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In der Friedberger Straße gibt es schon einen vorbildlichen Radweg. Die Stadt plant weitere Maßnahmen, um die Stadt radfreundlicher zu machen – zum Beispiel am Bahnhof

Arbeitsgemeinschaft beigetreten

Bad Homburger Politik macht sich für Nahmobilität stark – Rad oft schneller als Auto

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Im Bereich der Mobilität für Fahrradfahrer und Fußgänger hat Bad Homburg noch Nachholbedarf – da schadet es nicht, von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Deswegen soll die Stadt nach dem Willen der Politik Mitglied in einer Arbeitsgemeinschaft werden.

Bad Homburg - Vom Schwarmwissen zu profitieren, kann nichts schaden. Das dachte sich auch die Homburger Politik und beschloss jüngst auf Initiative der Homburger Grünen und beinahe einmütig – es gab lediglich drei Gegenstimmen aus den Reihen der Fraktionslosen – den Beitritt der Stadt zur Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität (AGNH) des Landes Hessen.

Die Arbeitsgemeinschaft, die sich die Stärkung und Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Hessen auf die Fahne geschrieben hat, stellte Margit Courbeaux von den Grünen in ihrer Antragsbegründung kurz vor. Die AGNH fördere den Austausch von Ideen und Erfahrungen – die Stadt hätte zudem Infos über Fördermittel und könnte sich in ein hessenweites Netzwerk integrieren. „Und was kostet es? Nichts!“, warb Courbeaux. Nötig sei lediglich die Unterschrift, mit der die Charta anerkannt und die Satzung akzeptiert werde.

Nahmobilität: Wege zur Arbeit oder zur Schule

Wie die Arbeitsgemeinschaft auf ihrer Homepage schreibt, sind unter Nahmobilität unter anderem die Wege zum Büro, zur Arbeit oder zur Schule zu verstehen. „Viele Wege, die wir zurücklegen, sind so kurz, dass man sie problemlos mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen kann“, heißt es auf der Internetseite. Nahmobilität bedeute sowohl Mobilität über kurze Distanzen als auch in kleinen Netzen, unter anderem im Quartier, Arbeits- oder Einkaufsumfeld. „Nahmobilität wird daher in der Regel mit Fuß- und Fahrradverkehr gleichgesetzt, schließt aber auch die Verknüpfung mit dem ÖPNV ein.“ So verweist die Homepage darauf, dass jede dritte Autofahrt kürzer sei als drei Kilometer – und immer noch jede zweite Fahrt kürzer als fünf Kilometer. Auf solchen Entfernungen sei das Rad meist schneller.

Für die Union bedankte sich Dr. Roland Mittmann für den Tipp. „Wenn wir was kostenlos umsetzen können, sollten wir das tun – gerade beim Rad- und Fußverkehr kann es nichts schaden, wenn wir uns besser aufstellen.“

Neuerungen am Bahnhof: Zusätzliche Fahrradabstellbügel

Dabei machte das Parlament beim Thema Fahrradfreundlichkeit in der Sitzung gleich Nägel mit Köpfen. Ohne Diskussion wurde beschlossen, die Fahrradinfrastruktur im Bereich Bahnhofsvorplatz zu stärken.

Unter anderem sollen im Bereich des Bahnhofs zusätzliche Fahrradabstellbügel aufgebaut werden – 20 zwischen zentralem Busbahnhof und dem Brunnen, weitere zehn auf der Südseite am Walter-Lübke-Platz. Vor dem Eingang zum Fahrradparkhaus soll eine öffentliche Fahrradluftpumpe installiert werden, im Fahrradparkhaus werden zudem Ladestationen mit insgesamt fünf Ladeplätzen für Elektrofahrräder (Pedelecs) installiert.

Eine Erweiterung des Parkhauses ist indes vom Tisch. Eine Überprüfung habe ergeben, dass die Auslastung rund 80 Prozent betrage, die geplanten Abstellbügel im Außenbereich würden die Situation weiter entspannen.

Davon unberührt bleibt die von der Politik in Auftrag gegebene Suche nach weiteren Standorten im Stadtgebiet, an denen Fahrradparkhäuser sinnvoll wären.

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