurfsplanung "einen Erweiterungsbau notwendig machen, wird überprüft werden müssen, inwiefern dieser als Auslagerung vorab in Modulbauweise errichtet werden könnte", heißt es vonseiten des Kreises. Auch die Außenanlagen sollen im Zuge der Sanierung umgestaltet werden.

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