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Derzeit erblüht der Schosspark in vielen Farben. Die Schlossgärtner kümmern sich um die Pracht.

Neue Saison

Im pittoresken Schlosspark gibt es einige Neuankömmlinge zu bewundern

Nachdem der Schlossgarten mit bunten Frühjahrsblühern in die neue Saison gestartet ist, halten Chef-Schlossgärtner Peter Vornholt und sein Team einige Neuerungen parat. Vor allem tierische Neuankömmlinge sollen Park und Garten von Mai an bereichern.

Derzeit stehen im Homburger Schlossgarten die Tulpen in voller Blüte. Als typische Symbole des Frühlings erstrahlen sie in vielen Farben. Doch auch wenn die Zeit der Frühjahrsblüher bald wieder vorüber ist, hat der Schlossgarten in diesem Jahr wieder zahlreiche Schönheiten aus Flora und Fauna zu bieten. Einige von ihnen ziehen in den kommenden Wochen in das Areal rund um das Schloss neu ein.

Ein „tierisches Experiment“ starten der Chef-Schlossgärtner Peter Vornholt und seine Kollegen im Mai: Sie wollen versuchen, Seidenraupen zu züchten. Die Eier der Tiere erhalten sie von den Kollegen des Schlosses Rheinsberg in Brandenburg, die mit der Zucht bereits viel Erfahrung gesammelt haben.

Da die Raupen ausschließlich das Laub von Maulbeerbäumen fressen, wurden einige davon bereits im Schlosspark gepflanzt. „Wir hoffen, dass wir am Ende des Sommers schon ein paar Seidenfäden aufrollen können“, sagt der Chef-Schlossgärtner.

Pfauen kommen zurück

Eine alte neue Attraktion zieht demnächst in den Schlosspark. Zwei Pfauen werden ab Mai den Außenbereich in einer eigenen Voliere bereichern. Sie ziehen in den Park, direkt neben die Schafe. „Dort gab es früher auch schon viele Tiere“, erzählt Vornholt. Eine Fasanerie sei eindeutig im Homburger Schlossgarten nachweisbar. Da dieser jedoch nicht genug Platz für die Voliere bietet, wird sie im Park aufgestellt. Auch die beiden Pfauen, die im Mai nach Bad Homburg ziehen, stammen aus Brandenburg, genauer gesagt von der berühmten Pfaueninsel im Südwesten Berlins. „Wir sind sehr gespannt und freuen uns – wie man in Berlin sagt – wie Bolle auf diese Tiere“, sagt Peter Vornholt.

Auch wilde Tiere gibt es mit ein wenig Geduld und Aufmerksamkeit zu beobachten. So hat Vornholt neben einem Buntspecht und einem Wanderfalken auch einen Uhu beobachtet, der am Schloss zu wohnen scheint. Nachts höre man sein Rufen und könne beobachten, wie er zwischen Erlöserkirche und Schloss hin und her fliegt, so der Schlossgärtner. Zudem helfe er, die Mäuse-Population in Garten und Park einzudämmen.

Doch nicht nur Uhu und Falke fühlen sich rund ums Schloss wohl – auch viele andere Vogelarten sind dort beheimatet. Deshalb wurde vor kurzem auch eine Hainbuchen-Hecke gepflanzt, um den gefiederten Tieren mehr Nisträume zu bieten. In diesem Jahr findet zum dritten Mal eine Vogelzählung durch einen ehemaligen ehrenamtlichen Mitarbeiter statt, der einst sein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Schlossgarten absolviert hatte. Die Zahl der Vögel sei seit mehreren Jahren gleichbleibend, freut sich Vornholt.

Robuste Präriestauden

Auch in der Pflanzenwelt tut sich im Schlossgarten und -park einiges. Im Obstgarten wurden mehrere Präriestauden in die Beete gepflanzt, deren robuste Blüten besonders in den Sommermonaten Abwechslung auf die Blumenwiese bringen. „Unsere Auszubildenden haben die Stauden angepflanzt und werden das Projekt auch über den Sommer begleiten“, erzählt Peter Vornholt. Eine große Gehölzpflanzung fand im sogenannten Boskett statt, dem Lustwäldchen zwischen „Goethes Ruh“ und Schlossteich. Zehn Eichen setzten die Gärtner dort ein. Damit soll der Verlust von zwei großen Eichen kompensiert werden, die im Winter aufgrund von Pilzbefall umgefallen waren. „Die beiden Eichen waren etwa 140 und 170 Jahre alt und sind in die Landgrafenzeit zu datieren. Es hat uns sehr geärgert, diese Bäume zu verlieren“, bedauert der Chef-Schlossgärtner. Weitere Verluste durch den Winter konnte Vornholt zum Glück nicht feststellen. Aber: „Wir hätten uns einen stärkeren Frost gewünscht. Doch der wird jetzt wohl nicht mehr eintreten, und jetzt können wir ihn sowieso nicht mehr gebrauchen.“ Auch die Orangerie und das Schau-Gewächshaus sind auf die warmen Monate vorbereitet. In letzterem wächst eine große Zahl an Duftpelargonien, die im Sprachgebrauch eher als Geranien bekannt sind. Unbekannt ist aber, dass viele Sorten dieser Pflanze essbar sind und zum Verfeinern von Gerichten verwendet werden können.

Im Gewächshaus können Ableger der duftenden Pflanzen bewundert und gekauft werden, zudem liegen passende Rezepte aus. Für Obstliebhaber bietet der Schlossgärtner bald eine weitere Besonderheit: Wer noch Platz im Garten hat, kann von 2020 an die veredelte Apfelsorte namens „Kaiser Wilhelm“ in Form von kleinen Bäumchen im Museumsladen käuflich erwerben. Und bis dahin darf man Schlossgarten und Schlosspark mit allen Sinnen genießen.

VON MARAH NAUMANN

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