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An der Ober-Eschbacher Straße staut sich der Verkehr immer wieder – vor allem, wenn Fahrzeuge fürs rechterhand liegende Autohaus angeliefert werden. Der Ortsbeirat ist nun in Sorge, dass sich die Situation zuspitzt, wenn demnächst linkerhand eine Tankstelle öffnet.

Verkehr

Neue Tankstelle könnte die Verkehrslage in Ober-Eschbach extrem verschärfen

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Nach jahrelangem Vorlauf soll Mitte März am Ortsausgang von Ober-Eschbach eine große Tankstelle eröffnen. Den Stadtteil freut's - allerdings ist die Sorge darüber, welche Folgen das für den Verkehr hat, nicht ganz unbegründet. Und das liegt nicht nur an der Tankstelle.

Bad Homburg - Eigentlich wollte das Bad Vilbeler Familienunternehmen Hessol in Ober-Eschbach, dort, wo der Südring auf den Ostring trifft und die Ober-Eschbacher Straße Richtung Frankfurt kreuzt, bereits in diesem Monat eröffnen. Jetzt wird es März – und das kommt dem Ortsbeirat in Ober-Eschbach nicht gänzlich ungelegen. 

Ober-Eschbach: "Das Chaos ist vorporgrammiert"

Denn „wir freuen uns zwar auf die neue Tankstelle“, betonte Stephan Zalud (CDU) auf der jüngsten Sitzung des Gremiums, aber mit dem kleinen Verzug sei ein bisschen Zeit gewonnen, um ein an dieser Stelle schon lange existierendes und mit Eröffnung der Tankstelle vermutlich nicht kleiner werdendes Problem in den Griff zu bekommen: die Sattelschlepper, die das Autohaus B & K mit Fahrzeugen beliefern.

Und die regelmäßig, da sind sich die Ortsbeiratsmitglieder einig, auf der Ober-Eschbacher Straße zum Entladen parken – und damit den Verkehr „gravierend“ behindern, sagte Zalud – und erntete zustimmendes Nicken seiner Ortsbeiratskollegen. Mit Blick darauf, dass künftig Autos ja auch die Tankstelle an- oder von ihr abfahren werden, sei das Chaos programmiert. „Das wird einfach nicht funktionieren.“

Dringender Handlungsbedarf

Schon heute gebe es an der Stelle kaum ein Weiterkommen, wenn die Sattelschlepper anlieferten, sagte auch der ebenfalls an der Sitzung teilnehmende ehrenamtliche Stadtrat Wolfram Kister (CDU) – der in dieser Funktion im Ortsbeirat Rederecht hat. „Und wenn dann gerade noch zwei U-Bahnen kreuzen, staut es sich ziemlich weit in den Ortsteil“, betonte Zalud. Deswegen müsse jetzt gehandelt werden, und zwar dringend.

Das Thema brennt den Eschbachern schon lange unter den Nägeln, war am Rande der Sitzung zu erfahren. So soll auch der eine oder andere Lastwagenfahrer schon darauf aufmerksam gemacht worden sein, dass es nicht nur verkehrswidrig ist, mitten auf der Straße zu halten, sondern vor allem, von dort aus noch nicht angemeldete Fahrzeuge auf den Parkplatz des Autohauses zu fahren. Ein Bürger, der auf der Sitzung zu Gast war und namentlich nicht genannt werden möchte, sagte: „Diese Autos sind nagelneu und noch nicht zugelassen. Sie dürften also eigentlich gar nicht auf einer öffentlichen Straße bewegt werden – und zwar nicht einmal ein paar Meter.“

Mögliche Veränderung der Lieferzeiten?

Ein anderer, der ebenfalls namentlich nicht genannt werden will, hatte eine mögliche Lösung parat. Man könnte doch die Anlieferzeiten verändern. „B & K hat doch vermutlich jede Menge Mitarbeiter, die auch mit dem Auto kommen. Aber die kommen ja nicht vor 7 Uhr. Wenn die Transporter also deutlich vorher kämen, könnten sie doch aufs Grundstück fahren und dort in aller Ruhe abladen“, sagte er.

Die Idee ist gut, findet auch B & K-Filialleiter Urs Werner – allein: Sie ist nicht umsetzbar. Denn die von der Firma BMW beauftragte Spedition sei nur daran gehalten, tagsüber – nachts ist die Anlieferung verboten – zu liefern. „Eine feste Zeit ist nicht vorgeschrieben“, sagt Werner und fügt hinzu: „Ich denke, es wäre aber auch schwierig, die Spedition auf eine bestimmte Uhrzeit festzunageln. Die Spediteure beliefern ja nicht nur uns.“

Natürlich weiß Werner um die Problematik in Ober-Eschbach und dass „das nicht optimal“ ist. „Wir haben hier am Standort vor zehn Jahren gebaut und kennen die Sachlage ja nun. Wir haben nach Rücksprache mit der Stadt sowohl eine Schranke gebaut als auch einen Parkwächter-Dienst installiert, um den Verkehr bei Anlieferung so wenig wie möglich zu behindern. Wenn sich jetzt mit der Neueröffnung einer Tankstelle Parameter ändern, dann liegt das nicht bei uns." Zumal, wenn die Tankstelle keine Einfahrt vom Südring her bekommt, weil es sich um eine Bundesstraße handelt. Was die Sache laut Werner natürlich vereinfacht hätte.

Im Gespräch mit der Stadt Bad Homburg

Tatsache sei, dass es nicht machbar sei, Kunden- oder Mitarbeiterplätze für die Anlieferung zu blockieren. „Diese Parkplätze sind für uns dringend notwendig.“ Gleichwohl mache er sich natürlich Gedanken, wie die Sache zu lösen sei. „Wir geben uns wirklich viel Mühe, sind auch auf der Suche nach geeigneten Grundstücken und da auch in Gesprächen mit der Stadt.“

Das zu hören wird die Ortsbeiratsmitglieder freuen. Denn: „Der Magistrat muss in aller Ernsthaftigkeit berichten, was geplant ist, um die Situation zu entschärfen – und zwar bis zu unserer nächsten Sitzung am 20. März“, betonte Zalud – und das war auch der Antrag, auf den sich die Mitglieder einstimmig einigten.

Wie mehr Entschleunigung in den Verkehr gebracht werden soll, können Sie hier nachlesen.

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